Bücher, schnell gelesen: Teil 1.186

Christian Roux - Der Mann mit der Bombe (Polar Verlag, 2016)
Christian Roux – Der Mann mit der Bombe (Polar Verlag, 2016)

Gelesen: 18. – 19.07.2016 netto 140 Seiten plus Vorwort von Frank Göhre.

Hui, ein ganz und gar un-français Krimi – der sich dann doch als äußerst treffende Beschreibung der krieselden Grande Nation entpuppt.

Der Aufhänger ist grandios konstruiert: Larry ist arbeitslos und hat seine Familie verloren, aus Langeweile baut er eine Bombenattrappe und benutzt diese „erfolgreich“ bei einem Vorstellungsgespräch.

Aufgrund des Erfolges versucht sich mit dieser Attrappe an einem Banküberfall … und gerät in einen echten Banküberfall. Kurzentschlossen kidnappt er eine Gangsterin (Lu, ein junges Mädchen) und begibt sich mit ihr auf einen Road Trip ohne Happy End durch Frankreich. Am Ende sind beide tot, einzig weil Larry mit dem auf dem Trip geklauten Geld etwas gutes tun wollte.

Starkes und extrem verdichtetes Stück Roman Noir, Neo Polar oder Nouveau Polar – Herr Göhre hat mich ganz durcheinander gebracht!

Soundtrack dazu: An Escape For Louie, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.143

Ken Bruen - Kaliber (Polar Verlag. 2015)
Ken Bruen – Kaliber (Polar Verlag. 2015)

Gelesen: 19. – 21.12.2015, netto 176 Seiten.

Endlich was neues von Ken Bruen! Ok, neu ist hier etwas fehl am Platz … es handelt sich um eine Krimiserie die er 1998 bis 2007 geschrieben hat.

Warum aus dieser Reihe zuerst der vorletzte Band auf Deutsch erscheint ist mir nicht so klar aber ich hoffe das auch alle anderen Bände der „Detective Sergeant Tom Brant und Chief Inspector James Roberts-Serie“ noch veröffentlicht werden.

Das Buch hat einen schönen Twist über zwei Bücher: Eins vom Polizisten und eine geklauten Homage an Ed McBain’s Kriminalserie über das 87te Revier und eins vom Mörder (und ebenso ungeschrieben). Und das ganze in einem Buch das eine Homage an Ed McBain ist. Cool!

Was bekommen wir? Den ganzen Kosmos durchgeknallter Irrer: In Uniform, ohne Uniform, als Verbrecher und so weiter. Einfach herrlich. Das ganze kurz und knapp und am besten ist dieser Kosmos der Irren im Vorwort von Robert Brack beschrieben:

Robert Brack über Ken Bruen ( (c) Polar Verlag 2015)
Robert Brack über Ken Bruen ( (c) Polar Verlag 2015)

Und nein, es gibt kein Happy End und kein privates Glück. Im Gegenteil, es gibt einen Mörder (der davon kommt) der von dem Polizisten mit Mord bedroht wird. No rules rules! Ken Bruen rules aber sowas von! Lesen! Jetzt!

Soundtrack dazu: London SS, was sonst?