Bücher, schnell gelesen: Teil 1.355

Olivier Le Carrer - Atlas of Cursed Placed (Black Dog & Leventhal Publishers, 2015)
Olivier Le Carrer – Atlas of Cursed Placed (Black Dog & Leventhal Publishers, 2015)

Gelesen: 15. – 17.11.2018, netto 134 Seiten (in Englisch, keine Ahnung ob es eine Deutsche Übersetzung gibt).

Ein Buch mehr zum stöbern als zum Lesen. Einige cursed places sind keine Überraschung, andere schon. Aber leider sind weder die Beitexte noch die Landkarten wirklich spannend oder künstlerisch Hochwertig gemacht – schade.

Kein Highlight, aber auch kein Buch was wegkommt. Ehr was zum hinlegen, aufschlagen und überraschen.

Soundtrack dazu: Doberman Cult – Cursed to be …, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.354

Joe R. Lansdale - Bissige Biester (Golkonda Verlag, 2018)
Joe R. Lansdale – Bissige Biester (Golkonda Verlag, 2018)

Gelesen: 12. – 15.11.2018, netto 262 Seiten

Der 12te Teil der Hap&Leonard Serie, der 10te Band für mich. Echt kompliziert wenn das über die Jahre in wirrer Reihenfolge bei verschieden Verlagen raus gekommen ist. Zum Glück hat sich ja der Golkonda Verlag der Sache angenommen – da kommen sie zeitnah raus: Das Buch ist im Original von 2017, also ist eine deutsche Version in 2018 schön aktuell.

Gnadenlos wird in diesem Buch der Alltagsrassismus in den US of A seziert, allerdings auf die Hap & Leonard Art. Und da kommen sowohl die einen (korrupte weiße Cops) und auch die anderen (schwarze Drogenhändler) nicht gut weg bzw. kommen nur mit einem Schaden davon. Aber weder die rotzige Gewaltätigkeit von Hap & Leonard ist das eigentlich lustige sondern die großartigen „Nebendarsteller“, hier vor allem eine 400 Jahre alte Vampir-Zwergin. Und es sind diese kleinen Nebenrollen, die das Buch so klasse machen!

Und ein Buch in dem der Held in eine Bar pinkelt (weil der Besitzer ihm nicht erlaubt aufs Klo zu gehen) ist per se großartig!

Mehr! Mehr! Mehr!

Soundtrack dazu: Satan’s Pilgrims – Vampiro, was sonst? OK, Iron Reagan geht auch!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.353

James Carlos Blake - Das Böse im Blut (Heyne Hardcore, 2015)
James Carlos Blake – Das Böse im Blut (Heyne Hardcore, 2015)

Gelesen: 03. – 12.11.2018, netto 439 Seiten

Kein Krimi, ehr ein Zwitter: Entweder die Geschichte zweier Brüder, die den Westen erobern wollen und auf zwei Seiten der Geschichte landen. Oder aber ein Geschichtsuntericht, unter welchen Umständen sich die US of A den westlichen Teil von Texas und die heutigen Staaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, New Mexico und Wyoming unter den Nagel gerissen haben.

Face value haben die US of A dafür damals 15 Mio $ bezahlt, in Wahrheit war es ein endloses Morden, Schlachten und Sterben.

Fun Fact:

Sobald Taylors Armee den Rio Grande erreicht hatte, begannen Soldaten zu desertieren und über den Rio Grande zu fliehen. Dies wird oft auf Ermunterung durch die Mexikaner zurückgeführt, hatte seinen Grund aber eher in der Fluchtmöglichkeit auf feindliches Gebiet. 

Der Dienst in der Armee war beschwerlich, sozial nicht hoch angesehen und schlecht bezahlt. 
Insgesamt verloren die Vereinigten Staaten 12.876 Mann, 11.155 davon durch Krankheiten.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mexikanisch-Amerikanischer_Krieg

Und in dieser Welt landen Edward und John Little auf der Suche nach Land in Texas, nachdem ihre Familie in Florida aufgrund einer durchgeknallten Mutter und einem gewalttätigen Vater implodiert ist. Und geschult durch Gewalt, ziehen sie eine Spur der Gewalt mit sich nach Westen, ehe sie getrennt werden und jeweils noch größerer Gewalt unterliegen.

Alles in diesem Buch ist real, realistisch und verdammt dreckig: Sterben ist dreckig. Töten ist dreckig. Überlegen kostet dich alles. Und du bist bereit den Preis zu bezahlen. Und einen geraden Weg, den gibt es nicht. Nur Zufälle die dich in eine Richtung schubsen.

John wird Soldat der US Armee und zieht gegen Mexiko in den Krieg, nur um bei der ersten Gelegenheit zu desertieren und Teil der mexikanischen Armee zu werden. Edward wird Bandit und überfällt alles in Texas, was sich nicht zu verteidigen weiß. Vor allem aber Indianer, da es für jeden Skalp Geld gibt. Nur um am Ende mit seiner Banditentruppe bei der US Armee zu landen, weil sie sich in der Gegend nun mal besser auskennen und das Morden einfach so nebenbei erledigen.

In einem großen Finale (das entlang echter historischer Ereignisse erzählt wird) treffen beide in einer blutigen Schlacht aufeinander. Am Ende wird der eine Bruder den anderen beerdigen und damit alle Hoffnung fahren lassen.

Eine großartige Geschichte die mit jedem edlen Western Klischee aufräumt. „The Birth of a Nation is a bloody gory exercise“ hat mal jemand gesagt, hier ist der Leser live dabei.

Nichts für zarte Seelen, die an das Gute glauben.

Menschen werden erschossen, erschlagen, erstochen, kastriert, ausgeweidet, gepfählt, lebendig gehäutet, erhängt, skalpiert, gevierteilt, geopfert und in die Luft gesprengt. Die sexuellen Perversionen reichen von Vergewaltigung und Inzest zu Sodomie und Nekrophilie.

Soundtrack dazu: Hola Ghost – Mexico, was sonst?