Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.558

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.558

    Castle Freeman – Männer Mit Erfahrung (Nagel & Kimche, 2016)

    Gelesen: 12. – 17.11.2021, netto 164 Seiten

    Castle Freeman hatte ich ja übersehen, also muss ich seine Bücher jetzt in einem Schwung nachholen.

    Der erste Band, im Original 2008 erschienen, bescherte mir dabei ein Déjà-vu: Nach circa 10 Seiten hatte ich das Gefühl “Hey, das kenne ich doch“. Und nach weiteren 10 Seiten ist es mir dann eingefallen:

    Ein Film mit dem CIA Mädchen aus der Bourne Serie … schnell Tante Google gefragt und ja, Blackway – Auf dem Pfad der Rache war der Film (2015), sogar mit Anthony Hopkins und Ray Liotta. Der Film war durchschnittlich gute Hollywood Unterhaltung (mit einem coolen Setting).

    Allerdings muss ich meine Bewertung für den Film jetzt ändern: Das Buch ist voller Humor und schräger Charaktere, Hollywood hat daraus leider einen durchschnittlichen Rachethriller gemacht. Schade.

    Die Geschichte ist einfach: Böser Man bedroht junge Frau. Ihre Freund hat Schiss und haut ab. Sie hat keinen Schiss und geht zum Sheriff. Der kann nicht helfen, schlägt aber vor das sie sich von einer Gruppe alter Männer helfen lässt.

    Die hängen in einer alten Fabrik ab, träumen von alten Zeiten und reden viel Blödsinn. Aber sie sehen den Mut der jungen Frau und helfen. Und ab da wird das Buch richtig gut – eine perfekte Balance zwischen Action und Gewalt sowie Blödsinn.

    ( (c) Castle Freeman / Naggel & Kimche)

    Die Männer mit Erfahrung, die Rumsitzen und Blödsinn reden, sorgen für Gerechtigkeit.

    Ein ganz wunderbares Buch mit einer ganz wunderbaren Rhythmus. In den US of A hat sogar jemand den Vergleich mit Cormac McCarthy gesucht und gefunden, ich neige ehr zu Elmore Leonhard.

    Soundtrack dazu: Off With Their Heads – Don’t Make Me Go, was sonst?

    PS: Hollywood…

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.557

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.557

    Tade Thompson – Wild Card (Suhrkamp, 2021)

    Gelesen: 05. – 11.11.2021, netto 323 Seiten

    Thomas Wörtche hat ja schon in der UT Metro Reihe des Unionsverlages einige ganz wunderbare Bücher von afrikanischen Autoren mit Spielort Afrika herausgegeben, mit Wild Card hat er jetzt auch in seiner Suhrkamp Reihe einen echten Schatz gehoben.

    Tade Thompson ist in England geboren, mit seinen Eltern im alter von 7 Jahren “zurück” nach Nigeria gegangen und dort aufgewachsen. Nach seinem Studium ist er wieder zurück nach England, wo er heute lebt und neben der Arbeit eigentlich Science Fiction Romane schreibt.

    Der Hintergrund ist wichtig, den sein hervorragender Anti-Held Weston Kogi ist auch ein Wanderer zwischen den Welten: In West-Afrika aufgewachsen ist er nach London geflüchtet, wo er als Supermarkt Security arbeitet. Seine Lieblingstante, die ihn damals nach London geschickt und damit aus Bürgerkriegswirren gerettet hat, ist verstorben und nur das bringt ihn zurück in seine Heimat.

    Ein kleine Notlüge (“Ich bin bei der Mordkommission”) bringt ihn dann aber in den Focus von lokalen Rebellengruppen: Zwei konkurrierende Rebellengruppen shanghai’en ihn und beauftragen ihn den Mord an einem im Land geschätzten Politiker zu untersuchen (und jeweils der anderen Partei in die Schuhe zu schieben).

    Ab hier ist das Buch dann vordergründig einem lustige Geschichte in der Weston Kogi von Problem zu Problem stolpert und sich irgendwie in dem ganzen Chaos durchwurschtelt. Und lernt was Gewalt ist. Und lernt wie man killt. Und tatsächlich Details rund um den Mord herausfindet.

    Im Hintergrund jedoch wechselt das Buch die Spur: Von gewalttätigen Männern, die sich und das Volk killen, hin zu Frauen, denen Gewalt angetan wurde. Unter anderem auch Westons Mutter. Und hier wird das Buch dann wirklich gut, spannend und letztendlich überraschend, ohne den smarten hard-boiled Charakter zu verlieren.

    Überraschung des Jahres bisher! Mehr davon!

    Soundtrack dazu: Big D And The Kids Table – Beautiful Way, was sonst?

    PS: Note 1+ dafür das kein neues Cover erfunden wurde. Warum aber aus “Making Wolf” (was im englischen perfekt passt) “Wild Card” wird, mmmmhhhhh, das verstehe ich nicht ganz.

    Tade Thompson – Making Wolf (Constable, 2020)

    PPS: Und Tade Thompson so?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.556

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.556

    David A. Ensminger – Punk Women (Microcosm Publishing, 2021)

    Gelesen: 03. – 04.112021, netto 182 Seiten (in Englisch, wird wohl kaum in Deutsch rauskommen)

    Für mich ein Lieblingsthema: Frauen im Punk. Schon immer fand ich Bands zB mit einer weiblichen Gesangsstimme toll (X-Ray Spex, Avengers, Nuns anyone?) und es hat mich schon immer gestört wenn vor der Bühne nur Männer “ihren” Punk ausleben.

    Das Buch ist durchgehend wie ein Fanzine gestaltet und die einzelnen Artikel haben auch ehr Fanzine Charakter. Zum einen gibt es lange Passagen über bestimmte (hauptsächlich amerikanische) Musikerinnen, zum anderen gibt es auch kurze Snippets. Diese Snippets fühlen sich ein wenig an, als ob der Autor unbedingt alle aus seiner Sicht relevanten Namen dabei haben wollte.

    Es bleibt aber sehr nah am Fanzine, er schreibt über Frauen die für ihn als Fan relevant sind. Die für mich relevanten kommen auch vor (zB. Elenor Whitledge von The Goops oder auch Lisa Kekaula von den Bell-rays). Annette Benjamin von Hans-A-Plast hat er aber glatt übersehen. Und wo ist Gaye Advert? Und warum gibt nicht wenigstens ein Snippet über Mia Zapata?

    Kurzweilig aber leider nicht tiefgehend genug. Über die breite Mecker ich ja nicht einmal, das ist eben Fan Entscheidung.

    Soundtrack dazu: X-Ray Spec – I Am A Cliche, was sonst?