Bücher, schnell gelesen: Teil 1.120

Ross Thomas - Der Messingdeal (Alexander Verlag, 2015)
Ross Thomas – Der Messingdeal (Alexander Verlag, 2015)

Gelesen: 08. – 13.08.2015, netto 263 Seiten.

Ross Thomas. Einfach eine coole Sau. Und wie bei allen seinen Büchern wirkt das heute ein wenig aus der Zeit gefallen. Aber das erhöht lediglich den coolness factor.

Der Messingdeal” ist von 1969 und damit sind sowohl die Hintergründe (Ausplünderung von ehemaligen Kolonien, Sezessionen in afrikanischen Ländern) als auch Teile des Settings (“Neger” mit Drogenproblemen, korrupte Bullen) typisch für ihre Zeit und wirken heute fast schon unwirklich.

Die Geschichte ist flott, der Held ein Held, die Arbeit erst locker, dann schwer und dann gefährlich. Alles ein wunderbares Sittengemälde von den US of A in den späten 60ern und von Washington DC im speziellen.

Und, Bonus!, kein Happy End am Ende. Das ist klug und richtig. Ross Thomas eben.

Soundtrack dazu: Untouchables, was sonst?

PS: Im Original hat Ross Thomas das als “Oliver Beek” geschrieben und das Cover ist großartig…

Oliver Beek - The Brass Go-Between (Morrow, 1969)
Oliver Beek – The Brass Go-Between (Morrow, 1969)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.038

Ross Thomas - Fette Ernte (Alexander Verlag, 2014)
Ross Thomas – Fette Ernte (Alexander Verlag, 2014)

Gelesen: 23. – 29.03.2014, netto 326 Seiten.

Die Nachbemerkung des Übersetzters ist fast noch spannender als das Buch: Die erste deutsche Version erschien 1975 und wurde aus rein praktischen Erwägungen (Die gelbe Ullstein-Krimi-Serie drufte nie mehr als 8 Bögen, also 8×16 = 128 Seiten lang sein) bis zur Entstellung gekürzt. Das war mit Sicherheit kein Geniestreich!

“Fette Ernte” spielt wieder im Politkbetrieb von Washington DC – wie immer verbirgt Ross Thomas etliche Wahrheiten über die US of A hinter einer kleinen Krimigeschichte. Das ist spannend, handwerklich einfach gut und sehr lehrreich. Lustig dazu auch. Und falsche Fährten legen nicht nur die Protagonisten sondern auch der Autor. Und das macht die Sache dann zu einem echten Lesevergnügen, wenn auch “altbacken”. Aber, herje, der Autor war Jahrgang 1926 und das Buch ist von 1974. Das wirkt heute ebenso als wenn man das WM-Endspiel von 1974 sieht und sich wundert das alles so “langsam” ist. Schönes Buch, schöne Serie – solide Verlagskunst!

Soundtrack dazu: The Slickee Boys, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.020

Ross Thomas - Dämmerung in Mac's Place (Alexander Verlag, 2013)
Ross Thomas – Dämmerung in Mac’s Place (Alexander Verlag, 2013)

Gelesen: 25.11. – 30.11.2013 (Zeit nicht genommen), netto 385 Seiten.

Ein paar Jährchen weiter und Ross Thomas ist mit seinen Helden McCorkle und Padillo bei CIA, Contras und Oliver North angekommen – der richtige Backdrop um eine weiter Lehrstunde in US of A Politik,  Geheimdiensten und DC zu starten. Wie alle Bücher von Ross Thomas eine kluge, behutsame und unangestrengte Story – dazu kommen klare und scharfe Dialoge. Einfach gutes Handwerk das eine spannende Story raushaut.

Diesmal ist Freundschaft, Liebe, Betrug und die große Angst der CIA das ihre “nassen” Geschäfte in Übersee bekannt werden. Das ganze wird aber nicht marktschreierisch sondern ganz cool dargeboten, dazu ein paar falsche Fährten und eine Trauergemeinde die Person für Person dezimiert wird. Und am Ende – natürlich – eine doppelte Rochade. Cool!

Soundtrack dazu: Minor Threat, was sonst?