Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.122

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.122

    William Shaw - Kings of London (Suhrkamp Nova, 2015)
    William Shaw – Kings of London (Suhrkamp Nova, 2015)

    Gelesen: 27.08. – 01.09.2015, netto 463 Seiten.

    Und weiter geht es im London der 60er: Zum bekannten Thema “Bullen, Korruption und Obrigkeitstaat” aus dem ersten Krimi von Shaw wird diesmal “Bullen, Korruption und Hippiedrogenscheisse” – und all das war mir beim ersten Band unangenehm aufstieß wird diesmal … besser.

    Diesmal passt es: Dichte Atmosphäre, detaillierte Charaktere und ein Thema das nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt sondern ganz subtil und dann direkt mit der Faust aufs Auge gehauen wird: Warum England in den 60ern die falsche Entscheidung in Sachen Drogen getroffen hat. Das ganze vor einer sehr persönlichen Geschichte – passt. Spannend und lehrreich. Und wie immer: Hippies in den end-60ern in London – what a waste!

    Soundtrack dazu: The Sect – Drugsville, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.121

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.121

    Nea Stephenson - Seveneves (Borough Press, 2015)
    Nea Stephenson – Seveneves (Borough Press, 2015)

    Gelesen: 13. – 26.08.2015, netto 858 Seiten.

    Was wäre wenn … ist immer wieder ein guten Ansatz für ein gutes Buch. Was macht Neal Stephenson daraus? Ein 3/4 großartiges und im letzten 4tel irgendwie komisches Buch.

    Was passiert? Der Mond fällt auseinander und den Bewohnern der Erde wird schnell klar das innerhalb der nächsten 24 Monate die Reste sich erst als Trümmerring um die Erde legen werden und dann nach und nach auf die Erde stürzen werden – und diese vernichten.

    Ergo wird ein Rettungsprogramm gestartet, dass so viele Menschen wie möglich ins All und auf die ISS rettet. Dort sollen sie überleben bis die Erde wieder abgekühlt ist, schlappe 5.000 Jahre.

    Da Neal Stephenson detailverliebt und technikaffin ist wird der erste Teil (bis zur Zerstörung der Erde) und der zweite Teil (Überleben der Astronauten im All) einfach zu einer großartigen und atemlosen Geschichte. Und, wie es mit den Menschen nun mal so ist, killen sie sich gegenseitig auch im All und am Ende bleiben nur 8 Astronautinnen zurück. Diese begründen dann eine neue Menschheit und kehren nach 5.000 Jahren auf eine Erde zurück, die von ihnen terra-formed wurde.

    Ab da (Teil Drei) wird das ganze … komisch. Typisch für Neal Stephenson tauchen Rückbezüge auf (kein Spoiler!) und das ganze bekommt auch eine leicht esoterische Note und ist letztendlich zu vorhersehrbar. Und irgendwie ein komisches Ende das irgendwie nach cliff hanger richt.

    Als Gesamtkonzept aber einfach nur stunning – sensationell!

    comic (c) by  - a site worth a visit!
    comic (c) by – a site worth a visit!

    Soundtrack dazu: X-Ray Spex – Genetic Engineering, was sonst?

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.120

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.120

    Ross Thomas - Der Messingdeal (Alexander Verlag, 2015)
    Ross Thomas – Der Messingdeal (Alexander Verlag, 2015)

    Gelesen: 08. – 13.08.2015, netto 263 Seiten.

    Ross Thomas. Einfach eine coole Sau. Und wie bei allen seinen Büchern wirkt das heute ein wenig aus der Zeit gefallen. Aber das erhöht lediglich den coolness factor.

    Der Messingdeal” ist von 1969 und damit sind sowohl die Hintergründe (Ausplünderung von ehemaligen Kolonien, Sezessionen in afrikanischen Ländern) als auch Teile des Settings (“Neger” mit Drogenproblemen, korrupte Bullen) typisch für ihre Zeit und wirken heute fast schon unwirklich.

    Die Geschichte ist flott, der Held ein Held, die Arbeit erst locker, dann schwer und dann gefährlich. Alles ein wunderbares Sittengemälde von den US of A in den späten 60ern und von Washington DC im speziellen.

    Und, Bonus!, kein Happy End am Ende. Das ist klug und richtig. Ross Thomas eben.

    Soundtrack dazu: Untouchables, was sonst?

    PS: Im Original hat Ross Thomas das als “Oliver Beek” geschrieben und das Cover ist großartig…

    Oliver Beek - The Brass Go-Between (Morrow, 1969)
    Oliver Beek – The Brass Go-Between (Morrow, 1969)