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Leye Adenle – Zügel der Macht (InterKontinental, 2025)

Gelesen: 22. – 29.09.2026 (netto 349 Seiten)

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer.

Perfekt, endlich mal wieder was aus Afrika. Zumindest eine kleine Krimi-Serie (3 Bände, dieser ist der erste), die in Lagos, Nigeria, spielt.

Am Anfang ist es die Geschichte von Guy Collins, einem britischen Journalisten, der nach Lagos entsandt wird um über die bevorstehenden Wahlen zu berichten. Seine Ex-Freundin und Kollegen, die die Stadt bereits besucht hatten, hatten ihm ein lebhaftes Lagos versprochen, in dem er die Zeit seines Lebens verbringen würde.

In Echt sieht das ganze ganz schön viel mieser aus: Nach seinem ersten Barbesuch, garniert mit einer verstümmelte Leiche, folgt eine Begegnung mit der ehr korrupten nigerianischen Polizei sowie ein Abenteuer mit Amaka, die eine NGO organisiert, die sich um die Sicherheit von Prostituierten kümmert.

Und damit gleitet die Story mehr und mehr auf Amaka über, die quasi auf einem permanentem Rachefeldzug ist. Und Lagos als ein Ort, der von Verbrechen und illegalen Machenschaften der dortigen Führungselite geprägt ist. Politik, Geschäftsleute, Polizei – you name it.

Die Leiche, wegen der Guy in Haft (und dann auch wieder nicht in Haft) gelandet ist, sorgt in den Kreisen der Elite von Lagos für große Unruhe. Auf Polizeiinspektor Ibrahim (der Guy “verhaftet” hat) wird Druck ausgeübt, den Fall zu lösen und die Wohlhabenden vor dem drohenden Chaos zu schützen.

Offensichtlich steht vieles steht auf dem Spiel, doch niemand weiß so recht, was hinter den Kulissen vor sich geht. Irgendwie scheint ein “Malik” die Fäden zu ziehen, vor dem hat auch Amaka Angst. Werden Frauen wegen Hexerei oder für den illegalen Organhandel ermordet?

Ziemlich spannender Einstieg, mit viel realer Brutalität und Gewalt wird ein sehr reales Bild von Lagos und den Herrschenden aufgezogen. Die Spannung hält auch hoch, das Leye Adenle Kapitel für Kapitel jeweils einen Einstieg und eine Ende setzt, egal wie kurz das Kapitel ist.

Irgendwie schräg ist aber, das die Story konsequent in der Ich-Perspektive von Guy läuft. Im Grunde ist es ein „Amaka-Thriller“ und da hätte ich erwartet, dass – falls die Ich-Perspektive überhaupt zum Einsatz kommt – Leye sie für Amaka verwenden würde.

Da ich aber schon tief im 2ten Band bin, kann ich verstehen warum das erste Buch in dieser Perspektive zuende gebracht wurde.

Cool, spannend, real. Das Kopfkino zündet. Jetzt kommt Band 2 und dann Band 3.

Soundtrack dazu: Accidente – Las victorias más bellas, was sonst?

PS: Das Buch ist im Original nach diesem Song benannt…

PPS: Und Leye über Prostitution in Lagos

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