Tag: Ullstein

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.485

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.485

    Jo Nesbø – ihr königreich (Ullstein, 2020)

    Gelesen: 27.10. – 03.11.2020, netto 579 Seiten

    Wenn dieses Buch von einem amerikanischen Autor geschrieben wäre, der Spielort die Appalachen wären und wenn die handelnden Personen ein wenig mehr Brutal und ein wenig mehr Inzüchtig wären …

    … dann wäre das ein großartiger Pulp Roman der bei Polar oder Pulp Master erscheinen könnte.

    Aber wir reden hier über Norwegen und wir reden über Jo Nesbø, dem Vater von Harry Hole. Und daher ist das ganze bei Ullstein herausgekommen und wird mit Sicherheit ein großer Erfolg.

    Und das zu Recht: Hier passt alles zusammen (nur das Cover der deutschen Ausgabe nicht, mal wieder) und hier arbeitet sich ein Autor der “Spannung” versteht und Spannung entlang von Personen aufbauen kann an einer klitzekleinen Geschichte ab: Der Liebe von zwei Brüdern zu einander und zu ihrer Familie. Und da ist kein Zentimeter Platz für andere.

    Und weil diese Nähe so groß ist, beschützt der große Bruder den kleinen – egal was passiert. Und so passiert es, das sich Auto um Auto an einem Berghang auf dem Weg zum Haus der Familie ansammelt. immer mit Leichen beladen.

    Und Nesbø pult sich immer tiefer in das Dorfleben: Intrigen, Freundschaften, Seilschaften, verschmähte Liebe, heimliche Liebe, Feindschaften, Hass. Zerstörung von Seelen. Zerstörung einer Dorfstruktur … getrieben durch die Gier nach Geld. Durch den Glauben an Geld.

    Ein großartiges Buch das auch mit großartigen Referenzen daherkommt:

    ( (c) Ullstein Verlag 2020)

    Und als Meister der Spannung legt Nesbø perfekte falsche Fährten, die auch einen geübten Krimi-Leser immer mal wieder in die falsche Richtung spekulieren lassen. Ganz großes Kopfkino!

    Wenn es nach mir geht wird das vom Regisseur von “Einer nach dem Anderen” verfilmt!

    Soundtrack: So Much Hate – Sinking, was sonst?

    PS: Ihr Königreich Os …

    PPS: Wie kann man das deutsche Cover nur so verkacken. Das Original passt so viel stimmiger…

    Jo Nesbø – Kongeriket (Aschehoug, 2020)

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.436

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.436

    Jo Nesbø - Messer (Ullstein, 2019)
    Jo Nesbø – Messer (Ullstein, 2019)

    Gelesen: 07. – 20.02.2020, netto 568 Seiten.

    Ja, das könnte das Ende der Harry Hole Serie sein. Bis Seite 484 zumindest. Aber dann taucht der von allen als Tod vermutete Harry Hole wieder in diesem Buch auf.

    Jo Nesbø hat angeblich einen kompletten Masterplan für Harry Hole, mit all seinen beruflichen und privaten Ups und Downs und er soll sich ziemlich genau an diesen Masterplan halten.

    In Messer haut es Harry aber so richtig aus der Bahn, am Ende ist er ziemlich sicher das er im Vollsuff seine Frau umgebracht hat und das ganze vertuschen wollte. Also bringt er sich um.

    Das Buch geht aber noch fast 100 Seiten weiter und daher kommen wir nicht in den Genuss eines Ende mit Schrecken. Mir hätte das gepasst.

    Aber Jo wäre nicht Jo, wenn er nicht einen Schrecken gegen einen anderen eintauscht. Und so wird Harry am Ende zum Mörder und würfelt mit dem Teufel um seine Zukunft, entweder Frau 1 und Oslo oder Frau 2 und Neuseeland. Der nächste Band wird uns zeigen wo er landet.

    Wie immer spannend, wie immer mit extrem guten falschen Fährten und wie immer mit einigen Überraschungen. Und, wie immer, mit cooler Musik, diesmal ganz viel Ramones.

    Nicht der stärkste Harry Hole (wie auch, er ist ein Alkoholwrack) aber an einigen Stellen extrem tief, extrem vielschichtig. Ein echter Harry Hole.

    nb: Eigentlich wäre es cool gewesen Harry einfach so dreckig, abgewrackt und als Mörder seiner Frau verschwinden zu lassen. Ich mag Bücher bzw. Filme wo Helden aufgebaut werden nur um im ersten Drittel zu sterben.

    Soundtrack dazu: Für Jo sicherlich Ramones – Rocket to Russia aber das geht ja nicht. Daher Øresus – Sjølmordskomplekser, was sonst?

    Und was sagt Jo?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.369

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.369

    Daniel Colve - Ragdoll (Ullstein, 2018)
    Daniel Colve – Ragdoll (Ullstein, 2018)

    Gelesen: 21.- 26.01.2019, netto 470 Seiten

    Das Buch steht schon länger im Rückstand und ich habe es immer wieder nach hinten sortiert. Hauptgrund dafür der Waschzettel auf der Rückseite und das Cover. Und warum habe ich es überhaupt gekauft? Natürlich wegen der Übersetzerin: Die wunderbare Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal) hat übersetzt.

    Und was habe ich bekommen? Eine perfekt und mit viel Street bzw. Cop Credibility erzählte Serialkiller Story mit einem großartigen Spannungsbogen. Und einer sensationell gemachten falschen Fährte, die am Ende auch den erfahrenen Krimi-Leser überrascht zurücklässt: Das Detail hatte auch ich übersehen.

    Wow. Das war überraschend! Härte, Tempo, Gewalt und viel Blut – alles da was ein guter Slasher braucht, dazu jede Menge Cop Alltag. Cool. Trotz der Drohung auf dem Umschlag freue ich mich auf mehr.

    Und verraten wird diesmal nix. Never.

    Soundtrack dazu: Crown Court – What are you going to do?, was sonst?

    PS: Vielleicht verrät ja Daniel Cole was…

    PPS: Warum der Ullstein Verlag ein derart schlecht passendes Cover mit einem Stock-Foto dafür genommen?

    Ist sowas nach der Haager Landkriegsordnung nicht geächtet?

    Das Original kommt so und passend zu Thema daher:

    Daniel Cole - Ragdoll (Orion Books, 2017)
    Daniel Cole – Ragdoll (Orion Books, 2017)

    Ich werde es glaube ich nie verstehen was das soll, ich kann es mir nur so erklären das entweder die Lektoren größenwahnsinnig sind oder aber die Lizenzkosten fürchten. Zum Kotzen!