Tag: suhrkamp

  • Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Johannes Groschupf – Berlin Heat (Suhrkamp, 2022)

    Gelesen: 11. – 12.06.2026 (netto 247 Seiten)

    Damn, bei Johannes Groschupf bin ich bei Buch 3/4 eingestiegen, hab mich vorwärts gearbeitet und jetzt geht es ganz konsequent rückwärts: Berlin Heat ist Buch 2, es fehlt jetzt noch Berlin Prepper als erster Band seiner Berlin Krimis.

    Tom ist der Anti-Held in diesem Buch, konsequent stolpert er fremdbestimmt durch ein durch und durch wurstgiges Leben:

    Er ist Dienstleister für das auswärtige Partyvolk das a) eine Unterkunft brauch und b) die Hotspots finden möchte. Und c) natürlich Drogen. Alles mehr oder weniger Illegal, die Wohnungen sind nicht seine, Steuern zahlt er ehr auch nicht und Einnahme = Gewinn bzw. Verlust.

    Denn Tom ist spielsüchtig und hat bei einer Kiezgröße Schulden. 12.000 Euro. Und die sind fällig.

    Und so wurschtelt sich Tom von Katastrophe zu Katastrophe, verdoppelt die Katastrophe noch dadurch das er in eine gefakte Entführung eines AfD-Politikers gerät, seinen Vater (ex-DDR Bulle) mit Reinzieht und am Ende …

    … seine große Liebe Marla verkackt, bei einem Rotlicht-Mord dabei ist, sich an einem rechten Spinner verbrennt (der in Berlin um sich ballert um die Regierung zu stützen und sich am Ende über dem Führerbunker abfackelt) und schlußendlich bei Romina Winter (der coolsten Polizistin Berlins) unterschlüpft.

    Als Dienstleister für ihre Bedürfnisse.

    Wow, eine wunderbare Screw-Ball-Commedy mit einem Looser der sich immer wieder tiefer in die Scheiße gräbt. Mit ordentlich Gewalt, ordentlich Post-Corona AfD Schwachfug und extrem losen Mundwerk von allen Beteiligten.

    Und das ist noch nicht verfilmt worden? Unfassbar. Das ist soooo gut!

    Soundtrack dazu: PVC – Going Down, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.811

    Bücher, schnell gelesen: 1.811

    Lavie Tidhar – Adama (Suhrkamp, 2025)

    Gelesen: 19. – 26.01.2026 (netto 416 Seiten)

    Aus dem Englischen von der wunderbaren Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal).

    Nach dem ersten Buch von Lavie Tidhar bat ich um mehr – hier ist “mehr”. Und, tja, die Qualität von Maror hat das nicht. Leider.

    Das Buch beginnt mit dem Tod (dem Ende) und endet mit dem … Anfang. Dazwischen gibt es ein hin und her zwischen den Jahren und die Familiengeschichte von Ruth. Von 1945 bis 2009. Von Israel nach Amerika.

    Vom Kampf gegen die Briten, vom Kampf gegen die Araber und vom Kampf darum, den Kibbuz aufzubauen und zu erhalten.

    Eine Geschichte, die den Frauen nachspürt und ihnen eine Rolle im werden des modernen Israels gibt. Und dieses moderne Israel ist durchaus unter dem Druck von Gewalt, Korruption und, ja, Verbrechen entstanden. Und tapfere Frauen (Ruth ist vor den Nazis aus Ungarn nach Palestina geflüchtet) haben es mitgeformt.

    Im Gegensatz zu Maror gibt es weniger Gewalt, aber wenn – dann ist sie brutal. Sei es die Gewalt von Gangstern oder die Gewalt der Israelischen Armee. Oder des Wiederstandes gegen die Briten.

    Tatsächlich scheint der Antrieb immer wieder “alles für den Kibbuz” zu sein und dabei gehen die Kibbuzim auch mal eben über Gesetze hinweg. Oder killen.

    So richtig gefesselt hat mich das Buch aber leider nicht, ich glaube das lag hauptsächlich an der fehlenden Chronologie.

    Beide Bücher zusammen sind aber schon ein Brett, ich glaube es gibt da auch noch einen dritten Band. Ich werde ihn auf jeden Fall auch lesen.

    Soundtrack dazu: Proton Packs – Mission For The Earth, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.796

    Bücher, schnell gelesen: 1.796

    Candice Fox – Devil’s Kitchen (Suhrkamp, 2025)

    Gelesen: 05. – 11.11.2025 (netto 422 Seiten)

    Aus dem australischen Englisch von Andrea O’Brien.

    Das sind schon packende Bücher, die Candice Fox so schreibt. Ihre letzten Bücher spielen alle in Amerika und sind durchweg Einzelstücke. Diesmal ist sie in NYC zugange und packt sich dortige Helden (um sie schön zu zerlegen).

    Die New Yorker Feuerwehrleute sind seit 9/11 Helden und kommen mit vielen Dingen durch. Ein Truppe, die Crew von Fire Engine 99, treibt es dabei etwas wilder: Feuer werden gelegt um sie zu löschen. Und nebenbei im Brand- und Löschchaos Banken, Juweliere und andere Gelegenheiten auszunehmen.

    Ben gehört zum Team und kommt damit gut klar, zumal er frisch verliebt ist: Luna und ihren Sohn Gabriel hat er bei einem Einsatz kennengelernt. Aber dann sind sie auf einmal verschwunden und er hat Angst das seine Kumpel sie um die Ecke gebracht haben. Weil er Luna zuviel erzählt hat.

    Und das bringt ihn dazu sich der Polzei anzuvertrauen. Die hat aber keinen Bock darauf die Feuerwehrhelden dranzubekommen und gibt das ganze an das FBI. Dort landet der Fall bei Tim Newler, der sich – typisch das aktuelle Amerika – privater Ermittler bedient um seine Fälle schnell und unbürokratisch zu lösen.

    Und das bringt Andrea „Andy“ Nearland, eine Spezialistin für verdeckte Ermittlungen und das “einschleichen” in Verbrecherbanden in das Leben von Ben. Und in das Team von Fire Engine 99.

    Und dann dreht Candice Fox (mal wieder) so richtig auf: Tempo, Härte und eine weibliche Heldin die doppelt so hart drauf ist wie die Männer der Feuerwehr. Die viel mehr ab kann. Die im Leben viel mehr erlebt und ertragen hat.

    Die Spannung wird wunderbar hoch gehalten (ist Andy aufgefolgen?) und steigt immer weiter an. Ebenso wie das Tempo zunimmt. Und das Chaos. Mann spürt förmlich, wie das eingespielte Team von Fire Engine 99 auseinanderbricht.

    Am Ende? Kein Happy End. Zumindest nicht für Ben, nicht für seine Feuerwehrkollegen und nicht für Tim. Aber für Andy, die eigentlich Dahlia heißt. Und sich endgültig selbstständig macht.

    Schon cooler Scheiß!

    Soundtrack dazu: BRUT – Fire and Violence, was sonst?

    PS: Und Candice so?

    PPS: Und der Sound von Fire Engine 99?