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  • Bücher, schnell gelesen: 1.657

    Bücher, schnell gelesen: 1.657

    William McIlvanney – Laidlaw (Kunstmann, 2014)

    Gelesen: 27. – 28.08.2023 (netto 298 Seiten).

    Aus dem Englischen von Conny Lösch.

    Keine Ahnung warum ich die Laidlaw Trilogy so lange hab links liegen lassen.

    Immerhin übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch (ein Qualitätsmerkmal) und immerhin ist der erste Band (von 1977, eben dieser) laut vieler Experten die Geburtsstunde des Tartan Noire.

    McIlvanney isn't a crime writer per se; he's also written literary novels, short stories, essays and poetry since the 60s. But he did happen to write three crime novels, starting with Laidlaw in 1977, that acted as a hard-bitten blueprint for all Scottish crime fiction to come, inspiring a generation of writers to take on the genre in his wake.
    

    Stand heute (31.08.) hab ich zwei der drei Bände gelesen und ja, das ist sowas wie der Ursauerteig. Glasgow, Crime, Hard-Boiled und als icing oben drauf: Menschlich.

    Detective Inspector Laidlaw ist anders als die harten Bullen von Glasgow, er sieht immer den Menschen: Im Opfer, im Täter. Und er spürt den Fällen nach, er reagiert … sensibel.

    Seine Klientel ist das nicht: Harte Männer, harte Gangster. Und als ein junges Mädchen Tot aufgefunden wird wollen sie alle – als Väter – harte Rache. Also versucht Laidlaw den Täter zuerst zu finden. Damit er überlebt.

    Der Einstieg in das Buch ist wahrscheinlich der beste Einstieg den ich je in einen Krimi gelesen habe, 5 Seiten aus der Sicht des Täters:

    (c) Verlag Antje Kunstmann 2014

    Kann ein Polizist eine Fall mit Empathie lösen? In einer durch und durch brutalen Stadt? Ja, Jack Laidlaw kann das. Und gegen alle Wiederstände in der Polizei, trotz aller Knüppel zwischen den Beinen durch die harten Jungs arbeitet sich Laidlaw Stück für Stück an das Versteck des Täters heran.

    Großartartige hard-boiled Literatur die ein großartiges Bild von Glasgow zeichnet. Wow!

    Soundtrack dazu: The Vibrators – The Day They Caught The Killer, was sonst?

  • … two weeks out for reading and coastal weather: puuurfect!

    coastal weather over Jammerbugten (c) gehkacken.de 2023)
  • Bücher, schnell gelesen: 1.656

    Bücher, schnell gelesen: 1.656

    Castle Freeman – Treue Seele (Hanser, 2023)

    Gelesen: 25. – 26.08.2023 (netto 215 Seiten).

    Übersetzt aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren.

    Kein Krimi, aber dennoch eine Geschichte in der Sheriff Wing wieder das machen kann, was er gerne macht: Langsam zugucken, möglichst wenig eingreifen.

    Und da sich das Gesetz zurückhält ist das ganze mehr ein perfekter Liebesroman der lakonischen Art. Mit einem gelungenem Zirkelschluss zwischen Anfang und Ende.

    3 Aufzüge (1990, 2000 und 2010. Im Rhythmus des American Census – ein schöner Aufhänger), ein verboten schönes Mädchen und die Erwachsene Version – ebenso verboten schön. Eine kleine Stadt, ganz weit hinten in Vermont. Und jede Menge gebrochene Herzen und zerrissene Mäuler. Und Geheimnisse. Und Wartezeit.

    Wer hard-boiled sucht, wird nicht fündig (obwohl eine Bösewicht im Auto verbrennt), wer die echte Liebe erkennen kann – der wird nicken. Wer das Leben der Hinterwäldler unter dem Mikroskop haben will, der wird fündig.

    Selten habe ich eine so lakonische Liebesgeschichte so spannend empfunden. Schlicht und einfach perfekte Unterhaltung.

    Soundtrack dazu: The Drowns – Faithfully, Faithless, was sonst?