Tag: Diogenes

  • Bücher, schnell gelesen: 1.818

    Bücher, schnell gelesen: 1.818

    Mick Herron – Bad Actors (Diogenes, 2026)

    Gelesen: 19. – 27.02.2026 (netto 448 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Mick Herron in einem Interview:

    I don’t want to write a big, plotted, evil-mastermind spy novel; I’m interested in incompetence, things going wrong, badly motivated stuff, and that’s essentially our political reality now.

    Band 8 der Slow Horses Serie ist wieder ein richtiger Knaller. Geschrieben 2022, als Boris Johnson und seine halbseidene Gang an der Macht waren. Und die nimmt er schön auseinander. Im gleichen Interview beschrieb er die Motivation:

    We have a prime minister who acts with the worst possible intentions because he’s only interested in himself. As a citizen, I deplore it; as a writer, I’m rubbing my hands.

    Sparrow, Handlanger und Macher des Premiers, ist ein Disruptor. Immer Angriff. Immer alternative Fakten. Die alten Modelle der Gewaltenteilung zerschlagen um die Macht beim Premier (und damit ihm selbst) zu vereinen.

    Nebenbei aktiv bei Ackerkämpfen von Hooligans, die er als Privatarmee hält. Und mit einer Supervorhersagerin, die ihm der KGB ins Nest gesetzt hat, da die Russen das Model Putin auch gerne woanders sehen.

    Jackson Lamb, Chef der abgehalterten und verbannten, hat aber einen Russen-Riecher (aus alten Spionagezeiten) und ahnt das was fieses passiert. Und als Sparrow die Chefin des MI5 mit einer Intrige abzuservieren versucht greift Jackson mit seinen Slow Horses ein.

    Neben wirklich spannenden Intrigen und ganz wunderbaren Beschreibungen der Politik im UK kommt auch der Londoner Alltag nicht zu kurz.

    Und ganz wunderbar Choreografierte Hauereien:

    ( (c) Diogenes Verlag 2026)

    Auch wenn die Reihe zwischendrin mal flacher war, das ganze ist extrem unterhaltsam, extrem lustig und einfach eine perfekte Sicht auf das Vereinigte Königreich und London.

    Ja, ich mag das.

    Soundtrack dazu: Crown Court – Hooligans on “E”, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.741

    Bücher, schnell gelesen: 1.741

    Mick Herron – Slough House (Diogenes, 2024)

    Gelesen: 23. – 24.11.2024 (netto 421 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Das 7te Buch aus der Serie und es schließt mehr oder weniger nahtlos an Joe Country an.

    Nur das diesmal nicht einzelne Slow Horses unter den Bus geworfen werden, sondern das ganze Slough House (die Basis der Aussätzigen). In dem es aus den Akten des MI5 gelöscht wird. Samt aller verbannter Agenten.

    Und nicht nur das, ehemalige Slow Horses werden nach und nach um die Ecke gebracht.

    Jackson Lamb und seine Restmannschaft wird nervös und taucht unter, mehr schlecht als professionell. Aber natürlich stümpern sie in die Lösung dieses Rätsel und schaffen es herrlich dilettantisch dem ganzen auf den Kern zu kommen.

    Und diese Story ist so aktuell, so realistisch, das ich einfach einen Hinweis geben muss: Die Politik wanzt sich an aufstrebende Medienmogule ran, teilt geheime Akten und einer dieser aufstrebenden Murdoch-Nachfolger hat nichts besseres zu tun als die Akten an den FSB weiterzureichen. Um sich wichtig zu machen.

    Und der FSB hat noch eine Rechnung mit dem MI5 offen. Allerdings sind die Akten … richtig, die die Slough House definieren. Und sie sind … veraltet.

    Viel Slapstick, viele Tote und ein paar coole Gedankenexperimente. Und diesmal sind die Slow Horses die Helden, nicht der Anti-Held Jackson Lamb. Cool.

    Perfekte Unterhaltung auf einem Langstreckenflug.

    Soundtrack dazu: The Defects – Working For The KGB, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.684

    Bücher, schnell gelesen: 1.684

    Mick Herron – Joe Country (Diogenes, 2023)

    Gelesen: 30.01. – 11.02. (netto 470 Seiten)

    Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer.

    Besser. Aber irgendwie fehlt bei dem großartigen Sprachwitz eine spannende Story. Eine überraschende Story. Ein echter Plot, der es mit dem wirklich urkomischem Sprachwitz aufnehmen kann.

    Joe Country, Agentensprache für das Einsatzgebiet, ist das düstere und verschneite Wales und tatsächlich sind die Slow Horses im Außeneinsatz. Um den Sohn eines im Einsatz ums Leben gekommenen Slow Horses zu retten.

    Den der ist ins Fadenkreuz der Oberklasse geraten, hat er doch bei einem Kellnerjob eine Verfehlung eines Royals beobachtet. Und will diese zu Geld machen. Daneben gibt es noch einen “BND spioniert MI5 spioniert BND aus” Plot, der ein neues Slow Horse nach Slough House katapultiert. Mit unappetitlichen Beigaben.

    Und es gibt die neue Chefin des MI5, die ihre Intrigen jetzt ganz oben und mit der Chefin der Dogs spielt. Diese allerdings sagt wunderbar unhöflich Fuck Off!

    ( (c) Diogenes Verlag AG, 2023)

    Und wird überraschend kein Slow Horse sondern hilft den Slow Horses bei der Rettung des Jungen. Und dieser Rettungsplot in Wales ist spannend und geschrieben wie für eine rasante Verfilmung (jede Menge Cuts, jede Menge Cliffhänger).

    Am Ende macht die ganze Story nicht wirklich Sinn, ist aber wunderbar zynisch im Bezug auf Royals, Politik und Geheimdienste.

    Irgendwie komm ich davon nicht los. Wahrscheinlich weil Jackson Lamb so ein wiederliches Arschloch ist.

    Soundtrack dazu: Anhrefn – Duw y Dyn Eira, was sonst?

    PS: Das ganze ist offensichtlich ehr großartig mit Gary Oldman (als Jackson Lamb) verfilmt worden…leider nur im Apple Stream (also nix für mich)