Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.024

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.024

    Rob Alef - Immer schön gierig bleiben (Rotbuch, 2013)
    Rob Alef – Immer schön gierig bleiben (Rotbuch, 2013)

    Gelesen: 23. – 25.12.2013 (Zeit nicht genommen), netto 328 Seiten.

    Geduld haben statt gierig bleiben. Geduld braucht der Leser, ehe er diesmal hinter die subtile Realitätsverschiebung im Buch kommt – war es in der andere Büchern von Rob Alef noch sehr plakative Dinge ist es hier sehr subtil und sehr nah an der Wahrheit. Dazu kommen echte Sorgen bei den Protagonisten, die sich perfekt mit der Krimistoryline überlagern. Herrlich, fast schon zu glatt – ich hätte mir da noch mehr “trouble” gewünscht…

    Für mich ganz klar das Drehbuch zum neuen Berlin Tatort (denn das alte Tatort Duo Ritter/Stark kann gepflegt kacken gehen – es langweilt!) – zu großartig die Kommissare und ihre Helfer (Dorfner!), so genau die Lupe auf den Dingen die Berlin wirklich bewegen und auf den kleinen Dingen, die das Leben erst Lebenswert machen (zB. Hertha vs. Union, Plattensammlung, Single Malts und und und). Perfekt und nach wie vor das beste Geschenk für jeden Berliner (aus Berlin).

    Klasse Krimi mit Klasse Personal!

    Soundtrack dazu: Ffurs – was sonst?

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.023

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.023

    Rob Alef - Big Bang stirbt (Shayol Verlag, 2005)
    Rob Alef – Big Bang stirbt (Shayol Verlag, 2005)

    Gelesen: 15. – 22.12.2013 (Zeit nicht genommen), netto 239 Seiten.

    Hat ein bischen gedauert bis ich dazu gekommen bin den Erstling von Rob Alef zu finden – hat sich aber gelohnt. Alles was seine anderen Bücher (hier oder hier) ausmacht ist bereits vorhanden. Wie immer bei Rob Alef werden nur Menschen, die ihren Kopf dazu bekommen leicht verschoben zu denken, Ihren Kopf nicht verlieren.

    Wer das kann, erlebt einen Stadtstaat (Berlin) mit einer Pseudodemokratie, beherrscht von eine Clique von Vertretern der (zu Recht auch in der Realität gefürchteten) gesellschaftsrelevanten Gruppen. Mit dabei Stadtplanung und Bauwirtschaftsförderung durch eine 9-11 Idee, die so durchgeknallt gut ist das sie verfilmt werden sollte. Dazu pseudorevolutionäre Veganer (“Rote Beete Fraktion“) und die beste Idee aller Zeiten: Zoologische Gärten sind Gefängnisse  für straffällig gewordene Tiere (hier ein Killer Panda). Passt!

    Das ist schlicht und einfach gut. Falls ihr Freunde in Berlin habt: schenken! Jetzt!

    Soundtrack dazu: Panda (aka PxNDx), was sonst?

    PS: Der Autor schaft es auch noch einen Schlenker über meinen Liebliingsfussballer zu drehen, der zu diesem Zeitpunkt als Nationalträner der Farörer war. Cool. Ebenso cool der Spieler, den hier beim verköstigen von Chili erlebt – wer dänisch kann darf auch gerne lachen!

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.022

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.022

    Robert James Fletcher - Inseln der Illusion (Die Andere Bibliothek, 2013)
    Robert James Fletcher – Inseln der Illusion (Die Andere Bibliothek, 2013)

    Gelesen: 06. – 14.12.2013 (Zeit nicht genommen), netto 283 Seiten plus 40 Seiten Anhänge.

    Ihr träumt von der Südsee? Fucked up, schon 1912…und überlaufen mit gierigen Engländern, Franzosen, Australiern die die Eingeborenen ausnehmen. Die harte Realität des ehr anstrengenden Lebens auf den Neuen Hebriden berichtet Robert James Fletcher (ein Schotte, den es aus Abenteuerlust in die Südsee verschlagen hat) in vielen Briefen ungeschminkt und extrem wortgewandt an einen Freund zuhause. Leider hatte er keine Ahnung, das dieser die Briefe so großartig fand das er daraus ein Buch machte. Ohne zu Fragen. Cool.

    Von 1912 bis 1923 trieb sich Fletcher in der Südsee rum und ihm wurde schnell klar das es kein Paradies mehr ist, sondern durch den Kolonialismus und die Missionare vergewaltigt, missbraucht und ausgekotzt worden ist. Obwohl auch er sein Geld vor Ort als Plantagenverwalter und Ausbeuter verdiente wahrte er doch – zumindest in den Briefen – eine Distanz zu den restlichen Weißen und berichtet nicht nur mit ätzendem Sarkasmus nach Hause sondern analysiert aus der Ferne auch gleich noch den Krieg.

    … Das englische Volk ist viel schlimmer dran als die unterdrückten Muschiks oder die verpreußten Deutschen. Man hat sie nicht nur genauso schlimm ausgebeutet wie ihre Brüder auf dem Kontinent, sondern auch noch für dumm verkauft. Man hat ihnen die große Farce der ‘Volksregierung’ vorgespielt wie nirgendwo sonst…” (Robert James Fletcher, Juni 1918)

    Eine groß- und bösartige Charakterstudie der Kolonien auf den Neuen Hebriden,  wer auf ungeschmückte historische Berichte steht greift einfach zu!

    Soundtrack dazu: The Movement, was sonst?

    PS: Book Collectors are pretentious assholes – #4183 der nummerierten Erstausgabe!