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  • Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Kim Koplin – Die Guten Und Die Toten (Suhrkamp, 2023)

    Gelesen: 17. – 18.06.2026 (netto 248 Seiten)

    Und nochmal Berlin. Balin, Balin, wir scheesen of Balin, wa?

    Wieder ein sportliche Polizistin, wieder ordentlich Gewalt und – im Gegensatz zu Hope Joanna – ziemlich viele blutige Tode. Kommissarin Nihal Khigarian schliddert dabei in eine Sache, die ein ordentliches Stück zu groß ist. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille ist aber ebenso groß, daher nimmt sie es damit auf.

    Ein zugekokster Staatssekretär baut mit seinem Wagen einen Unfall. An Bord ein junges Escort-Model, im Kofferraum eine Leiche. Und mit Mega-Ego und Art 46 GG ausgestattet. Den er zu seinem Pech aber nicht verstanden hat.

    Der Leser hat schon vorher verstanden, das er einen windigen Waffendeal zwischen einem deutschen Waffenhändler und Saudi-Arabien vermittelt hat und Millionen dafür in seine Richtung fließen.

    Quer kommt ihm aber nicht die Leiche, sondern im Prinzip der Flüchtling Saad (der durch Zufall auch in Nihal reingestolpert ist). Nachdem Nihal, Saad und der Staatssekretär auf dem Spielfeld platziert sind, geht die wilde Hatz los:

    Saad ist zwar Flüchtling aber kein Syrer (sondern ein vor der Drogenmafia aus Marseille geflüchteter Profi), Nihal verliert beinahe ihren Job da ihr Bruder mit ihrer Dienstwaffe einen Überfall begeht und der Staatssekretär ist so nervig, das er natürlich das ganze nicht überlebt.

    An einigen Stellen vorhersehbar aber immer spannend und mit ordentlich Tempo. Und einigen interessanten Tötungsarten. Nihals Bruder kommt in den Knast, es gibt noch mehr Tote und am Ende flieht Nihal mit Saad und dessen Tochter Richtung Hamburg.

    Eine echt interessante Story die immer wieder Vergangenheit vs. Zukunft gegenüberstellt und dabei ohne groß zu Fragen den moralischen Kompass der handelnden in dem Mittelpunkt rückt.

    Inzwischen gibt es da eine Fortsetzung. Cool, kommst demnächst dran.

    Soundtrack dazu: Kamikaze Queens – Automatic Life, was sonst?

    PS: Und Kim Koplin? Gibts garnicht…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.843

    Bücher, schnell gelesen: 1.843

    S.W. Lauden – Forbidden Beat (Rare Bird Books, 2022)

    Gelesen: 15. – 16.06.2026 (netto 211 Seiten)

    Auf Englisch gelesen, wird wohl ehr nicht in Deutsch erscheinen.

    Perspektivwechsel – Drummer sind ja immer so eine Sache: Das sie das ganze irgendwie mit ihrem sprichwörtlichen Beat zusammenhalten ist mir schon klar, aber sie sind immer “da hinten” irgendwie verschwunden und bei den meisten Konzerten, die ich sehe, sind sie ehr nicht auf einem Podest.

    Und haben angeblich einen Hau.

    Dennoch haben guck ich bei Konzerten ziemlich oft auf die Drummer, weil sie meistens die Stücke einzählen und die Breaks setzen. Bei einer Band die hand-in-glove eingespielt ist, sind das oft perfekte Momente in einem Set.

    Diese kleine (aber feine) Buch spürt dabei nicht nur Stories über und von Drummern nach sondern auch der Geschichte des typischen Punk Beats.

    Und die beginnt mit John Maher, der ersten Buzzcocks LP und dem A3 Stück:

    Welcome D-Beat!

    Das Buch war für mich dann spannend, wenn (meist sehr liebevoll) über Schlagzeuger erzählt wird. Und zwischendrin ehr langweilig, wenn Schlagzeuger über ihre Einflüsse berichten.

    Meine Top Drummer sind easy zu finden, sie kommen eh mehrfach vor: Natürlich Bill Stevenson (aus allen möglichen Gründen als “allerbester”) und Chuck Biscuits (das genialste Konzert eines Drummers das ich in all den Jahren gesehen habe, das erste Social Distortion Konzert in der Markthalle – muss eigentlich so 1995 gewesen sein – niemals wieder hat ein Drummer so genial eine Band durch den Set geprügelt).

    Daneben: All die weiblichen Drummer die mich immer wieder überrascht haben – zB Rosie Gonce (toyGuitar). Und Bands wie die Outcasts, die es mit zwei Drummern schaffen cooleste Songs zu bringen.

    Soundtrack dazu: Van Dammes – Punk Rock Drummer, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.842

    Bücher, schnell gelesen: 1.842

    Horst Evers – Hope Joanna (Rowohlt Berlin, 2026)

    Gelesen: 13. – 14.06.2026 (netto 311 Seiten)

    Nochmal Berlin und … ein Krimi der eindeutig auf Spaß aus ist. Und tatsächlich auch Spaß macht.

    Genauso wie zB Jörg Juretzka bringt Horst Evers Speed, ein wenig Härte und Irrsinn in ein ganz wunderbares Szenario: Berlin, unregierbar, nicht kontrollierbar und immer ein wenig Over The Top.

    Wo sonst retten 1m90 große Zwerge Union Berlin Fans und einen leitenden Polizeidirektor vor mit Führerelexier vergiftetem Freibier? Und wo sonst gewinnt Union gegen den FC Bayern im Kampf um die Meisterschaft?

    Heldin Hope Joanna (Komissarin, ex-Olympiateilnehmerin im Takewondo) kämpft dabei gegen Reichsbürger, Alt- und Neu-Nazis, rechte Esoterik Spinner, einen Geheimorden der echte Wunderartefakte ausliefert, Influenzerwahn und eine machtbewußte Innensentorin.

    Auf ihrer Seite Streifenhörnchen “Zeke” Neuendorf, Kommisaranwärterin Siri Yüzel (Siri dabei ohne “”), ein Union Stürmer ohne Führerschein und eine Gruppe Alter Damen, die kein Bock auf neue Nazis haben.

    Plakativ? Ja! Mordern? Ja! Manchmal völlig Irre? Ja! Ja!

    Dit is Berlin, wa?

    Perfekt Unterhaltung, klar, dabei ein wenig seicht aber mit genug Finger in genug Wunden.

    Und echt lustig!

    Soundtrack dazu: Gulag Beach – There Is No Hope, was sonst?

    PS: Horst über Berlin…