Bücher, schnell gelesen: Teil 1.390

Sarah Gran - Das Ende Der Lügen (Heyne Hardcore, 2018)
Sarah Gran – Das Ende Der Lügen (Heyne Hardcore, 2018)

Gelesen: 30. – 31.05.2019, netto 340 Seiten

Von Sarah Gran hatte ich bisher nur ein Buch gelesen und war der Meinung das es bei Hard Case Crime am besten aufgehoben wäre – das stimmt hier auch, aber Heyne Hardcore ist ein ebenbürtiger Ersatz.

Es geht brutal zu, die Heldin quält sich nur dank Drogen, Schmerzmitteln und dem Ausnutzen von anderen Menschen durch den Fall. Den Fall? Nein, eigentlich sind es mehr als einer. Eigentlich sind es alle Fälle (die es gibt).

In einem großen Bogen beschreibt Sarah die Sinnsuche von Claire DeWitt, großspurige „Beste Detektivin der Welt„, im hier und jetzt. Und dabei ist Claire nur glücklich wenn sie Rätsel zu lösen hat. Und so zieht es sie durch die US of A, immer auf der Suche nach einem neuen Rätsel.

Nur um am Ende bei immer gleichen Rätsel aus ihrer Jugend zu landen. Spannend, manchmal verwirrend, oft genial (wenn es um Jacques Silette geht) und wenn notwendig heftig brutal. Mit einem tollen Ende: Wer ahnte schon das es ein Heft #201 von Cynthia Silvertons Groschenheften gibt?

Eine Spur der sinnlosen Gewalt wäre auch eine gute Beschreibung, im Buch bleibt es „Der Fall des unendlichen Asphalts„.

Ich kauf mir jetzt die anderen Claire DeWitt Krimis.

Soundtrack dazu: Occult Detective Club – Calling The Detectives, was sonst?

Und wie ist Sarah so?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.385

Nico Walker - Cherry (Heyne Hardcore, 2019)
Nico Walker – Cherry (Heyne Hardcore, 2019)

Gelesen: 09. – 13.05.2019, netto 367 Seiten

Hoffnungslos. Dieses Wort beschreibt das Buch wohl am besten. Und der Schreibstil ist irgendwie statisch: Alles was ich lese habe ich genauso oder ähnlich ein paar Seiten vorher gelesen. Und genau dieser Stil passt perfekt zur Hoffnungslosigkeit des Buches und dem Leben in den US of A im Banne der Opiatkrise und dem Irak Krieg.

Der namenlose Protagonist ist im ersten Drittel ein Drogen affiner Highschool Looser, der weder die High School noch sein Leben auf die Reihe bekommt, schon gar nicht seine Freundin bzw. irgendeine Freundin. Der Hoffnungslosigkeit entgeht wer in dem er sich freiwillig für den Irak meldet, obwohl er noch schnell seine Freundin heiratet.

Im zweiten Drittel sind wir mit ihm im Irak und alles was dort passiert ist völlig Sinn- und Hoffnungslos, sowohl für die Iraker als auch die amerikanischen Soldaten. Der Protagonist ist ein schlecht ausgebildeter Frontsanitäter, der mit Ibuprofen helfen soll. Das Interesse an Drogen hat er nicht verloren, sie kommen mit der Feldpost aus der Heimat.

Im letzten Drittel kommt er entsprechend fertig, abhängig und traumatisiert zurück und ergibt sich völlig den Drogen:

Cherry ( (c) 2019 Heyne Hardcore)
Cherry ( (c) 2019 Heyne Hardcore)

Und von diesem High geht es gemeinsam mit seiner Freundin nur bergab. Am Ende überfällt er Banken um Geld zu beschaffen und fährt ein.

Nico Walker, der Autor, hat das Buch im Knast auf einer alten Schreibmaschine geschrieben. Das Buch ist eine Biographie denke ich, denn Walker sitzt 11 Jahre wegen Bankraub ab.

Als Anti-Drogenbuch nur bedingt geeignet, das es sich manchmal wie eine Aneinanderreihung von Bargeschichten ließt – kleine Geschichten aus dem Leben des Protagonisten: Zum Angeben, zum Wichtigmachen und zum Abschrecken. Für mich nicht der große Wurf als der er zur Zeit gehandelt wird.

Soundtrack dazu: none – rather a movie…

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.376

John Niven - Kill 'em all (Heyne Hardcore, 2019)
John Niven – Kill ‚em all (Heyne Hardcore, 2019)

Gelesen: 14. – 16.03.2019, netto 375 Seiten

Das lange erwartete Sequel zu Kill Your Friends – diesmal mit mehr Gewalt, mehr Schock und weniger … Rock.

Wo Kill Your Friends im Musik-Biz von 1997 aufhörte macht Kill ‚Em All 2017 in dem Fachgebiet weiter das man wohl als die Reste des Musikgeschäftes bezeichnen kann. John Niven macht es sich einfach und legt das Buch als Geschichte über Michel Jackson an, der hier Lucus Du Pre heißt und ein kinderfickender Megstar ist.

Dieser Star ist aber ausgebrannt und steht voll in der Pleite. Steven Stelfox, eigentlich im Ruhestand, wird engagiert um irgendwie irgendwas zu retten. Und das macht er nicht unter einem neuen 9-11 und vielen Toten.

Die Story ist völlig gaga, die Witze und Abseitigkeiten derbe und die Weisheiten sind selten. So richtig Sinnlos wird es am Ende, wenn Steven Vater wird anstatt die Mutter seiner Tochter (die mit den prägnanten Worten „Auch ihr Körper ist ein Volltreffer: klein, mit schlanker Taille, beachtlichem Vorbau und knackigem Arsch. Ihre Enge Jeans hält ihren Hintern offenbar genauso mühevoll im Zaum wie das Black Flag T-Shirt ihre Titten“ in die Geschichte eingeführt wird.) um die Ecke zu bringen.

Das Buch ist schön dreckig aber als Sequel (übrigens auch zu Gott Bewahre! völlig sinnlos. Und irgendwie auch völlig langweilig, da in dem ganzen Lärm wenig interessante Spitzen sind. Und irgendwie erklärt John Niven auch viel zu viel – hat er Angst seine Leser haben keine Fantasie?

Flüssig und schnell zu lesen, aber das Kopfkino zündet definitiv nicht.

Soundtrack dazu: Cock Sparrer – Take ‚Em All, was sonst?