Bücher, schnell gelesen: Teil 1.508

Mick Herron – Real Tiger (Diogenes, 2020)

Gelesen: 01. – 10.02.2021, netto 467 Seiten.

Wow – der erste Band dieser Serie hatte mich nicht voll überzeugt, der zweite Band war besser und dieses Buch haut aber so richtig einen raus.

Bester schwarzer (und britischer) Humor und eine ganz wunderbare Vernichtung von Boris Johnson (den Mick Herron hier – das Buch ist von 2017 – zum Innenminister mit Ambitionen macht).

Die Slow Horses in Slough House sind „schlau, ehrgeizig und haben versagt“ (Klappentext) … aber hier steigen sie wie Phönix aus der Asche. Eine großartige Intrige, weitreichend zwischen dem MI5. Innenministerium und der privaten Sicherheitsbranche. Alle mit eigenen Interessen, alle mit eigenen Zielen.

Und dazwischen geraten die verbannten Agenten, die Slow Horses. Und die geraten erstmal wunderbar unter die Räder. Aber dann wollen sie alle irgendwie überleben. Und individuell folgen sie Krümeln der Intrige … um am Ende überraschend als Gewinner des ganzen da zu stehen.

Ein wirklich großartiger Spass mit klugen Worten:

( (c) Diogenes 2020)

Und ja, das könnte ein wirklich kurzweilige BBC Serie werden. Ich mag sowas.

Soundtrack dazu: The Flys – Undercover Agent Zero, was sonst?

PS: Gehkacken, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.437

Mick Herron - Dead Lions (Diogenes, 2019)
Mick Herron – Dead Lions (Diogenes, 2019)

Gelesen: 21.02. – 03.03.2020, netto 471 Seiten.

Die Bücher von Ross Thomas lesen sich ja heute als wunderbar aus der Zeit gefallene Secret Agent Man Geschichten.

Mick Herron und seine Reihe um Jackson Lamb als Herr über gefallene und degradierte Agenten steht Ross Thomas und seiner Welt in nichts nach – vor allem in diesem Buch.

Es geht, wie immer in der Welt der Agenten, um Täuschung, um Ablenkung und um Schläfer. Aus einem winzig kleinen Triggerpunkt wird hier ein grandioses Epos über russische Schläfer, die ein ganzes Englisches Dorf übernommen haben, und Agenten, die glauben das richtige zu tun (aber das richtige ist auch nur Fake). Über Agenten, die bereits im geteilten Berlin die große Kunst des Katz- und Maus Spiels erlebten.

Herrlich humorvoll, mit einem echten Todesfall in der Mitte (nicht jeder Agent überlebt) und viel Detailkenntnis und -verliebtheit. Und einer ganz eigenen Sprache.

Mein persönliches Highlight: Das Buch beginnt mit einer Katze, die durch Slough-House streift und dabei quasi in jedem Zimmer die aufs Abstellgleis gestellten Agenten vorstellt. Am Ende des Buches ist es eine Maus, die einen ähnlichen Streifzug macht – diesmal ist ein Stuhl leer. Besser kann das Katz/Maus-Spiel von Agenten nicht beschrieben werden.

Soundtrack dazu: Wire – Ex Lion Tamer, was sonst?

PS: Und was sagt Mick Herron dazu?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.373

Mick Herron - Slow Horses (Diogenes, 2018)
Mick Herron – Slow Horses (Diogenes, 2018)

Gelesen: 27.02. – 10.03.2019, netto 463 Seiten

Mein erster Gedanke war „… die Grundidee ist doch von Sophie Hénaff geklaut!“ und eben darum hab ich das Buch auch mitgenommen. Die Idee einer Truppe Abgeschobener beim dilettieren zuzuschauen ist eine smarte Idee und kann eine lustige Crimi-Story werden.

Hier sind es keine Polizisten sonder aus verschiedenen Gründen aussortierte MI5 Agenten, die in einem abgewarzten Bürogebäude sinnlosen Tätigkeiten nachgehen.

Teilweise äußerst sinnlos, da das eigentliche Ziel des MI5 ist sie in einen Eigenkündigung zu treiben. Die Charaktere werden dabei mehr lang & breit ausgearbeitet und das hebt in der ersten Hälfte des Buches die Geschwindigkeit ehr nicht so … langsam dümpelt die Story vor sich hin, nur ab und an blitzt eine lustige Offenbarung auf.

Dann aber nimmt die Geschichte Fahrt auf und das ganze wird zu einem leidlich spannenden Agentenhriller bzw. einer gelungenen Geschichte, wie die Geheimdienste mit Alternativen Fakten und Alternativen Szenarien die Öffentlichkeit in einen – ihnen Genehme – Meinungsecke treiben.

Dieser Teil ist smart, wenn auch für meinen Geschmack zu wenig auf den Punkt: Ein wenig Gewalt, ein wenig Witz – ich brauche davon etliches mehr!

Ein Ok’er Start in eine Serie – Teil 2 bekommt eine Chance, sonst ist das „raus“.

Soundtrack dazu: The Pigs – They shoot horses, don’t they?, was sonst?