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  • Bücher, schnell gelesen: 1.846

    Bücher, schnell gelesen: 1.846

    Helena Falke – Noch Fünf Tage (Suhrkamp, 2026)

    Gelesen: 23. – 30.06.2026 (netto 295 Seiten)

    Ups, ein Thriller laut Umschlag aber in Wirklichkeit ein ziemlich kluges Buch über das Sterben. Und was in so einem Fall eigentlich wirklich zählt. Über das Verneinen und Akzeptieren.

    Und über das Loslassen.

    Beifang ist eine Kriminalfall: Die Milliardärsfamilie Harman wurde in Davos vergiftet. 4 Tote. Unternehmer, Gattin, zwei Kinder. Und die exklusive Spitzenköchin, die bei den Harmans angestellt war, kommt mit dem Leben davon. Da aber auch sie Kontakt mit dem Gift hatte und das Gift sich als Polonium-210 herausstellt, hat sie nur noch ziemlich genau 5 Tage zu leben.

    Lis Castrop ist die Köchin, liegt jetzt in einem Luxushospiz und will unbedingt herausfinden was passiert ist, bevor sie stirbt (eine Tatsache, die sie 4 Tage lang verneint). Betreut von der Krankenschwester Esme erzählt sie sich durch ihr Leben und sucht … nach dem Mörder. Oder der Mörderin.

    Die unbedingte Tatsache, das die Heldin des Buches sterben wird, macht das ganze spannend. Wie weit kommt sie? Was aus der Vergangenheit spielt eine Rolle. Was wird in einer Zukunft ohne sie eine Rolle spielen?

    Und neben dieser Suche erfährt der Leser dann noch ordentlich was über die Sterneküche, das Leben einer Milliardärsfamililie und ihres Wirkens (im guten wie im schlechten) und über Wahrheit, Zufall und Schuld. Und Liebe.

    Und Champagner.

    ( (c) Suhrkamp, 2026)

    Am Anfang tat ich mich schwer, am Ende war es dann doch spannend und … eine sehr würdevolle Geschichte.

    Weniger Krimi, mehr Lehrstunde über das Sterben. Und das werden wir alle.

    Soundtrack dazu: Chin Chin – Dead Life, was sonst?

    PS: Tax the rich!

  • Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Kim Koplin – Die Guten Und Die Toten (Suhrkamp, 2023)

    Gelesen: 17. – 18.06.2026 (netto 248 Seiten)

    Und nochmal Berlin. Balin, Balin, wir scheesen of Balin, wa?

    Wieder ein sportliche Polizistin, wieder ordentlich Gewalt und – im Gegensatz zu Hope Joanna – ziemlich viele blutige Tode. Kommissarin Nihal Khigarian schliddert dabei in eine Sache, die ein ordentliches Stück zu groß ist. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille ist aber ebenso groß, daher nimmt sie es damit auf.

    Ein zugekokster Staatssekretär baut mit seinem Wagen einen Unfall. An Bord ein junges Escort-Model, im Kofferraum eine Leiche. Und mit Mega-Ego und Art 46 GG ausgestattet. Den er zu seinem Pech aber nicht verstanden hat.

    Der Leser hat schon vorher verstanden, das er einen windigen Waffendeal zwischen einem deutschen Waffenhändler und Saudi-Arabien vermittelt hat und Millionen dafür in seine Richtung fließen.

    Quer kommt ihm aber nicht die Leiche, sondern im Prinzip der Flüchtling Saad (der durch Zufall auch in Nihal reingestolpert ist). Nachdem Nihal, Saad und der Staatssekretär auf dem Spielfeld platziert sind, geht die wilde Hatz los:

    Saad ist zwar Flüchtling aber kein Syrer (sondern ein vor der Drogenmafia aus Marseille geflüchteter Profi), Nihal verliert beinahe ihren Job da ihr Bruder mit ihrer Dienstwaffe einen Überfall begeht und der Staatssekretär ist so nervig, das er natürlich das ganze nicht überlebt.

    An einigen Stellen vorhersehbar aber immer spannend und mit ordentlich Tempo. Und einigen interessanten Tötungsarten. Nihals Bruder kommt in den Knast, es gibt noch mehr Tote und am Ende flieht Nihal mit Saad und dessen Tochter Richtung Hamburg.

    Eine echt interessante Story die immer wieder Vergangenheit vs. Zukunft gegenüberstellt und dabei ohne groß zu Fragen den moralischen Kompass der handelnden in dem Mittelpunkt rückt.

    Inzwischen gibt es da eine Fortsetzung. Cool, kommst demnächst dran.

    Soundtrack dazu: Kamikaze Queens – Automatic Life, was sonst?

    PS: Und Kim Koplin? Gibts garnicht…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Bücher, schnell gelesen: 1.841

    Johannes Groschupf – Berlin Heat (Suhrkamp, 2022)

    Gelesen: 11. – 12.06.2026 (netto 247 Seiten)

    Damn, bei Johannes Groschupf bin ich bei Buch 3/4 eingestiegen, hab mich vorwärts gearbeitet und jetzt geht es ganz konsequent rückwärts: Berlin Heat ist Buch 2, es fehlt jetzt noch Berlin Prepper als erster Band seiner Berlin Krimis.

    Tom ist der Anti-Held in diesem Buch, konsequent stolpert er fremdbestimmt durch ein durch und durch wurstgiges Leben:

    Er ist Dienstleister für das auswärtige Partyvolk das a) eine Unterkunft brauch und b) die Hotspots finden möchte. Und c) natürlich Drogen. Alles mehr oder weniger Illegal, die Wohnungen sind nicht seine, Steuern zahlt er ehr auch nicht und Einnahme = Gewinn bzw. Verlust.

    Denn Tom ist spielsüchtig und hat bei einer Kiezgröße Schulden. 12.000 Euro. Und die sind fällig.

    Und so wurschtelt sich Tom von Katastrophe zu Katastrophe, verdoppelt die Katastrophe noch dadurch das er in eine gefakte Entführung eines AfD-Politikers gerät, seinen Vater (ex-DDR Bulle) mit Reinzieht und am Ende …

    … seine große Liebe Marla verkackt, bei einem Rotlicht-Mord dabei ist, sich an einem rechten Spinner verbrennt (der in Berlin um sich ballert um die Regierung zu stützen und sich am Ende über dem Führerbunker abfackelt) und schlußendlich bei Romina Winter (der coolsten Polizistin Berlins) unterschlüpft.

    Als Dienstleister für ihre Bedürfnisse.

    Wow, eine wunderbare Screw-Ball-Commedy mit einem Looser der sich immer wieder tiefer in die Scheiße gräbt. Mit ordentlich Gewalt, ordentlich Post-Corona AfD Schwachfug und extrem losen Mundwerk von allen Beteiligten.

    Und das ist noch nicht verfilmt worden? Unfassbar. Das ist soooo gut!

    Soundtrack dazu: PVC – Going Down, was sonst?