Bücher, schnell gelesen: Teil 1.361

Jo Nesbø - Macbeth (Penguin Verlag, 2018)
Jo Nesbø – Macbeth (Penguin Verlag, 2018)

Gelesen: 03. – 16.12.2018, netto 614 Seiten

Ich habe von klassischer Literatur genau keine Ahnung (und auch keinen Bock ‚drauf), so das ich mir die Analogien in diesem Buch erst anlesen musste.

Das ganze ist Teil einer Shakespeare Adaptionsserie, bei der Autoren eingeladen wurden ein Werk neu zu interpretieren. Joe Nesbø hat dabei aus dem Drama um Könige und Hexen einen soliden 70er Jahre Krimi gemacht.

Der klassische Macbeth gliedert sich in 5 Akte:

Im 1. Akt werden die zentralen Figuren sowie Setting und Thema vorgestellt (Exposition): Macbeth bekommt von den drei Hexen seinen Aufstieg zum König prophezeit.

Der 2. Akt schildert die steigende Handlung: Macbeth ermordet Duncan und macht sich selbst zum neuen König. Bis hierhin handelt er aber nicht nur aus Eigenantrieb, sondern lässt sich von seiner Frau zur Tat anstacheln, die seine Bedenken zerstreut.

Erst im 3. Akt folgt dann der Wendepunkt der Handlung, als Macbeth Gelegenheit hat, sein Handeln zu überdenken und beschließt, nicht klein beizugeben. Er ordnet die Ermordung seines Freundes Banquo an. Aber die sich sammelnde Opposition gegen den Usurpator läutet Macbeths Verderben ein.

Der 4. Akt verzögert die unausweichliche Auflösung, indem Macbeth durch die zweite Prophezeiung einen Hoffnungsschimmer erhält, er könne doch noch dem Untergang entgehen.

Der 5. Akt löst den zentralen Konflikt des Stückes auf.

Nesbø packt das ganze in drei Akte und konstruiert einen soliden 70er Jahre Krimi der in Schottland angesiedelt ist. Zeit und Ort sind wage, lassen sich aber aus den Umständen schließen. Das ganze ist weniger Gore und weniger Crime, sondern ehr ein Machtkampf. Und ein zarter Fingerzeig darauf das die Polizei durch und durch korrupt ist. Und insofern sind Machtkämpfe blutig und finden vor allem unter einander statt.

Als Nesbø Krimi und verfilmt durch die BBC Schottland sicher lustig, als Buch ok zu lesen (aber manchmal echt bemüht) und als Fingerübung für Jo sicherlich voll in Ordnung. Was er genial macht, ist die Atmosphäre eine korrupten, elenden und dunklen Stadt heraufzubeschwören.

Was so gar nicht passt ist die Umschlaggestaltung und das Innenfoto: „48 De La Rey St. Ecke 6th St“ ist in Johannesburg und nicht in Fife.

Und das Ende kenne ich aus „Herr der Ringe“ und war ganz überrascht das es eigentlich ein Gag von Shakespeare ist…

Soundtrack dazu: William Shakespeare – Feelin‘ Alright, was sonst?

Und was sagt Jo?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.275

Jo Nesbø - Durst (Ullstein, 2017)
Jo Nesbø – Durst (Ullstein, 2017)

Gelesen: 16. –  21.10.2017, netto 620 Seiten

Nach den verschiedenen Seitenprojekten von Jo Nesbø ist endlich der 11te Harry Hole Roman da … und der geht ohne Startschwierigkeiten sofort in die Spur. Und eins ist über die Jahre klar geworden: Harry Hole ist tatsächlich ein Hardboiled-Cop und seine Fälle werden immer härter.

Diesmal wird er quasi aus dem Ruhestand zurückgeholt und er erkennt schnell, dass sein Gegner etwas ist das er schon kennt. Und das ist böse.

Das großartige an diesem Buch (das am meisten Spass bringt wenn man die anderen 10 Bücher kennt) ist, dass hier echter Polizeiarbeit zugeschaut werden kann: Statistiken helfen, Technik hilft und das der Täter Tinder benutzt um seine Opfer zu finden hilft auch High-Tech. Und, wie das eben so ist, ist eine Auskunft von einem App-Betreiber in den US of A verdammt schwer zu bekommen. Und was hilft noch: Abklappern. Ausschließen. Und kluge Korrelationen herstellen.

Dazu lösen sich noch ein paar lose Fäden aus den vorherigen Büchern auf, so dass es einfach ein fulminantes Comeback ist. Ach ja, blutig ist es auch!

Hast du Band 1-10 der Harry Hole Reihe durch? Dann kaufen. Ansonsten: Zurück auf Anfang!

Soundtrack dazu: Kvelertak – Blodtørst, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.185

Jo Nesbø - Das Versteck (Ullstein, 2016)
Jo Nesbø – Das Versteck (Ullstein, 2016)

Gelesen: 15. – 17.07.2016 netto 244 Seiten.

Der zweite Band der „Blood on Snow“ Serie von Jo Nesbø und diesmal als entspannter Reisebericht in die Finnmark (also Nord-Norwegen) angelegt.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das „Blood on Snow“ von vornherein als ein paar kleine aber feine Drehbücher angelegt war: Das ganze ist weniger hektisch und komplex wie die Harry Hole Serie und viel einfacher zu verstehen. Und die Bücher sind in sich abgeschlossen (wenn auch zeitlich und durch handelnde Personen verbunden).

Ich kann nichts schlechtes erkennen: Großartige Landschaftsbilder, detaillierte Darstellungen der dort Ansässigen (Samen und durchgeknallte Christen), eine Portion verrückte Liebe und ausreichend Gewalt. Alles sehr kompakt. Passt – ist halt was anderes als Harry Hole!

Soundtrack dazu: Yum-Yums, was sonst?