Bücher, schnell gelesen: Teil 1.374

Jules Verne - Die Jangada (Die Andere Bibliothek, 2018)
Jules Verne – Die Jangada (Die Andere Bibliothek, 2018)

Gelesen: 11. – 13.03.2019, netto 422 Seiten

Jule Verne, hach, da kommen jede Menge Erinnerungen an Abenteuer in der Jugend hoch: Fast alle Jules Verne Büche habe ich als Jugendlicher über die Bücherhalle gelesen.

Dieses Buch aber nicht, denn es ist nur einmal in 1882 ins Deutsche übersetzt worden und danach wohl schlicht und einfach als „zu langweilig“ vergessen worden.

Es ist durchaus ein Abenteuer, aber ein behutsames und erzählt in ganz langsamen Schritten.

Eine Jangada ist eine kleine Stadt auf einem Floß – einem ziemlich großem Floß. Ein solches braucht einen großen Fluß und den hat es mit dem Amazonas.

Erzählt wird einen kleine Reisegeschichte und eine kleine Kriminalgeschichte. Aus heutiger Zeit nichts besonderes, damals aber waren solche Dinge noch aufregend. Dazu kommen 90 großartige Abbildungen aus den französischen Ausgabe von 1901 und fertig ist eine gelungene Reisegeschichte.

Wir alle Bücher aus Die Andere Bibliothek etwas für Sammler.

Soundtrack dazu: Sonic Surf City – Surfin‘ Amazonas, was sonst?

PS: Book Collectors are pretentious assholes – #4068 der nummerierten Erstausgabe!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.308

Burkhard Müller, Thomas Steinfeld - Deutsche Grenzen (Die Andere Bibliothek, 2018)
Burkhard Müller, Thomas Steinfeld – Deutsche Grenzen (Die Andere Bibliothek, 2018)

Gelesen: 09. – 16.03.2018, netto 325 Seiten

Immer wieder schön das Die Andere Bibliothek auch etwas abseitigere Dinge herausgibt.  Die Autoren (ein Literaturkritiker und ein Zeitungsreporter) schlagen eine coole Brücke zwischen dem gefühlt grenzenlosen Europa und den sichtbaren und unsichtbaren Grenzen die es noch gibt.

Das ist manchmal spannend, manchmal langweilig und ab und zu auch anstrengend. Aber launig ist es alle mal, gehen sie doch gnadenlos von der Etsch bis an den Belt, von der Maas bis an die Memel. Und da gibt es so viel das den großdeutschen Spacken, reichsbürgerischen Spinnern und ungebildeten Vollhonks um die Ohren gehauen werden kann.

Aha Momente:

Deutsche Grenzen ( (c) 2018 Die Andere Bibliothek)
Deutsche Grenzen ( (c) 2018 Die Andere Bibliothek)

sowie ein spannendes Kapitel über die Elbe als deutscher Achsenstrom. Oder wusstet ihr das es die Achse der Aaskrähe ist? Die Aaskrähe (Corvus corone) kommt in Deutschland in zwei markanten Unterarten vor: der gänzlich schwarzen Rabenkrähe (Corvus corone corone) und der Nebelkrähe (Corvus corone cornix). Diese könnten sich kreuzen, tun es aber nicht. Rechtselbisch kommen die Nebelkrähen vor, linkselbisch die Aaskrähen.

Soundtrack dazu: Motormuschi – Grenzer, was sonst?

PS: Book Collectors are pretentious assholes – #2866 der nummerierten Erstausgabe!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.250

Saul K. Padover - Lügendetektor (Die Andere Bibliothek, 2016)
Saul K. Padover – Lügendetektor (Die Andere Bibliothek, 2016)

Gelesen: 11. – 13.06.2017, netto 329 Seiten

Geschichte wird durch Augenzeugen erst so richtig fühlbar. Wenn diese dann mit einem wachen Verstand und einem klaren Auftrag „vor Ort“ gehen dann sind das die besten Bilder die es gibt.

Saul K. Padover war ein Deutsch sprechender Amerikanischer Offizier aus der Abteilung „Psychologische Kriegsführung“ und hatte eine Idee – warum nicht das Objekt der Kriegsführung direkt vor Ort aufsuchen und befragen? Als unbewaffneter Offizier kam er direkt mit den Fronttruppen nach Deutschland und führte endlose Gespräche mit allen Schichten der Bevölkerung  – vom Hardcore Nazi bis zum emeritierten Sozialisten.

Das Buch ist einfach ein großartiger Quell an Bildern aus dem echten Leben, einem echten Krieg und aus einer Zeit in der „die Deutschen“ zurecht unter die Räder gekommen sind.

Die Wort für Wort wiedergegebenen Gespräche sind einfach der Hammer. Vor allem triefen die Deutschen vor Apathie (sind halt Kriegsmüde) und vor Selbstmitleid. Und irgendwie ahnen alle, dass da noch mehr kommt („Juden“) und das es noch so richtig fies wird. Das schlimmste aber ist die Obrigkeitshörigkeit – der „Nazi“ wird halt gegen den „Ami“ getauscht und für die Amerikaner arbeitet mann dann halt so weiter. Unfassbar!

Ich lege dieses Buch jedem ans Herz. Wenn ihr eine Bestätigung für den alten Spruch „No Gods, No Masters“ braucht – hier findet ihr ihn!

Kaufen! Lesen! Verschenken!

Soundtrack dazu: Warsaw, was sonst?