Tag: Kim Koplin

  • Bücher, schnell gelesen: 1.850

    Bücher, schnell gelesen: 1.850

    Kim Koplin – Die Toten von Morgen (Suhrkamp, 2026)

    Gelesen: 01. – 08.08.2026 (netto 263 Seiten)

    Die Fortsetzung von Die Guten und die Toten, schließt inhaltlich direkt an das erste Buch an. Kommissarin Nihil Khigrian ist aus Hamburg zurück, wohin sie sich am Ende des ersten Bandes der Berliner Schattenwelt Serie zusammen mit Saad und Leila geflüchtet hatte.

    Und stolpert direkt in einen Toten: Offensichtlich hingerichtet. Keine Papiere. Kein Schlüssel. Kein Handy. Teure Klamotten, teure Uhr. Offensichtlich kein Raubmord.

    Und Nihil verbeißt sich in diesen Fall, kommt über einen e-Roller auf die Spur des Toten und identifiziert ihn. Offensichtlich Dealer. Beifang in einem aufkommendem Bandenkrieg zwischen dem Berliner Platzhirsch Charlie und neuen Playern in der Stadt, die ihm das Wasser abgraben wollen.

    Wer im ersten Band aufgepasst hat, ahnt woher der Mistral weht – nämlich aus Marseille. Und das Saad durchaus der Magnet sein kann, der diesen angezogen hat.

    Mit nur wenig Beiwerk steuert das Buch gezielt auf den großen Crash zu, wieder gibt es ordentlich Gewalt und wieder kommen Saad, Leila und Nihil beinahe unter die Räder. Aber die Liebe, die alle drei verbindet, ist stärker als die Gewalt.

    Und Saad muss Nihil endlich alles erzählen: Wer er ist, was er in Marseille gemacht hat und …

    … da kommt hoffentlich noch mehr.

    Cooles Buch, wenn auch die Story ein wenig vorherbar läuft und selbst ein korrupter Ermittler vom LKA diese nicht wirklich aus der Spur bringt.

    Ich mag sowas, es hat viel Tempo, viel Realität und letztendlich streetcredibility. Bin gespannt ob und wie das weitergeht.

    Soundtrack dazu: Terrorgruppe – Küsse Töten, was sonst?

    PS: Das Rätzel um den Autor hat dieser selbst gelöst, Kim Koplin ist ein Pseudonym von Edgar Rai:

    (Podcast beim Deutschlandfunk Kultur)

  • Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Bücher, schnell gelesen: 1.844

    Kim Koplin – Die Guten Und Die Toten (Suhrkamp, 2023)

    Gelesen: 17. – 18.06.2026 (netto 248 Seiten)

    Und nochmal Berlin. Balin, Balin, wir scheesen of Balin, wa?

    Wieder ein sportliche Polizistin, wieder ordentlich Gewalt und – im Gegensatz zu Hope Joanna – ziemlich viele blutige Tode. Kommissarin Nihal Khigarian schliddert dabei in eine Sache, die ein ordentliches Stück zu groß ist. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille ist aber ebenso groß, daher nimmt sie es damit auf.

    Ein zugekokster Staatssekretär baut mit seinem Wagen einen Unfall. An Bord ein junges Escort-Model, im Kofferraum eine Leiche. Und mit Mega-Ego und Art 46 GG ausgestattet. Den er zu seinem Pech aber nicht verstanden hat.

    Der Leser hat schon vorher verstanden, das er einen windigen Waffendeal zwischen einem deutschen Waffenhändler und Saudi-Arabien vermittelt hat und Millionen dafür in seine Richtung fließen.

    Quer kommt ihm aber nicht die Leiche, sondern im Prinzip der Flüchtling Saad (der durch Zufall auch in Nihal reingestolpert ist). Nachdem Nihal, Saad und der Staatssekretär auf dem Spielfeld platziert sind, geht die wilde Hatz los:

    Saad ist zwar Flüchtling aber kein Syrer (sondern ein vor der Drogenmafia aus Marseille geflüchteter Profi), Nihal verliert beinahe ihren Job da ihr Bruder mit ihrer Dienstwaffe einen Überfall begeht und der Staatssekretär ist so nervig, das er natürlich das ganze nicht überlebt.

    An einigen Stellen vorhersehbar aber immer spannend und mit ordentlich Tempo. Und einigen interessanten Tötungsarten. Nihals Bruder kommt in den Knast, es gibt noch mehr Tote und am Ende flieht Nihal mit Saad und dessen Tochter Richtung Hamburg.

    Eine echt interessante Story die immer wieder Vergangenheit vs. Zukunft gegenüberstellt und dabei ohne groß zu Fragen den moralischen Kompass der handelnden in dem Mittelpunkt rückt.

    Inzwischen gibt es da eine Fortsetzung. Cool, kommst demnächst dran.

    Soundtrack dazu: Kamikaze Queens – Automatic Life, was sonst?

    PS: Und Kim Koplin? Gibts garnicht…