Tag: Diogenes

  • Bücher, schnell gelesen: 1.853

    Bücher, schnell gelesen: 1.853

    Mick Herron – Down Cemetery Road (Diogenes, 2026)

    Gelesen: 20. – 29.08.2026 (netto 543 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Mick Herron hat sich mit der Slow Horses (aka Slough House) Serie (2010 – bis heute) ja so ziemlich in mein Lesevergnügen geschrieben, jetzt kommt bei Diogenes auch seine erste Krimi Reihe (2003 – 2009) in die Übersetzung:

    Auftritt Privatermittlerin Zoë Boehm. Aus Oxford.

    Und wie die Slow Horses Serie bei Apple TV verfilmt. Mit Starbesetzung. Sagt der Verlag. Hilft beim Lesen aber nicht so wirklich, also ehr ein nutzloser Hinweis. Vor allem weil ich kein Apple TV habe oder jemals haben möchte.

    Selten passte der Titel so gut, ich denke darum wurde der auch nicht eingedeutscht: Die Friedhofsstraße entlang ist eine perfekte Beschreibung dieses Buches, Leichen pflastern ihren Weg wäre auch gegangen.

    Wobei “ihren” so ziemlich überraschend nicht Zoë Boehm beschreibt sondern Sarah Tucker. Einfache Hausfrau aus dem Süden Oxfords (der räudige Teil der Universitätsstadt). Sarah kämpft mir ihrer Rolle, ihrer Arbeitslosigkeit und mit ihre Ehe. Und den nervig reichen Kunden ihres Mannes.

    Und greift zum nächst besten Strohhalm, damit sie was zu tun hat: Bei eine Explosion in der Nachbarschaft verschwindet irgendwie ein kleines Mädchen, aber niemand sucht nach ihr. Obwohl ihre Eltern tot sind.

    Und damit stolpert Sarah in einen Plot, der ungefähr 10 Nummern zu groß ist (und in dem der erfahrene Leser mit viel Vergnügen das bemerkt, was Mick Herron später bei den Slow Horses so verfeinert hat) und in dem der Geheimdienst seiner Majestät die Fäden zieht.

    Der Plot ist spannend, die Häme mit der Mick Herron das Leben der Menschen seziert ist perfekt und Zoë bleibt 2/3 des Buches einfach … weg. Zuerst hilft Zoës Ehegatte und Partner Joe auf der Suche nach dem vermissten Mädchen, als dieser ums Leben kommt (und der Tod Sarah als Mord angehängt wird) tritt Zoë erst so richtig in Erscheinung.

    Und hilft Sarah das ganze aufzuklären und im wahrsten Sinne des Wortes zum Abschluss zu bringen.

    Bauernschlau, Hemdsärmelig und voller weiblicher Urkraft nimmt es Sarah dabei mit hauptberuflichen Killern auf. Und, keine Frage, kommt am Ende mit Zoës Hilfe am Ziel an. Und rettet Dinah.

    Ordentlich was zu lesen, ordentlich was zu schmunzeln.

    Passt!

    Soundtrack dazu: Grade 2 – Graveyard Island, was sonst?

    PS: Emma Thompson, …. hach!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.818

    Bücher, schnell gelesen: 1.818

    Mick Herron – Bad Actors (Diogenes, 2026)

    Gelesen: 19. – 27.02.2026 (netto 448 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Mick Herron in einem Interview:

    I don’t want to write a big, plotted, evil-mastermind spy novel; I’m interested in incompetence, things going wrong, badly motivated stuff, and that’s essentially our political reality now.

    Band 8 der Slow Horses Serie ist wieder ein richtiger Knaller. Geschrieben 2022, als Boris Johnson und seine halbseidene Gang an der Macht waren. Und die nimmt er schön auseinander. Im gleichen Interview beschrieb er die Motivation:

    We have a prime minister who acts with the worst possible intentions because he’s only interested in himself. As a citizen, I deplore it; as a writer, I’m rubbing my hands.

    Sparrow, Handlanger und Macher des Premiers, ist ein Disruptor. Immer Angriff. Immer alternative Fakten. Die alten Modelle der Gewaltenteilung zerschlagen um die Macht beim Premier (und damit ihm selbst) zu vereinen.

    Nebenbei aktiv bei Ackerkämpfen von Hooligans, die er als Privatarmee hält. Und mit einer Supervorhersagerin, die ihm der KGB ins Nest gesetzt hat, da die Russen das Model Putin auch gerne woanders sehen.

    Jackson Lamb, Chef der abgehalterten und verbannten, hat aber einen Russen-Riecher (aus alten Spionagezeiten) und ahnt das was fieses passiert. Und als Sparrow die Chefin des MI5 mit einer Intrige abzuservieren versucht greift Jackson mit seinen Slow Horses ein.

    Neben wirklich spannenden Intrigen und ganz wunderbaren Beschreibungen der Politik im UK kommt auch der Londoner Alltag nicht zu kurz.

    Und ganz wunderbar Choreografierte Hauereien:

    ( (c) Diogenes Verlag 2026)

    Auch wenn die Reihe zwischendrin mal flacher war, das ganze ist extrem unterhaltsam, extrem lustig und einfach eine perfekte Sicht auf das Vereinigte Königreich und London.

    Ja, ich mag das.

    Soundtrack dazu: Crown Court – Hooligans on “E”, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.741

    Bücher, schnell gelesen: 1.741

    Mick Herron – Slough House (Diogenes, 2024)

    Gelesen: 23. – 24.11.2024 (netto 421 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Das 7te Buch aus der Serie und es schließt mehr oder weniger nahtlos an Joe Country an.

    Nur das diesmal nicht einzelne Slow Horses unter den Bus geworfen werden, sondern das ganze Slough House (die Basis der Aussätzigen). In dem es aus den Akten des MI5 gelöscht wird. Samt aller verbannter Agenten.

    Und nicht nur das, ehemalige Slow Horses werden nach und nach um die Ecke gebracht.

    Jackson Lamb und seine Restmannschaft wird nervös und taucht unter, mehr schlecht als professionell. Aber natürlich stümpern sie in die Lösung dieses Rätsel und schaffen es herrlich dilettantisch dem ganzen auf den Kern zu kommen.

    Und diese Story ist so aktuell, so realistisch, das ich einfach einen Hinweis geben muss: Die Politik wanzt sich an aufstrebende Medienmogule ran, teilt geheime Akten und einer dieser aufstrebenden Murdoch-Nachfolger hat nichts besseres zu tun als die Akten an den FSB weiterzureichen. Um sich wichtig zu machen.

    Und der FSB hat noch eine Rechnung mit dem MI5 offen. Allerdings sind die Akten … richtig, die die Slough House definieren. Und sie sind … veraltet.

    Viel Slapstick, viele Tote und ein paar coole Gedankenexperimente. Und diesmal sind die Slow Horses die Helden, nicht der Anti-Held Jackson Lamb. Cool.

    Perfekte Unterhaltung auf einem Langstreckenflug.

    Soundtrack dazu: The Defects – Working For The KGB, was sonst?