Bücher, schnell gelesen: Teil 1.429

Simone Buchholz - Hotel Cartagena (Suhrkamp Nova, 2019)
Simone Buchholz – Hotel Cartagena (Suhrkamp Nova, 2019)

Gelesen: 19. – 20.12.2019, netto 218 Seiten.

 

Gelesen: 19. – 20.12.2019, netto 218 Seiten.

Simone Buchholz bereitete mir den Einstieg in das Lesejahr 2019, ungeplant (ich lese Bücher aus dem Rückstand in der Reihenfolge, in der ich sie gekauft habe) aber doch stimmig.

Das ganze ist diesmal ein typisch untypisches Chasity Riles Buch, denn diesmal muss die Crew rund um Chasity nicht wirklich einen Fall lösen. Sie sind vielmehr in einem „Stirb Langsam“ re-make im Empire Riverside Hotel (darf im Buch aber so nicht genannt werden) gelandet und feiern den Geburtstag des Ex-Chefs Faller in der 20up Bar (die auch so nicht genannt werden darf).

Und dort geraten sie in eine Geiselnahme. Oben im Tower. Klingelt was?

Ein großartige Idee, die auch sehr stimmig rüberkommt, aber auch noch ein paar Extras im Gepäck hat, vor allem als Chasity dank einer Blutvergiftung in Fieberträume übergeht (die nur dank einiger Ibuprofen im Zaum gehalten werden).

Sehr schön auch der Kniff, das die Rettung für die draußen auf ein Signal der Entführer wartende Pauzilei … aus Frankfurt kommt:

( (c) Suhrkamp Verlag Berlin 2019)
( (c) Suhrkamp Verlag Berlin 2019)

Das Buch schlägt einen großen Radius, von 1984 bis heute und nimmt dabei echten Hamburger Lokalkolorit mit: Der reiche Reedersohn von der Elbchausee, der bei den großen Jungs vom Kiez erst den Schneekönig gibt und später den Banker.

Und Henning (der später auf Curaçao zu Henk wird), der auf der anderen Seite des Atlantik den echten Schneekönigen die Kontakte nach Hamburg besorgt hat. Und auch er hat Lokalkolorit:

( (c) Suhrkamp Verlag Berlin 2019)
( (c) Suhrkamp Verlag Berlin 2019)

Das ganze Endet allerdings viel besser als „Stirb Langsam (sucht euch einen Teil aus)“ samt einer Aufzählung der realistischen Ausgänge, inklusive %-Schätzung ob die Gangster damit durchkommen. Cool.

Chasity kommt gerade so durch und endet bei ihrer Familie in Schottland. Und dort spielt auch das nächste Buch, das aber erst 2021 rauskommt. Chasity muss sich dringend erholen.

Soundtrack dazu: Nasser Hund – Vergessen Zu Geniessen, was sonst?

PS: Und Magath, der harte Hund, spielt auch mit…

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.399

Adrian McKinty - Cold Water (Suhrkamp Nova, 2019)
Adrian McKinty – Cold Water (Suhrkamp Nova, 2019)

Gelesen: 14. – 16.07.2019, netto 367 Seiten

Das 7te Buch in der großartigen Sean Duffy Serie und vorgeblich das letzte (wobei ich irgendwo gelesen habe das Adrian McKinty noch zwei Bände dranhängen will).

Sean Duffy hat keinen Bock mehr auf Belfast, die RUC und das tägliche Elend. Und da er jetzt sehr verliebt und mit einer Frau und einer Tochter gesegnet ist folgt er seiner liebsten nach Schottland.

Aber vorher hat er noch ein paar wenige Tage um ein verschwundenes Mädchen bzw. ihre Leiche zu finden. Und seinen Nachfolger einzuweisen. Und seinen Spitzel bei der IRA am Leben zu halten. Und und und …

Wie alle Duffy Bücher einfach ein Hau. Die Troubles und der in Nordirland ganz normal Wahnsinn hautnah, direkt und ohne Zuckerguss. Jeder, inklusive Duffy, hat Dreck am Stecken. Wer das nicht hat, sieht zu das er aus Belfast wegkommt.

Am Ende bleiben 3 Männer über, die Katrina McAtammney umgebracht und ihre Leiche im Atlantik entsorgt haben könnten. Und Duffy wäre nicht Duffy, wenn er nicht alle drei ohne Ansehen ihrer Funktion bis auf die Knochen sezieren würde. Am Ende bleiben jede Menge Überraschungen und die Erkenntnis das ihm die Gewalt nach Schottland folgt. Aber anders als er gedacht hat.

Einfach ein echtes page turner, mit ordentlich Gewalt, viel Realität und perfektem schwarzen Humor. 

Soundtrack dazu: Relfex Action – Spies, was sonst?

PS: Warum der englische Titel „The Detective Up Late“ in der Deutschen Fassung als „Cold Water“ daherkommt wird für mich ein Rätsel bleiben. Was soll sowas?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.366

Simone Buchholz - Mexikoring (Suhrkamp Nova, 2018)
Simone Buchholz – Mexikoring (Suhrkamp Nova, 2018)

Gelesen: 08.- 10.01.2019, netto 239 Seiten

Ach, das ist ein herrlicher Einstieg in das Lesejahr 2019 – neben Robert Brack bekommt keiner so gute Lokalkolorit-Krimis hin die dabei sowohl ernst als auch luftig leicht lustig sind.

Waren bisher nur Spielernamen des FCSP und des HSV auf dem literarischen Tablett so kommen diesmal Spieler des SVW dazu: Chasity Riley und das Ermittlungsteam der Pauzilei Hamburg verschlägt es nach Bremen.

Und das Thema ist aktuell und konfliktgeladen:  Bremer Familienclans, außerhalb der bundesdeutschen Gesellschaftsordnung – roh, archaisch und gewalttätig.  Ein verstoßener Sohn ist in Hamburg verbrannt und eine verstoßene Tochter war in der Nähe. Wer hat da Rache genommen?

Gewohnt locker nimmt Simone Buchholz das Thema auf und verliert dabei nie den notwendig klaren Blick auf die beinharte (und brutale Realität – der Clans und der Polizei). Und einen klaren Blick hat sie auch auf die Flora (die einen spannende Nebenrolle spielt):

(c) Suhrkamp Verlag Berlin 2018
(c) Suhrkamp Verlag Berlin 2018

Auf den Punkt – Danke! Und im Laufe des Falles kommt so einiges durcheinander und aus einer Geschichte werden drei. Und zwei davon finden ein großartiges Ende (mit einem Happy End voller street credibility) und eine ist ein Cliffhänger.

Beste Unterhaltung mit einer intelligenten Botschaft, direkt aus dem Viertel. Was kann ich mehr wollen?

Bitte alle Bücher mit dem Team der Nachtschicht verfilmen!

Soundtrack dazu: Bärbel – Strohhalm, was sonst?

Mehr kluge Worte von Simone Buchholz hier!