Bücher, schnell gelesen: Teil 1.511

Greg Iles – Die Sünden Von Natchez (Aufbau Verlag, 2019)

Gelesen: 15. – 31.03.2021, netto 860 Seiten.

Puh – das war anstrengend. Der letzte Band der Natchez-Trilogie. Diesmal mehr oder weniger komplett als Gerichtsdrama angelegt, wir begleiten den Prozess gegen den Vater von Penn Cage.

Und dieser Prozess, wir vorherzusehen, beantwortet dann auch alle offenen Fragen und beendet das Leben so einiger handelnden Personen.

An manchen Stellen ist das immer noch spannend aber über die große Länge ist das ein mehr als langweiliges Kammerspiel. Gerichts- und Anwaltskrimis sind in der Regel so ermüdend, dass bewahrheitet sich auch hier.

Was bleibt? Mit Sicherheit kein großartiger Krimi. Ein großer amerikanischer Roman? Bäh, langweilig. Auf jeden Fall nichts für mich – viel zu viele Worte um Gewalt, Neid, Rassenhass und Korruption an den Leser zu bringen.

Das ganze auf 3×300 Seiten eingedampft, noch gnadenloser und härter gemacht, das hätte was gebracht. So waren alle 3 Bücher am Ende nicht wirklich bewegendes.

Danke für den Tipp Alf, aber das war nicht mein Ding.

Soundtrack dazu: Iron Reagon – Court Adjourned, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.510

Greg Iles – Die Toten Von Natchez (Aufbau Verlag, 2017)

Gelesen: 01. – 14.03.2021, netto 995 Seiten.

Und die nächsten 1000 Seiten. Der erste Teil hat mich zumindest nicht umgehauen, um so mehr war ich gespannt wie es weitergeht.

Es geht nahtlos weiter, wir sind immer noch in einer sehr engen und linearen Zeitfolge von Wochen. Der Kampf zwischen den Familien Penn (“die Guten”) und der Familie Knox (“die Bösen”) geht weiter.

Im Gründe könnte das auch eine ausreichende Story sein, zumal es innerhalb der Guten und Bösen dann die “Jungen” und “Die Alten” gibt – und der Zündstoff entlang verschiedener Linien läuft.

Ich finde die Story dann auch spannender und actionreicher als im ersten Teil, leider jedoch ist das ganze wieder viel zu breit angelegt. Vor allem, weil Greg Iles hier offensichtlich dann auch noch ein Highlight dazugibt: Wie im ersten Buch angedeutet hat das ganze auch irgendwie mit der Ermordung von JFK zu tun.

Und da hat Greg Iles dann seine eigene Geschichte und eine, sowohl technisch als auch historisch, valide Verschwörungsidee. Und die macht es nicht unter Mafia, korsische Killer und einer Bestätigung von Fidel Castro (sic!).

Nee, das ist zu dick aufgetragen und kommt auch nicht an die Schärfe und Brillanz von zB James Ellroy (Ein Amerikanischer Thriller) heran. Gut allerdings das in diesem Buch auch ein Figur vor der Zeit stirbt – zumindest ist nicht alles Happy End.

Jetzt bin ich gespannt auf Teil 3 – nochmal 1000 Seiten. Alf – du bist schuld!

Soundtrack dazu: The Sparring – JFK, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.509

Greg Iles – Natchez Burning (Aufbau Verlag, 2017)

Gelesen: 03. – 28.02.2021, netto 997 Seiten.

Manchmal, ganz selten, kaufe ich Bücher weil Freunde mir diese empfehlen. Die Natchez-Trilogie von Greg Iles hat mir ein Freund empfohlen, wissend das ich James Lee Burke und seine Südstatten-Krimis um Dave Robicheaux liebe.

Also hab ich mir 3x 1000 Seiten besorgt und in den Kampf begeben. Auf jeden Fall ein guter Move für die Statistik 2021!

Wenn ich es recht verstehe sind diese Romane sowas wie ein Befreiungsschlag für den Autor: 2011 hatte er einen schweren Autounfall und musste sein Karriere (als Autor durchschnittlicher Krimis) auf Eis legen. 2014 hat er dann diesen Brocken rausgehauen. Und noch einen. Und noch einen. 3000 Seiten insgesamt.

Natchez liegt lustigerweise leicht westlich von Hamburg und Oldenburg, am Mississippi, direkt an der Grenze zu Louisiana. Tief im Süden, tief mitten in KKK-Land. Das ganze spielt kurz nachdem Hurrikan Katrina und zeigt eine Realität in den US of A: Lokale Größen, Lokale Polizeibehörden – Lokale Politik bestimmt das Leben.

So weit, so ähnlich zu James Lee Burke. Bei Greg Iles ist der Held Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, der realisiert das sein Vater seit den 60ern nicht ganz unberührt von dem ist was schlicht und einfach Mord aus rassistischen Gründen ist.

Das Buch erzählt den gleichen Strang aus mehreren Blickwinkeln, sowohl von Seiten der Guten als auch von Seiten der Bösen. Die Bösen sind dabei wirklich böse und auch entsprechend gewalttätig – eine Dinge sind echt fiese Ideen: Ein Rasiermesser mit einem Lederbesatz aus der gegerbten Schwanzhaut eines ermordeten Schwarzen … das setzt schon mal einen ehr überraschenden Maßstab.

Auf der anderen Seite die Guten, Penn sowieso aber auch seine Freundin (Karriere Journalistin) und Henry (lokaler Journalist, der seit Jahren die Aktivitäten der Bösen verfolgt). Und jede Menge Freunde von Penn und seinem Vater. Und das FBI, das im Kampf mit den lokalen Polizeibehörden liegt (und alle negativen Vermächtnisse aus den 60er ausmerzen will).

Das ganze ist schon eine große Story aber irgendwie sind viele der Charaktere sehr flach, wenig überraschend angelegt. Auch der Show-Down der nach 990 Seiten erreicht wird ist wenig überraschend und geht auch ehr so in bester Hollywood-Manier aus: Ein Guter opfert sich um die Bosse der Bösen zu erledigen. Vorher haben die Bösen gefühlt alle Optionen die Guten hier und jetzt zu killen.

Schon spannend und mit genug losen Enden um noch 2.000 Seiten zu füllen aber ein mich packender Thriller sieht dann doch etwas anders aus. Die Story selbst ist durch und durch realistisch, die US of A sind eine rassistische Gesellschaft. Und in einigen Staaten ist das auch immer noch dominant, nicht erst seit Trump.

Soundtrack dazu: Crime Wave – Oil Money, was sonst?

PS: Und was sagt Greg Iles?