Bücher, schnell gelesen: Teil 1.443

James Lee Burke – Mein Name Ist Robicheaux (Pendragon Verlag, 2019)

Gelesen: 14. – 22.04.2020, netto 595 Seiten

Band 21 von 22 in der Robicheaux Reihe von James Lee Burke. Die Neuauflagen im Pendragon Verlag folgen nicht der ursprünglichen Timelines, das ist aber eine lässliche Sünde – dieses ist die Deutsche Erstausgabe.

Am Ende des Buches gibt es eine Zugabe in Form der Short Story „The Wild Side Of Life“ – ich glaube diese Geschichte hat Burke vor „Mein Name Ist Robichaeux“ geschrieben und dann hier mit eingebaut. Es gibt wie immer bei James Lee Burke viele Geschichten in einem Buch, viele Lebenswege die sich in New Iberia, Louisiana, kreuzen.

Voran geht Dave Robicheaux, der mal wieder einen Alkoholrückfall hatte und sich nicht ganz sicher ist ob er nicht den mutmaßlichen Totschläger (Autounfall) seiner Frau gekillt hat – denn der ist Tot. Ermordet.

Ja, es wird wieder eine Geschichte mit viel Schuld und noch mehr Sühne – auf allen Ebenen: Privat, in der Polizei und der Politik. Es geht immer noch um korrupte Cops, Rassisten und populistische Politiker, die mit allem durchkommen. Und um Tote, die weder Namen noch Fürsprecher haben.

Der Mix ist typisch James Lee Burke: Politiker, Mafiosi, durchgeknallte (attraktive) Frauen und Bösewichte, die sich an Angst und Leid von Schwachen aufgeilen. Und dann kommt immer ein noch irrer Killer um die Ecke und säubert diese Landschaft. In „Mein Name Ist Robicheaux“ ist das Cheester „Smily“ Wimple, ein geistig zurückgebliebener Putzman, der alle um die Ecke bringt die es verdient haben (und ein paar, die es evtl. nicht ganz so sehr verdient haben).

Und durch diesen Kniff puzzeln sich dann auch alle Fälle an denen der Detektiv Robicheaux gerade arbeitet wieder zusammen.

Clever und sympatisch dieser Kniff! Und ein ehr trauriges, hoffnungsloses Buch.

Passt. Gaaanz viel Kopfkino!

Soundtrack dazu: James Lee Burke – The Wild Side Of Life, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.380

James Lee Burke - Flucht nach Mexiko (Pendragon Verlag, 2018)
James Lee Burke – Flucht nach Mexiko (Pendragon Verlag, 2018)

Gelesen: 03. – 11.04.2019, netto 470 Seiten

„Flucht nachMexiko“ ist der 14te Band der Dave Robicheaux Reihe und 2005 erschienen. Daher wirkt der Süden der US of A inzwischen etwas moderner, der abgeranzte Charme der kleinen Dörfer am Bayou ist aber immer noch da.

Genauso ist Dave, inzwischen mehrfacher Witwer, immer noch da und mal wieder bei der Polizei. Und mal wieder trocken. 

In der Geschichte geht es zum einen um die erste große Liebe seines Halbbruders (die in den 1950ern verschwunden ist) und um die Macht des alten Geldes bzw. die Korruption, die immer noch durch Louisiana wabert. Und es geht um Rache. Von Dave. Und noch besser: An Dave.

Worum es nicht geht ist für mich das eigentliche Problem: Das Alt werden. Dave dürfte inzwischen weit über 60 sein und damit passt die ganze „harter Knochen der immer mal wieder trinkt“ und „ich bin Polizist, ich schieße zuerst“ Nummer irgendwie nicht mehr so richtig.

Vielleicht ist das auch der Grund warum weite Teile des Buches in der Vergangenheit spielen und warum Dave quasi ohne Grund mittendrin eine Nonne heiratet.

Destilliert bleibt dennoch ein Krimi über, mit mehreren Geschichten die scheinbar auf eine Ende zulaufen – nur um es am Ende dann doch nicht zu tun. Das ist spannend und die Art und Weise wie James Lee Burke die Natur, die Menschen und das Leben beschreibt ist schon großartig.

Aber – irgendwie würde ich mir Wünschen das Dave altert und seine Geschichten sich verändern. So wie die Welt sich verändert hat.

Für Allesleser von James Lee Burke, als Einstieg in den Robicheaux Kosmos nicht die beste Wahl.

Soundtrack dazu: Toxin III – Arrested, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.378

Wallace Stroby - Der Teufel will mehr (Pendragon Verlag, 2019)
Wallace Stroby – Der Teufel will mehr (Pendragon Verlag, 2019)

Gelesen: 22. – 23.03.2019, netto 307 Seiten

Nachdem ich den dritten Teil gelesen hatte fragte ich mich „bekommt Wallace die Kurve?„… und ja, er bekommt sie. Leider nicht auf Elmore Leonhard Niveau aber mit einer knochentrockenen Gangster vs. Gangster Story – etwas was ja sozusagen Crissa Stones Spezialität ist.

Nach dem letzten Desaster hatte Crissa lange Pause mit den lukrativen Überfällen gemacht, 

jetzt aber braucht sie wieder Geld. Dieses lockt mit dem Raub von Irakischer Raubkunst, der heutige Besitzer will oder vielmehr muss sie zurückgeben und würde sie gerne klauen lassen. Er hat nämlich einen anderen Abnehmer im Sinn als den Irakischen Staat – der zahlt nämlich besser.

Crissa ist diesmal der Auftragnehmer und auf ihr lastet die Verantwortung für die ganze Crew. Am Ende ist nicht nur ihre Crew tot sondern auch ein paar unbeteiligte. Und da wird das Buch so richtig gut – Crissa ist und bleibt eine Verbrecherin, keine Heldin. Wallace Stroby begleitet sie mit einem neutralen Blick aber das ändert die Tatsachen nicht.

Gut zu lesen, spannend und eben wegen der „Sichtachse“ aus dem Krimi Alltag herausstehend. Dazu detailreich, wo notwendig und trocken, wo angebracht. Ich mag das. Schade das dieses der letzte Band der Reihe ist, deswegen schickt Wallace Crissa am Ende auch in den Sonnenaufgang. Oder kommt da mehr?

Soundtrack dazu: J Church – Turn to stone, was sonst?