Bücher, schnell gelesen: Teil 1.031

William Shaw - Abbey Road Murder Song (Suhrkamp, 2013)
William Shaw – Abbey Road Murder Song (Suhrkamp, 2013)

Gelesen: 26.01 – 02.02.2014 (Zeit nicht genommen), netto 466 Seiten.

Schönes setting, eigentlich. Die End-60er in London, die Beatles, die Groupies und Frauen, die in der Polizei Tee kochen aber keine  Polizeiautos fahren dürfen. Schade nur, das die Atmosphäre nicht so dicht rüber kommt wie beim “Red Riding Quartett” von David Peace. Schade auch das William Shaw am Ende übertreibt und dem ganzen, das für sich eine schöne Polizeistudie hätte sein können, noch eine Afrika-Moral Mütze aufsetzt – die Braut war so schon attraktiv, das war garnicht nötig!

Die Polizei ist in jedem Fall “kaputt” (Korrupt, schwer am Arsch und nicht mehr zur Zeit passend, den Korpsgeist über alles stellend) und die Polizisten incl. der Hauptperson DI Cathal Breen einfach fertig. Durch seine Kollegin Helen Tozer kommen ganz neue Aspekte in den Polizeialltag (und, leider vorhersehbar, in sein Privatleben). Das Buch ist immer dann gut, wenn es sich auf die Charakterstudien der Menschen konzentriert (und “Die Briten” anundfürsich entlarvt) und immer dann öde, wenn es den Biafrakolonialzeigefinger hebt.

Das ganze soll eine Serie werden,ich geb dem mal eine Chance.

Soundtrack dazu: The Vibrators, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 988

Elmore Leonard - Raylan (Suhrkamp Nova, 2013)
Elmore Leonard – Raylan (Suhrkamp Nova, 2013)

Gelesen: 25. – 26.05.2013 (Zeit nicht genommen), netto 301 Seiten.

Smart. Einfach nur smart. Wie bei allen Büchern von Elmore Leonard eine Storyline die der Leser sich sofort im Kino vorstellen kann, in diesem Fall leider falsch, da die Figur des US-Marshall’s Raylan Givens zuerst im TV verbraten wurde.

Das ganze sind 3 ineinander verwobene Geschichten bei denen es zuerst um eine coole Geschäftsidee (Ersatzteilhandel mit menschlichen Innereien), dann um die erbarmungslose US Kohleindustrie (die ganze Landstriche verwüstet) und am Ende um Pokern und Bluffen. Durch alle Geschichten hindurch ist der US-Marshall das verbindende Element und der coole Durchblicker.

Smart, voller Wortwitz und mit coolen Wendungen – bestes Kopfkino! Keine Ahnung warum manche Kritiker von “Gewaltexzessen” sabbeln, das ist alles ganz richtig so und zurecht Style.

Soundtrack dazu: Glenn Robinson, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 951

Frank Bill - Cold Hard Love (Suhrkamp, 2012)
Frank Bill – Cold Hard Love (Suhrkamp, 2012)

Gelesen: 16. – 20.10.2012 (Zeit nicht genommen), netto 259 Seiten.

Eigentlich ein Buch das in die Rotbuch Hard-Case-Crime Serie gehört. “Pulp” ist das wohl. Es ist eine Sammlung von kurzen Stories, alle irgendwie auch miteinander verzahnt, schön gewalttätig, böse und hundsgemein.

Aber – und das ist schade – auch irgendwie “mau”. An der Übersetzung kann es nicht liegen, Conny Lösch mach keine schlechten Übersetzungen. Punkt. Keine Ahnung wie die Geschichten enstanden sind, ob einzeln und ohne Plan des Zusammenfügens oder aber geplant als Mosaiksteine eines ganzen – irgendwie ist der “Flow” des ganzen nicht wirklich “cool”.

Aber – die Geschichten für sich sind teilweise großartig und die durchgeknallten Rednecks sind einfach total am Ende: Waffen, Meth und Gewalt bestimmen ihr Leben. Ab und an blitzt dann auch mal ein Grund für ihre Wut auf aber das bleibt alles ehr im Hintergrund.

In Summe: Lesbar, ausreichend gewalttätig aber keine Großtat!

Soundtrack dazu: Southern Culture on the Skids, was sonst?