Bücher, schnell gelesen: Teil 1.547

James Lee Burke – Keine Ruhe In Montana (Pendragon, 2021)

Gelesen: 14. – 27.09.2021, netto 566 Seiten

#17 von 23 – Die Reihe im Pendragon Verlag wird so langsam vollständig. Keine Ruhe In Montana geht zurück auf Band #3 der Reihe, denn Dave und Clete kehren nach Montana zurück.

Wo allerdings Schmierige Geschäfte ein veritabler Hard-boiled Krimi war ist Keine Ruhe In Montana mehr eine ruhige Persönlichkeitsstudie.

Dave, der außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches, versucht einfach nur ein hilfreicher Polizist zu sein. Und mit seiner Frau Molly das Grauen von Hurrikan Katrina zu vergessen. Clete versucht garnichts und ist einfach nur ein Magnet für Probleme: Mit Frauen, mit seiner Vergangenheit und mit jedem der im Quer kommt.

Dazu kommen diejenigen, die hier draußen das Sagen haben, denn die haben keinen Bock auf Probleme. Dazu kommt ein entflohner Sträfling, der seine große Liebe sucht und einer gewalttätiger Gefängnissaufseher, der diesen Sträfling erwischen will.

Das gute bei Büchern von James Lee Burke ist ja das er sowohl die handelnden Personen als auch ihre Umgebung langsam entwickelt und viel Zeit damit verbringt ein Bild zu formen. Um dieses dann wie eine Supernova implodieren zu lassen.

Hier ist das perfektioniert: In den letzten 30 Seiten explodiert das Buch sprichwörtlich. Und da James Lee Burke ein wirklich guter Geschichtenerzähler ist gibt es dabei die eine und andere unvorhergesehene Überraschung.

Anders als der Rest der Serie aber sooo gut.

Soundtrack dazu: Poison Idea – Burned For The Last Time, was sonst?

PS: Nette Ecke!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.523

James Lee Burke – Dunkle Tage Im Iberia Partish (Pendragon Verlag, 2021)

Gelesen: 22. – 24.05.2021, netto 470 Seiten

Der 15te Band rund um Dave Robicheaux und wieder ein Buch, in dem James Lee Burke ganz wunderbar die Vergangenheit von Dave mit den Problemen von heute verknüpft.

Als Cop in New Orleans hatte Dave ein Alkoholproblem und einen Saufkumpan, der wie er in Vietnam war. Sein Kumpel Dallas Klein war dabei noch mehr auf dem absteigenden Ast, bis er irgendwann seine Schulden bezahlen musste: Als Sicherheitsmann war er an einem Banküberfall beteiligt und seine vermeidlichen Kumpane (bei denen er Schulden hatte) entledigten sich seiner noch am Tatort.

Dave, mal wieder hackedicht, konnte nur zuschauen und nicht helfen.

All das kommt zu Dave zurück, als die Tochter von Dallas Klein in seinem Bezirk auftaucht und offensichtlich ihren Vater rächen will. Denn die Bösen von damals sind heute die respektablen Unternehmer, Politiker, Casinobetreiber – sucht euch was aus.

Dazu schmierige TV Pastoren und die arroganten Söhne der Neureichen. Verwickelt in einen Selbstmord. In einen Todesfall mit Fahrerflucht. Dave hat alle Hände voll zu tun, zumal sein Kumpel Clete ebenfalls austickt.

Destilliert eine ganz wundervolle Hymne auf Schuld und Unschuld, eine einzige Kampfansage an Korruption und Macht.

James Lee Burke glaubt an das Gute, auch wenn dieses direkt nach der Fertigstellung des Buches im Januar 2006 durch den Hurrikan Katrina getilgt wurde und dieser das schlechteste in den Menschen hervorbrachte. Aber Leute wie Dave und Clete überlassen ihre Heimat weder der Gier noch den Naturgewalten.

Klasse.

Soundtrack dazu: The Gits – Guilt Within Your Head, was sonst? (And still loving Mia!)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.465

James Lee Burke – Blues In New Iberia (Pendragon, 2020)

Gelesen: 02. – 07.08.2020, netto 580 Seiten

Wenn man dem Universum von Dave Robicheaux verfallen ist, dann führt einfach kein Weg daran vorbei alle Bücher zu lesen. Bevor ich mit den Neuauflagen weitermache (die ich zum Teil schon als Ullstein Taschenbuch in den 90er gelesen habe) geht es mit Band 22 aus 2019 weiter.

Dieser ist Teil einer Trilogie: Der erste Teil ist “Mein Name Ist Robicheaux“, Blues In New Iberia ist der 2te Teil und dazu wird noch “Born To Be With You” (englischer Arbeitstitel) erscheinen.

Das Dave Robicheaux Universum ist diesmal sehr klein: Er, seine Tochter, Clete Purcel, seine neue Kollegin. Und eine Bande Filmemacher, die mit dem Geld der Mafia, der Russen und der Araber einen Welthit in den Sümpfen Louisiana drehen.

Obwohl es etliche Tote gibt, findet Dave einfach keinen roten Faden. Eine junge Schwarze an ein Kreuz genagelt. Ein Einsiedler verpackt wie ein Bienenkorb. Ein korrupter Cop bizarr getötet. Ein weiterer Cop tot. Zwei Mafia-Killer mit einem Flammenwerfer gegrillt. Drei Killer hingerichtet. Eine von Dave verehrte Bluessängerin ermordet. Ein zum Tode verurteilter und geflohener Fundamentalchrist auf Rachetour. Das Ayrian Brotherhood auf Rachetour.

Dave wächst das – und die zarte Liebe zu seiner jungen Kollegin – über den Kopf. Er landet an der Grenze zum Wahn. Die gradlinige Polizeiarbeit zerfasert so wie die Flüsse im Bayou. Und hier kommt die ganze Stärke der Erzählungen von James Lee Burke durch: Großartige Landschaftsbilder bestimmen die Geschichte, klein und ohne Kraft wirken die Menschen.

Auch Cheester „Smily“ Wimple ist immer noch in der Gegend, kann aber den Killerauftrag der Mafia nicht durchführen: Das Opfer ist nett. Und damit geht es auch für ihn den Bach runter: Clete und Dave werden quasi seine Komplizen … und am Ende stirbt er durch einen Amateur.

Und das ist am Ende auch die Lösung des Falles: Dave suchte immer nach dem Profi, dem Irren … dabei war das Böse die ganze Zeit ganz nah.

Spannend, irre gut erzählt – einfach eine Bank.

Soundtrack dazu: Smut Peddlers – Mortality Blues, was sonst?

Und wenn die US of A nicht so Scheisse wären würde ich gerne diese Tour machen: