Bücher, schnell gelesen: Teil 1.461

Sophie Hénaff – Mission Blindgänger (C. Bertelsmann, 2020)

Gelesen: 13. – 20.07.2020, netto 297 Seiten

Neues von der Sophie Hénaff und der Chaos-Brigade. Der erste Band war ein schierer Spaß, der zweite Band weniger lustig und mit mehr Polizeiarbeit.

Der dritte Streich ist irgendwie indifferent, weder durchgehend lustig noch mehr echte Polizeiarbeit. Er ist vor allem wuselig. Denn Brigademitglied Capitaine Eva Rosière ist in ihrem literarischen Nebenerwerb nunmehr Drehbuchautorin … und zugegen als der von ihr extrem gehasste Regisseur ermordet wird. Der, dem sie mehrfach und laut „ich bring dich um“ an den Kopf geworfen hat – vor dem gesamten Filmteam.

Wie es dann kommt, das ihre Brigade ermittelt ist mit Sicherheit keine echte Polizeiarbeit und wie ermittelt wird (die Polizisten springen als Schauspieler ein) ist zwar eine lustige Idee aber nicht wirklich eine Buchidee.

Was gelungen ist, ist den Mörder auf kleinstem Raum klug zu verstecken. Aber das macht das dieses Buch jetzt nicht wirklich zu einem Killer, ehr zu einer leichten Lektüre die schnell verdaut ist.

Wirklich lustig und spannend wird sein, wenn dieses Buch verfilmt wird – etwas mit dem Sophie Hénaff im Abspann kokettiert. Das ist dann ein Buch im Film im Film im Buch. Und das dürfte lustig sein (aber, hach, es gibt ja kaum lustige Filme aus Frankreich).

Schade – diese Reihe biegt für mich falsch ab.

Soundtrack dazu: The No-Talents – Bad Story … Bad Movie, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.018

Roberto Costantini - Du bist das Böse (C. Bertelsmann, 2012)
Roberto Costantini – Du bist das Böse (C. Bertelsmann, 2012)

Gelesen: 03.11. – 19.11.2013 (Zeit nicht genommen), netto 568 Seiten.

Zufall oder nicht? Ich dachte am Ende das ich den italienischen Harry Hole kennengelernt habe. Keine Ahnung ob Roberto Costantini mit seinem Erstling (als Trilogie angelegt) auf die Erfolge von Nesbø oder Larsson abgezielt hat – aber beeindruckend ist das schon!

Der Anfang führt geschickt auf einen völlig falschen Gedankenlauf (wer mag schon sexsüchtige ex-Faschisten als Komissar?), aber es ist in einem epischen Roman eine ebensolche Rückblende. Geschickt wird Fußball als Bindeglied genommen (WM Titel 1982 und WM Titel 2006), dazu jede Menge Sozialkritik (Ausländer „Problem“, Vatikan „Problem“) und in Folge eine fast aberwitzige Jagd nach jemand, den es offensichtlich nicht gibt – denn alle haben echte Alibis. Wer bereit ist tief einzutauchen und sich auch schwierige Namen zu merken der kommt mit und wird am Ende ganz einfach überrascht. Im Kino wäre die Schlusssequenz vor der Pointe aber zu lang, auch im Buch wird das ganze ein wenig zu laaaaangsam ausgebreitet – dann aber hart und schnell beendet.

Schönes Ding, nette Erkenntnisse (alle sind „Dottore“) und stimmiger politischer Background einmal andersrum. Passt. Ich freu mich auf mehr!

Soundtrack dazu: Atarassia Group – was sonst?