Bücher, schnell gelesen: Teil 1.444

Stuart MacBride – Eine Frage Der Sühne (Goldmann, 2019)

Gelesen: 23.04 – 02.05.2020, netto 457 Seiten

Stuart MacBride schreibt mit seiner Logan McRae Serie eigentlich ziemlich düstere Bücher – dieses „Spin-Off“ ist wieder ein Pariah Geschichte:

Detective Chief Inspector Roberta Steel wurde degradiert und ist nun wieder eine einfache Streifenpolizistin. Gestolpert ist sie über eine Beweismanipulation zu Lasten eines Vergewaltigers.

Als einfache Polizistin stolpert sie durch einfache Fälle, mit einem Team vom Trotteln und macht auch selbst einen Fehler nach dem anderen. Denn dem Vergewaltiger, dem stellt sie immer noch nach.

Und aus einer trotteligen und zum Teil anstregend lustigen Geschichte poppt im ersten Drittel ein blutiger Mord an einem Pudel hervor und am Ende ein glorreicher Show-Down mit Splatter Charakter. Und einigen Überraschungen. Vorsichtige Naturen und Katzenfreunde sollten evtl. den Schluss nicht lesen.

Irgendwie ein komische Buch – so richtig lachen konnte ich nur am Ende, der Rest war mir irgendwie zu bemüht komisch. Irgendwie nicht Fisch nicht Fleisch.

Soundtrack dazu: UK Decay – Black Cat, was sonst?

nb: Stuart MacBride ist eigentlich lustig …

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.328

Stuart MacBride - Der Totenmacher (Goldmann, 2018)
Stuart MacBride – Der Totenmacher (Goldmann, 2018)

Gelesen: 14. – 26.06.2018, netto 819 Seiten

Mein Gott, was für ein Brocken. Muss die Story wirklich über 800 Seiten erzählt werden? Die Idee einer Pariah-Polizeitruppe hatte ja schon Sophie Hénaff, auch Stuart MacBride greift zu diesem Trick um ein absolut schräges Team zusammenzustellen.

Und schräg sind auch die vielen Komponenten der Story, die alle ziemlich ausgewälzt werden:

Ein degradierter DC Callum MacGregor der eine Pariah innerhalb der Pariahtruppe ist: Er soll einen Tatort mit Absicht verunreinigt haben – das führte zur Entlastung eines Gangsters.

Ein todkranker und lyrischer Inspektor, der lieber seine Chemo-Termine schwänzt als das er sich vergiften lässt. Und ein Mörder, der definitiv einen an der Marmel hat (und das seit vielen vielen Jahren).

Und als Krönung: Jede Menge Opfer, die geräuchert und mumifiziert wurden.

Da die Mordmethode so schräg ist glaubt auch keiner an Mord (sondern an aus Museen geklaute Mumien), so das der Loosertruppe erlaubt wird zu ermitteln. Und ermitteln tut sie. Mehr schlecht als recht und mit jede Menge Kollateralschäden aber am Ende hat sie sich in den Fall verbissen.

Das ganze hat viel von einem Jo Nesbø (ohne die Qualität und klinisch kalte Präzision) und bleibt unter anderem auch hängen, weil Stuart MacBride ohne Ende das gleiche Stilmittel benutzt: Personen die Dialoge an einander vorbei führen. Vor allem das macht es sehr laaaang. Nicht weilig aber lang.

In Summe eine gute Charakterstudie eines Polizisten der alles verliert an das er glaubt (und ein großartiger „Bang“ in der Mitte des Buches!) und der einfach und stur weitermacht. 500 Seiten hätten es allerdings auch getan.

Das wird einen BBC-Serie über 8 Folgen, dann passt die Länge wieder – wetten?

Soundtrack dazu: The Jolt – You’re cold, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 998

Michael Robotham - Der Insider (Goldmann, 2012)
Michael Robotham – Der Insider (Goldmann, 2012)

Gelesen: 06. – 15.07.2013 (Zeit nicht genommen), netto 530 Seiten.

Also, das gehört sofort verfilmt. Ex-Detektive Ruiz? Brendan Gleeson, wer sonst! Fucking Hell – das ist ein Kracher, Aktuell im Bezug und gnadenlos in der Aussage: Die ganze Bankerbagage in London gehört an die Wand gestellt, niedergemäht und die Jungs in Langley gleich mit – am besten durch einen Selbstmordattentäter im eigenen Haus, den sie selbst ausgebildet haben.

Dieses Buch hatte ich so nicht erwartet, Robotham schreibt sonst „Psychothriller“ aber dieses hier ist von Anfang an ein aktueller Kracher mit 2 spannenden Erzählsträngen, die sich in London kreuzen und es Robotham erlauben den ganzen Sauhaufen in der „City“ bloßzustellen. Und die ganzen Eaton-Wichser dazu. Nee, das ist ein sowas von erfrischendes Buch das sich gut ließt und dem man auch einige Oberflächlichkeiten verzeiht. Am Ende hatten sich ein meinem Kopfkino „The International“ und „Green Zone“ gekreuzt – zwei großartige Filme!

Soundtrack dazu: The Crucifucks – Go bankrupt an die! – was sonst?