Bücher, schnell gelesen: Teil 1.218

Giancarlo de Cataldo, Carlo Bonini - Die Nacht von Rom (Folio Verlag, 2016)
Giancarlo de Cataldo, Carlo Bonini – Die Nacht von Rom (Folio Verlag, 2016)

Gelesen: 04. – 07.01.2017 netto 290 Seiten

Und ein weiterer Teil der Saga rund um die Mafia und die Politik in Rom, er schließt nahtlos an Suburra an – und kommt vergleichsweise „schlank“ daher. Wenn ich mich nur ein wenig mehr in der verkorksten (oder verkoksten?) Politik in Italien und in Rom auskennen würde, dann wäre das sicherlich ein Hochgenuss.

Aber aus der Distanz und mit ein paar Informationsbrocken aus der Tagespresse ist das schwer zu lieben – auf jeden Fall scheint Giancarlo de Cataldo bestens vernetzt in Rom und er hat wohl auch das Talent politische Entwicklungen vorherzusehen – wenn ich es recht verstanden habe ist dieses Buch so nah an der Wirklichkeit von Rom wie nur irgendwas. Es geht natürlich darum wie Politik und Wirtschaft (und damit „die Mafia“) die Stadt und den Staar ausplündern und unter sich aufteilen. Dazu kommt noch die Kirche, ein in Rom nicht zu unterschätzender Machtfaktor.

Und es wird gezeigt wie eine Protestbewegung erst Erfolg und dann keine Skrupel in der Übernahme der Gegebenheiten hat. Alles garniert mit Gewalt, Drogen und ein wenig Sex. Wie im echten Leben also.

Für mich irgendwie „zu kurz“ und ich hätte mir „mehr“ gewünscht. Das Thema selbst gibt sicher viel mehr her! Das Ende jedoch ist klasse – kurz und hart.

Soundtrack dazu: Immer wieder Klasse Kriminale, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.115

Giancarlo de Cataldo, Carlo Bonini - Suburra (Folio Verlag, 2015)
Giancarlo de Cataldo, Carlo Bonini – Suburra (Folio Verlag, 2015)

Gelesen: 07. – 16.07.2015, netto 406 Seiten.

Die Fortsetzung von „Romanzo Criminale“ und zum Glück in größerer Schrift gedruckt und mit ordentlich mehr Schwung. Und das ganze ist – nach dem was ich so lesen konnte – mit einer ordentlichen Priese „aus dem echten Leben“ gewürzt: Die Geschichte mit dem Gangster der in eine Bank einbrechen lässt um an belastende Unterlagen in den Schließfächern von Politikern, Polizisten und Staatsanwälten zu kommen ist tatsächlich 1999 passiert.

Schwung erhält das Buch auch dadurch das in jedem Kapitel wenigstens eine Person ermordet wird – sei es absichtlich oder beiläufig: Die von den verschiedenen Mafia-Gruppen ausgehende Gewalt und die Ohnmacht der Polizei und Justiz wird schön rüber gebracht. Mal ist der Held, ein mehr oder weniger einsamer Komissar, ganz nah dran – dann zerbröselt ihm der Zugriff auf die bösen quasi unter den Fingern.

Um längen besser als der erste Versuch von Cataldo ein römisches Sittengebilde zu verfassen. Und, da es nicht zu sehr an den Vorgänger anschließt, auch gut als für sich stehendes Buch zu lesen.

Soundtrack dazu: Immer noch Klasse Kriminale, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.114

Giancarlo De Cataldo - Romanzo Criminale (Folio Verlag, 2010)
Giancarlo De Cataldo – Romanzo Criminale (Folio Verlag, 2010)

Gelesen: 18.06. – 06.07.2015, netto 565 Seiten.

Ein zäher Brocken. Zum einen in verdammt kleiner Schrift, zum andere einfach nicht ganz so flüssig zu lesen. Und ich hatte deutlich weniger Muße zu Lesen in den letzten Wochen, also zog sich das hin wie Gummi.

Das ganze ist ein „Crime Epos“ und zeigt extrem mehrschichtig den Aufstieg und Fall einer Ganovengeneration im Rom der 80er. Der Autor ist Richter in Rom und daher dann wohl so einigen Einblick – das scheint er zu nutzen. Dazu kommt die ganze Kacke des linken (Aldo Morro) und des rechten (Staats-) Terrorismus (Gladio), die dem ganzen eine politische Dimension gibt.

Das Buch ist nicht schlecht, aber hat für mich nicht genug „drive“ und durch die Komplexität ist es einfach auch schwer zu lesen. Kein Burner, aber ordenliche Arbeit würde ich mal sagen.

Soundtrack dazu: Klasse Kriminale, was sonst?