Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.378

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.378

    Wallace Stroby - Der Teufel will mehr (Pendragon Verlag, 2019)
    Wallace Stroby – Der Teufel will mehr (Pendragon Verlag, 2019)

    Gelesen: 22. – 23.03.2019, netto 307 Seiten

    Nachdem ich den dritten Teil gelesen hatte fragte ich mich “bekommt Wallace die Kurve?“… und ja, er bekommt sie. Leider nicht auf Elmore Leonhard Niveau aber mit einer knochentrockenen Gangster vs. Gangster Story – etwas was ja sozusagen Crissa Stones Spezialität ist.

    Nach dem letzten Desaster hatte Crissa lange Pause mit den lukrativen Überfällen gemacht, 

    jetzt aber braucht sie wieder Geld. Dieses lockt mit dem Raub von Irakischer Raubkunst, der heutige Besitzer will oder vielmehr muss sie zurückgeben und würde sie gerne klauen lassen. Er hat nämlich einen anderen Abnehmer im Sinn als den Irakischen Staat – der zahlt nämlich besser.

    Crissa ist diesmal der Auftragnehmer und auf ihr lastet die Verantwortung für die ganze Crew. Am Ende ist nicht nur ihre Crew tot sondern auch ein paar unbeteiligte. Und da wird das Buch so richtig gut – Crissa ist und bleibt eine Verbrecherin, keine Heldin. Wallace Stroby begleitet sie mit einem neutralen Blick aber das ändert die Tatsachen nicht.

    Gut zu lesen, spannend und eben wegen der “Sichtachse” aus dem Krimi Alltag herausstehend. Dazu detailreich, wo notwendig und trocken, wo angebracht. Ich mag das. Schade das dieses der letzte Band der Reihe ist, deswegen schickt Wallace Crissa am Ende auch in den Sonnenaufgang. Oder kommt da mehr?

    Soundtrack dazu: J Church – Turn to stone, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.377

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.377

    Joe Ide - Stille Feinde (Suhrkamp, 2018)
    Joe Ide – Stille Feinde (Suhrkamp, 2018)

    Gelesen: 17. – 21.03.2019, netto 392 Seiten

    Klasse – endlich das zweite Buch rund um den etwas anderen Detektiv aus South Central, LA. Was im ersten Band schon ein Alleinstellungsmerkmal war, ist hier noch viel stärker und spannender untergebracht:

    Der Zwiespalt bei Isaiah Quintabe (ein Held aus dem Hood wie er besser nicht sein könnte) zwischen seinem aktuellen Fall und der Suche nach dem Mörder seines großen Bruders.

    Zwei Geschichten, parallel und zeitversetzt erzählt und sehr clever miteinander verbunden. Und am Ende mit einem sehr elegantem Cliff-Hänger.

    IQ bewunderte nicht nur seinen großen Bruder sondern auch dessen Freundin. Als diese beim im Anklopft und bittet ihre spielsüchtige Halbschwester aus Las Vegas (und den vielen Händen der 14K Triade) zu retten stürzt er sich schwer verliebt in dieses Abenteuer. Daneben hat er vor der eigenen Haustür die Locos Surenos 13 an der Backe (die lokale Gang) und eine Spur zum Mörder seines Bruders.

    Viele Probleme enden dann auch hier in vielen Verletzungen (und das nicht nur physisch sondern dank verschmähter Lieber auch seelisch) und mit der einen oder anderen Leiche (auf die eine oder andere lustige Art).

    Wie der Erstling ein großartiges Buch von einem Autor der einen sehr klugen Blick auf diese Welt hat. Dazu seziert er dann noch die Verhaltensrituale der Gangster, die eigentlich alle nur eines wollen: Nach oben kommen. Und der Teil ist richtig gut!

    Ich freue mich schon auf das 3. Buch, das 2018 in den US of A bereits erschienen ist. Und eine Verfilmung steht auch an, wenn ich es recht verstanden habe. Klasse!

    Kaufen und Lesen – nicht zögern!

    Soundtrack dazu: Cringer – Dispair Ends, was sonst?

    PS: Mehr über den wirklich klugen und redegewandten Joe Ide hier oder aus seinem eigenen Mund …

    PPS: Das Buch hat zwei Qualitätsmerkmale – Herausgegeben von Thomas Wörtche (was er macht muss mann zumindest anschauen) und Übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch (was sie übersetzt ist niemals schlecht).

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.376

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.376

    John Niven - Kill 'em all (Heyne Hardcore, 2019)
    John Niven – Kill ’em all (Heyne Hardcore, 2019)

    Gelesen: 14. – 16.03.2019, netto 375 Seiten

    Das lange erwartete Sequel zu Kill Your Friends – diesmal mit mehr Gewalt, mehr Schock und weniger … Rock.

    Wo Kill Your Friends im Musik-Biz von 1997 aufhörte macht Kill ‘Em All 2017 in dem Fachgebiet weiter das man wohl als die Reste des Musikgeschäftes bezeichnen kann. John Niven macht es sich einfach und legt das Buch als Geschichte über Michel Jackson an, der hier Lucus Du Pre heißt und ein kinderfickender Megstar ist.

    Dieser Star ist aber ausgebrannt und steht voll in der Pleite. Steven Stelfox, eigentlich im Ruhestand, wird engagiert um irgendwie irgendwas zu retten. Und das macht er nicht unter einem neuen 9-11 und vielen Toten.

    Die Story ist völlig gaga, die Witze und Abseitigkeiten derbe und die Weisheiten sind selten. So richtig Sinnlos wird es am Ende, wenn Steven Vater wird anstatt die Mutter seiner Tochter (die mit den prägnanten Worten “Auch ihr Körper ist ein Volltreffer: klein, mit schlanker Taille, beachtlichem Vorbau und knackigem Arsch. Ihre Enge Jeans hält ihren Hintern offenbar genauso mühevoll im Zaum wie das Black Flag T-Shirt ihre Titten” in die Geschichte eingeführt wird.) um die Ecke zu bringen.

    Das Buch ist schön dreckig aber als Sequel (übrigens auch zu Gott Bewahre! völlig sinnlos. Und irgendwie auch völlig langweilig, da in dem ganzen Lärm wenig interessante Spitzen sind. Und irgendwie erklärt John Niven auch viel zu viel – hat er Angst seine Leser haben keine Fantasie?

    Flüssig und schnell zu lesen, aber das Kopfkino zündet definitiv nicht.

    Soundtrack dazu: Cock Sparrer – Take ‘Em All, was sonst?