Melissa Ginsburg – Sunset City (Polar Verlag, 2023)
Gelesen: 27. –30.04.2023 (netto 196 Seiten).
Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt.
Wow, ein Krimi der im Gewand einer Alltagsgeschichte daherkommt. Charlotte hatte ihre beste Freundin Danielle an Drogen und das Gefängnis verloren – nur um sie danach wieder zu treffen und ihre Freundschaft von 0 auf 100 wieder zu beleben.
Aber dann klingelt es bei Charlotte an der Tür und ein Detektiv befragt sie zum brutalen Tod von Danielle.
Aus der Bahn geworfen fängt sie an Danielle nachzuspüren und findet Drogen, Pornos und Gewalt. Und in diese Welt steigt sie ein und spürt ihrer besten Freundin nach, immer mit einem Glimmer – entweder durch Drogen oder durch Alkohol. Weil sie sich Danielle ganz nah fühlen will.
Und während die Cops den ersten Verdächtigen, der dankbarer Weise auch noch Tot in seiner Wohnung liegt, als Täter ausmachen lässt Charlotte sich weitertreiben. Und geht eine Affäre mit Danielles Porno-Partnerin ein. Und geht Danielle Mutter auf den Sack. Und spült lange versteckte Wahrheiten raus.
Und, so ganz nebenbei und im Rausch, löst sie den Fall. Und bekommt ein Date mit dem Detektive.
Eine wirklich ganz wunderbare kleine Geschichte, clever erzählt und kenntnisreich in Szene gesetzt. Realität pur, ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger.
Adam Lebor ist ein englischer Journalist der seit 1991 als Auslandskorrespondent in Budapest lebt und schreibt: Für Zeitungen aber auch Bücher. Beim Lesen des Buches merkt man ziemlich schnell das er sowohl die Ungarische Politik (und deren Machtzentren) als auch die Stadt und ihre Bewohner im Detail kennt und in Szene setzen kann.
Das Setting ist 2015, zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise, als Ungarn versuchte … ja was eigentlich? Die westlichen EU Länder zu erpressen? Die Syrischen Flüchtlinge zu instrumentalisieren? Europa vor den Flüchtlingshorden zu schützen?
Ne, ganz bestimmt nicht. Ungarn dachte zuerst an sich selbst und das in der Form einer korrupten Regierungskaste. Alte Linien, bis zurück zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. in den zweiten Weltkrieg.
Die Hauptfigur ist wie die Flüchtlinge ein Aussenseiter: Balthazar Kovác, Kommissar bei der Mordkommission, ist Rom. Gypsy. Zigeuner. Aus Sicht des gemeinen Ungarns ein mit hoher Wahrscheinlichkeit Krimineller (was tatsächlich für seinen Bruder zutrifft). Über einen toten Syrer stolpert er in eine sehr banale Geschichte, die aber immer höher geht und am Ende ein System aufdeckt bei dem die Mächtigen so richtig absahnen.
Mit relativ wenig Tempo geht die Geschichte voran, unter anderem auch weil Adam Lebor sehr viel Wert darauf legt die Stadt, ihre Bewohner, die Historie und die Minderheiten (Roma, Juden, Flüchtlinge aus dem Balkankrieg) zu beschrieben.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte Tempo auf und bekommt auch ein wenig mehr Härte: Eine Ministerin, die einen Killer mit dem Absatz ihrer Stilettos um die Ecke bringt ist schon eine echte Show. Obendrauf kommt dann sogar noch etwas von einem internationalem Spionagethriller.
Spannend, interessant im Blick auf Budapest und Ungarn – das manchmal mangelnde Tempo ist zu verschmerzen.
Monday evening upstairs at the Hafenklang is a fixture for Punk Rock, Table Tennis with a DJ – on this rainy evening it was Pkew Pkew Pkew (or Pkew x3 in short) from Toronto with The Muttnicks as surprising local support.
When i arrived rather early The Muttnicks where already on stage and about to kick into their short (20 min i guess) set. I never came across them prior, so a neat surprise. They play a very american style, somewhere between Pop Punk and eg. Bad Religion style of Hardcore.
For me the guitar is their main asset, next to be actually being very tight together. The singer is a bit of a a bad joke man, i had “oh yeah, loudmouth” more than once in my head.
The Muttnicks (Hafenklang, Hamburg, 24.04.2023 (c) gehkacken.de 2023)
What they do they do very good, not 100% up my mu-sick-al alley but as noted, very tight. Check them out for yourself, within that they even have a veritable banger (that also came across live absolutely great):
With excellent lyrics to sing-a-long:
you gotta man up, be tough, don't you fucking cry
I cry in public if it bothers you just get in line
you fruity faggot, you queer, you look fucking gay
your words might hurt me now but I won't change anything
my decision, it's my decision
you want a piece of me
you won't make my decision for me
my decision, it's my decision
you want a piece of me
you can't make my decision for me
you gotta get in line, shut up and never flinch
I demand everything for everyone, I won't shut up
you know the way you act you'll pay a fucking price
I don't care what it costs, I maintain against the grain
my decision, it's my decision
you want a piece of me
you won't make my decision for me
my decision, it's my decision
you want a piece of me
you can't make my decision for me
If they come across again i will definitely have another look at them.
Next Pkew Pkew Pkew, this time round as “Pkew x3 minus 1”. My mate with me that night had seen them as a 4 piece at the Booze Cruise Festival and was full of praise for them: Energy, drive, humor and all of that paired with enjoyable songs and multi-vocal singing.
How did it sound as a 3 piece? Like this:
Where The Muttnicks where tight, Pkew where actually hand-in-glove. Their sound is full of breaks, speed variations and a zillion other tricks paired with multi-vocal singing and … harmonies. Plenty of harmonies.
Looking up some of their stuff i make a wild claim that they sing about Pizza, Beer and Skateboarding but that may just me too short sighted. They also have some wider themes, even down to outright poetry in the song title: “Let The Bridges We Burn Light The Way“.
They played for like 45 Minutes and then prepared for table tennis with this encore:
Nice one, making that Monday fixture yet again of value. And frank, me mate was not wrong, i can see how they can give a Pizza and Beer loaded Booze Cruise audience a great moment!