Bücher, schnell gelesen: Teil 1.430

Alan Parks - Tod im Februar (Heyne Hardcore, 2019)
Alan Parks – Tod im Februar (Heyne Hardcore, 2019)

Gelesen: 21. – 31.12.2019, netto 419 Seiten.

Mehr Seiten und mehr Härte: Die Fortsetzung von Blutiger Januar ist dabei aber alles andere als weniger blutig.

Im Gegenteil! Was mit einem auf bestialische Weise ermordetem Celtic Spieler am 10. Februar 1973 beginnt endet am 19. Februar 1973 mit so einigen Überraschungen.

Wieder ist Detective Harry McCoy ein einsamer Cop in einer dreckigen, kalten und dunklen Stadt. Weder seine eigenen Teufel kann er im Zaum halten (und wenn, dann nur mit Alkohol, Cannabis und Speed) noch kann und will er die Teufel in der Stadt im Zaum halten. Im Glasgow der 70er setzt die Polizei auf die gute alte „wir kennen unsere Gangster und die sorgen für Ruhe“ Methode.

Der Mord jedoch bringt indirekt dieses Gleichgewicht durcheinander und McCoy muss sich vor allem seinen Teufeln stellen: Den größten bringt er dabei um die Ecke (und kommt damit mit einem Polizisten Mord durch). Diese moralische Richtschnur gibt den Takt vor und als dann noch der King der Northside ums Leben kommt geht es im nassen und kaltem Glasgow um die Krone…

… und ganz nebenbei schafft es Alan Parks in diesem Buch eine leidenschaftliche Anklage zu zwei historisch heiklen Themen im United Kingdom anzubringen: Der Missbrauch von Jungs in Erziehungsheimen und die bestialischen psychiatrischen (Folter-) Methoden die an ihren Müttern durchgeführt wurden: Hier erlebt die Lobotomie (die in Dänemark (sic!) noch bis in die 80er anerkannt war) eine grauenvolle Rückkehr. 

Und aus der downward spiral gibt es für McCoy offensichtlich keine entkommen. Kurz bevor er von Speed auf H upgraded bekommt er jedoch die Kurve, allerdings ist die Welt nüchtern für ihn zu hart: Ein Mörder löst bei ihm alle Blockaden…

( (c) Heyne Hardcore 2019)
( (c) Heyne Hardcore 2019)

Ein unfassbar gutes Buch, ich freue mich wie Bolle auf den März!

Und wieder unfassbar gut übersetzt von der wunderbaren Conny Lösch, ein Qualitätsmerkmal!

Soundtrack dazu: Rascalton – Police, was sonst?

PS: Und was sagt Alan Parks so?

FAVOURITE WRITER
I like James Ellroy. His books are books about Los Angeles that happen to have crime in them. They’re the history of post-war Los Angeles. In my deluded state I thought: ‘I’ll try and do the same thing for Glasgow.’

IDEAL DINNER PARTY
I once went to dinner and Malcolm McLaren was there. This was not long after the Sex Pistols and I thought: ‘If he asks me what I do I’m going to have to kill myself.’ “I manage Lloyd Cole and the Commotions.” It’s not really the cutting edge of anarchy. And he asked and he was really gracious. So I’d like him. And Germaine Greer. She’d be interesting to listen to.

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