Bücher, schnell gelesen, Teil 874

Jo Nesbø - Die Larve (Ullstein, 2011)
Jo Nesbø – Die Larve (Ullstein, 2011)

Gelesen: 31.10. – 07.11.2011 (Zeit nicht genommen), netto 554 Seiten

Ah, der gute alte Harry Hole ist wieder da. Eigentlich habe ich ihn nicht vermisst. Der „Step-out“ aus der Harry Hole Serie war mit „Headhunter“  eigentlich gelungen, die Rückkehr von Harry nach Oslo war also eigentlich nicht notwendig.

Die Geschichte wäre eigentlich langweilig bzw. eine Wiederholung (wenn auch auf gaaanz hohem Niveau) aller „alten“ Bücher wenn Jo nicht einen neuen Erzählstil eingefügt hätte. Im Grunde gibt es eine Geschichte aus 2 Perspektiven – und das wirklich gelungen bzw. die Storyline wird dadurch spannender.

Schön auch, das wieder sehr viel und sehr tief in der Art der Norweger herumgebohrt wird – ich erkenne viele Dinge wieder (ich war/bin beruflich öfter in Oslo). Am Ende gibt es noch einen eleganten Cliff-Hänger der für mich die Frage läßt ob die Harry Hole Serie damit am Ende ist. Wahrscheinlich auch Absicht, oder?

Fazit: Wer alle anderen gelesen hat muss dieses auch lesen. Als Einstiegsbuch in die Welt von Harry (wo ist das Joy Division T-Shirt?) ist es denkbar ungeeignet.

Soundtrack: Mission of Burma, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen, Teil 873

David Peace - Damned United (Heyne Hardcore, 2011)
David Peace - Damned United (Heyne Hardcore, 2011)

Gelesen: 23.10. – 32.10.2011 (Zeit nicht genommen), netto 499 Seiten.

Mein Lieblingskrimiautor aus England. Mit einem Fußballbuch. Und er bekommt das hin. Genauso wie seine Krimis. Er bekommt das hin. Fußball. Leeds United. Dreckiges Team. 70er in England. 70er in Yorkshire. England. Alles andere als Glory.

Das „Red Ridding Quartett“ (1974, 1977, 1980, 1983) ist eine großartige und verstörende Krimi-Reihe und für mich das Equivalent zu einem Kinofilm wo die Hälfte der Zuschauer den Saal verläßt weil der Film eben zu brutal und verstörend ist. Das gleiche erlebte ich als ich die 4 Bücher Freunden empfahl. Kaum einer schaffte es sie zu lesen. Zum einen ist die abgehackte und springenden Erzählweise wirklich schwer zu lesen und erfordert alle Konzentration, zum anderen ist es einfach „Harter Stoff“.

Damned United beschreibt Aufstieg und Fall von Brian Clough als Trainer – bevor er bei Nottingham Forest zu Legende wurde. Aber das wird hier nicht erzählt sondern im Fokus stehen seine nur 44 Tage als Manager (Vorsicht! Das war und ist in England eine Personalunion mit dem Trainer) von Leeds United. David Peace bekommt es hin die Verbissenheit und den Ehrgeiz von Clough nachzuzeichen und sein Scheitern an einem gewachsenen Team auf den Punkt zu bringen. Für jeden Trainer eine Pflichtlektüre!

Soundtrack: Slade, was sonst!

PS: Das Red Riffing Quartat wurde von der BBC meisterlich Verfilmt. Unbedingt angucken – es lief einmal zu später später Stunde im TV und war ein echtes Meisterstück!

Bücher, schnell gelesen, Teil 872

John Niven - Gott Bewahre (Heyne Hardcore, 2011)
John Niven - Gott Bewahre (Heyne Hardcore, 2011)

Gelesen: 15.10. – 23.10.2011 (Zeit nicht genommen), netto 387 Seiten.

Ach, herrlich. Nach dem Musik-biz Knaller „Kill your friends“ (das American Psycho der Musikindustrie) und dem Golf-biz Kracher „Coma“ (frei nach Morrisey) war John Niven die Welt ein wenig zu klein. Nicht weniger als der Castingshow-biz Shocker „Gott Bewahre“ (frei nach Neil Gaiman’s American Gods) mußte es sein. Läßt die Frage offen, wie das noch zu toppen sein wird, aber das ist John’s Problem – nicht das des Lesers!

Eine kleine, fiese, Parabel die Vordergründig auf die überbordende Casting-Show Szene (das Land ist dabei völlig austauschbar – hätte auch Jörg Juretzka in Deutschland schreiben können), am Ende gefühlt auf die durchgeknallten US Sicherheitsorgane und ganz am Ende mit einer klugen und nicht vorhergesehenen Wendung (eine großartige Alternative zu Matrix). Alleine wegen dem Schlußakkord eine Reise wert! Ich denke, ein ideales Verschenkbuch! Soundtrack: Me First and The Gimme Gimmes.