Bücher, schnell gelesen: Teil 1.399

Adrian McKinty - Cold Water (Suhrkamp Nova, 2019)
Adrian McKinty – Cold Water (Suhrkamp Nova, 2019)

Gelesen: 14. – 16.07.2019, netto 367 Seiten

Das 7te Buch in der großartigen Sean Duffy Serie und vorgeblich das letzte (wobei ich irgendwo gelesen habe das Adrian McKinty noch zwei Bände dranhängen will).

Sean Duffy hat keinen Bock mehr auf Belfast, die RUC und das tägliche Elend. Und da er jetzt sehr verliebt und mit einer Frau und einer Tochter gesegnet ist folgt er seiner liebsten nach Schottland.

Aber vorher hat er noch ein paar wenige Tage um ein verschwundenes Mädchen bzw. ihre Leiche zu finden. Und seinen Nachfolger einzuweisen. Und seinen Spitzel bei der IRA am Leben zu halten. Und und und …

Wie alle Duffy Bücher einfach ein Hau. Die Troubles und der in Nordirland ganz normal Wahnsinn hautnah, direkt und ohne Zuckerguss. Jeder, inklusive Duffy, hat Dreck am Stecken. Wer das nicht hat, sieht zu das er aus Belfast wegkommt.

Am Ende bleiben 3 Männer über, die Katrina McAtammney umgebracht und ihre Leiche im Atlantik entsorgt haben könnten. Und Duffy wäre nicht Duffy, wenn er nicht alle drei ohne Ansehen ihrer Funktion bis auf die Knochen sezieren würde. Am Ende bleiben jede Menge Überraschungen und die Erkenntnis das ihm die Gewalt nach Schottland folgt. Aber anders als er gedacht hat.

Einfach ein echtes page turner, mit ordentlich Gewalt, viel Realität und perfektem schwarzen Humor. 

Soundtrack dazu: Relfex Action – Spies, was sonst?

PS: Warum der englische Titel „The Detective Up Late“ in der Deutschen Fassung als „Cold Water“ daherkommt wird für mich ein Rätsel bleiben. Was soll sowas?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.366

Simone Buchholz - Mexikoring (Suhrkamp Nova, 2018)
Simone Buchholz – Mexikoring (Suhrkamp Nova, 2018)

Gelesen: 08.- 10.01.2019, netto 239 Seiten

Ach, das ist ein herrlicher Einstieg in das Lesejahr 2019 – neben Robert Brack bekommt keiner so gute Lokalkolorit-Krimis hin die dabei sowohl ernst als auch luftig leicht lustig sind.

Waren bisher nur Spielernamen des FCSP und des HSV auf dem literarischen Tablett so kommen diesmal Spieler des SVW dazu: Chasity Riley und das Ermittlungsteam der Pauzilei Hamburg verschlägt es nach Bremen.

Und das Thema ist aktuell und konfliktgeladen:  Bremer Familienclans, außerhalb der bundesdeutschen Gesellschaftsordnung – roh, archaisch und gewalttätig.  Ein verstoßener Sohn ist in Hamburg verbrannt und eine verstoßene Tochter war in der Nähe. Wer hat da Rache genommen?

Gewohnt locker nimmt Simone Buchholz das Thema auf und verliert dabei nie den notwendig klaren Blick auf die beinharte (und brutale Realität – der Clans und der Polizei). Und einen klaren Blick hat sie auch auf die Flora (die einen spannende Nebenrolle spielt):

(c) Suhrkamp Verlag Berlin 2018
(c) Suhrkamp Verlag Berlin 2018

Auf den Punkt – Danke! Und im Laufe des Falles kommt so einiges durcheinander und aus einer Geschichte werden drei. Und zwei davon finden ein großartiges Ende (mit einem Happy End voller street credibility) und eine ist ein Cliffhänger.

Beste Unterhaltung mit einer intelligenten Botschaft, direkt aus dem Viertel. Was kann ich mehr wollen?

Bitte alle Bücher mit dem Team der Nachtschicht verfilmen!

Soundtrack dazu: Bärbel – Strohhalm, was sonst?

Mehr kluge Worte von Simone Buchholz hier!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.316

Adrian McKinty - Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)
Adrian McKinty – Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)

Gelesen: 16. – 17.04.2018, netto 383 Seiten

Da ich zur Zeit in den Dünen lese bleib ich einfach in Irland bzw. Nordirland. Und nach einem Buch in dem die Cops böse sind passt daher „Dirty Cops“ – das im englischen einfach noch viel besser „Police at the Station and They Dont Look Friendly“ (nach einem Tom Waits Song) heißt.

Und diesmal hat Sean Duffy ein echtes Problem: Zum einen ein Mord der so gar nicht passt und zum anderen seine Freundin und die gemeinsame Tochter, die weder nach Carrickfergus noch zu Duffy passen (und doch seine große Liebe sind).

Und weil Duffy einfach nicht locker lassen kann und er es als seinen Job sieht den Mord aufzuklären … wird er und seine Familie zur Zielscheibe. Und zwar zu einer Zielscheibe von ganz oben. Und damit ist die Botschaft „Rette sich wer kann“ – Duffy, sein Team und seine kleine Familie. Doch Duffy wäre nicht Duffy wenn er nicht a) dem Tod von der Schippe springen würde und b) nicht doch den kleinen Punkt der Wahrheit findet der dann ein großes Finale heraufbeschwört.

Ganz ganze ganz großes Kino und einfach das Beste über die die Zeit der Troubles. Besser geht ein im echten Leben verwurzelter Polizeikrimi nicht. Punkt.

Soundtrack dazu: Ausnahmsweise mal vom Autor ausgewählt … Tom Waits – Cold Water, was sonst?