
Gelesen: 29.04. – 06.05.2026 (netto 312 Seiten)
Aus dem Englischen von Lea Dunkel.
Willkommen in Locksburg, Pennsylvania. Rust Belt. Small Town.
Ken Jaworowski schickt 3 Bewohner auf einen Schicksalsweg der ganz wunderbar das Elend von Small Town USA spiegelt: „Glücklich bis ans Lebensende“ erweist sich als ziemlich tödlich.
Zunächst lernen wir Carla kennen, alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn Olly, Student am MIT, hat ihr gerade etwas gestanden, von dem sie ganz sicher nicht will, dass die ganze Welt davon erfährt; nun muss sie ihn beschützen – Koste es was es wolle.
Als Nächstes tritt Reed auf den Plan – ein fünfzehnjähriger autistischer Junge, dessen Mutter gerade verstorben ist. Sein einziger Beschützer ist nicht mehr da, nun ist er einem Mobbing ausgesetzt, das zehnmal schlimmer ist als alles, was er je zuvor erlebt hat. Doch Reed scheint seiner Mutter etwas versprochen zu haben und begibt sich tapfer auf eine Mission, etwas wiedergutzumachen, das sich ereignet hat, als seine Mutter noch lebte.
Als drittes Liz, Songwriterin und Musikerin, die gerade ihren Job als ehr erfolglose Barsängerin verloren hat. Zu ihrem Glück erhält sie aus Nashville ein einzigartiges Angebot. Doch ihr Auto hindert sie daran, ihren Traum zu verwirklichen. Ihr Freund Luke macht sie mit einem Mechaniker bekannt, der ein Ex-Sträfling ist. Nachdem das von ihm reparierte Auto in Flammen aufgeht behauptet er, sie stehe bei ihm in der Schuld, und lässt sie die Stadt nicht verlassen, bis sie ihre Schulden beglichen hat.
Die Erzählperspektive wechselt fortlaufend zwischen den drei Charakteren hin und her, immer aus einer Ich-Perspektive erzählt.
Die Welt der Drei ist aber eine, in der Gerechtigkeit nicht immer siegt und Glück eine entscheidende Rolle im Leben der Menschen spielt. Small Town USA ist voller Schmerz, Verzweiflung und ohne Hoffnung.
Ken Jaworowski wirft die Drei ziemlich cool die Treppe runter, als Leser drückt man ihnen irgendwie die Daumen, während diese verzweifelt versuchen, den nächsten Tag zu überstehen.
Entsprechend endet jedes Kapitel mit einem Cliffhanger.
Die Spannung, die komplexe Handlung und die kurzen Kapitel geben ein hohes Tempo vor, während Carla, Reed und Liz eine wunderbare down hill Achterbahnfahrt der Nieder-geschlagenheit durchleben.

Die Geschichten der Drei verlaufen zunächst getrennt voneinander und der Leser fragt sich lange, wie der Autor es hinbekommt die Schicksale zu kreuzen. Der Moment kommt, fällt jedoch weniger schockierend aus, als man es vielleicht erwarten würde.
Vorher aber ist schon ordentlich Gore dabei, durchgeknallte Kleinstadt-Cops drehen am Rad und das Glück, tja, das hat der, der …
Perfektes Kleinstadtdrama, gemein und blutig. Ohne Hoffnung. Mit ein wenig Glück.
Ganz hervorragendes Lesevergnügen!
Soundtrack dazu: The Pist – Small Town, was sonst?
PS: Und Ken so?











