Bücher, schnell gelesen: Teil 1.156

Jo Walton - Der Tag der Lerche (Golkonda Verlag, 2015)
Jo Walton – Der Tag der Lerche (Golkonda Verlag, 2015)

Gelesen: 25. – 31.01.2016, netto 284 Seiten.

Und weiter geht die alternative Geschichtsschreibung: England nähert sich immer weiter an Deutschland an, verfolgt Juden, Kommunisten und Homosexuelle (ein geschickt eingewobenes Thema schon im ersten Band, im zweiten Band wird das ganze noch realer) und lädt Hitler zum Staatsbesuch.

Wieder ist das eine Geschichte mit zwei Erzählfäden, diesmal eine junge adelige Schauspielerin die versucht mit einer Bombe Hitler und den Englischen Premier zu töten (als „Ich“ Strang) sowie die Geschichte über Inspektor Carmichael, der nach dem ersten Band jetzt seinen Chefs und den Strippenziehern mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist. Das ganze hat ein wenig mehr Fahrt, aber immer noch einen großen Detailreichtum und ist leidlich spannend – am Ende sogar ziemlich.

Und mit einem großartigen Cliffhänger für Band 3, „Das Jahr des Falken“ erscheint 2016.

Soundtrack dazu: Dirty Revolution, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.155

Jo Walton - Die Stunde der Rotkehlchen (Golkonda Verlag. 2014)
Jo Walton – Die Stunde der Rotkehlchen (Golkonda Verlag. 2014)

Gelesen: 17. – 24.01.2016, netto 280 Seiten.

Ich mag ja Bücher mit etwas verschobener Realität oder aber alternativen Geschichtsverläufen, vor allem wenn diese konsequent und und inhaltlich sinnvoll daherkommt.

Jo Walton hat sowas versucht und einigermaßen cool hinbekommen. Die Serie um den Scotland Yard Inspektor Carmichael nimmt ein das England im Jahre 1949 ins Auge – ein England das Frieden mit Hitler geschlossen hat und Deutschland auf dem Kontinent und gegen die Russen gewähren lässt (und die US of A sind nie in den Krieg eingetreten, sie verfolgen die Allianz mit dem japanischen Kaiserreich). Gutes setting, elegant im Buch eingeführt.

Das Buch enthält einen Faden, dabei wird die Geschichte entweder aus der Sicht einer jungen Adeligen erzählt die mit einem Juden verheiratet ist (und Juden haben auch in England einen schweren Stand), zum andere wird über Inspektor Carmichael erzählt. Beide Perspektiven sind dabei in unterschiedlichen Stilen erzählt, so das die lange, detaillierte und  sorgfältige Geschichte ehr langatmig daherkommt. Aber immer schlüssig in ihren Bildern.

Für Freunde des „alten“ englischen Polizeiromanes würde ich sagen. Aber kein schlechter Start!

Soundtrack dazu: Tenpole Tudor, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.154

Joe R. Lansdale - Mucho Mojo (Golkonda, 2015)
Joe R. Lansdale – Mucho Mojo (Golkonda, 2015)

Gelesen: 14. – 16.01.2016, netto 262 Seiten.

So, das ist erstmal der letzte Joe R. Lansdale Roman – ich glaube damit habe ich seine in deutsch verlegten Bücher durch. Irgendwo entlang des Weges habe ich „Synthese aus ironischer Gesellschaftskritik und Splatterpunk“ als Zusammenfassung des Œuvre von Joe aufgeschnappt – naja, das passt so halb stimmt aber in Summe. Es geht „hart und herzlich“ zu und wenn man das große ganze in jedem Buch betrachtet dann ist da ein gerüttet Maß an Gesellschaftskritik dabei. Einfach schöne Bücher! Lesen!

In Mucho Mojo, einem der ersten Hap & Leonhard Romane, konstatieren wir ein geerbtes Messie Haus (mit einer Kinderleiche und einem Crackhaus nebenan) und das ist natürlich Ansporn für die beiden Heißsporne sowohl das warum der Kinderleiche aufzudecken als auch die die Dealer im Crackhaus zu vermöbeln und ihre Bude auf die Grundmauern abzubrennen. Dazu ein wenig unglückliche Liebe und ein wenig Kirchenkritik.

Das ganze extrem flott und immer mit einem coolen Spruch. So cool, das es eigentlich wie immer daneben geht. Einfach klasse, macht total Laune!

Soundtrack dazu: Reverend Horton Heat – was sonst?