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  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.264

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.264

    Simone Buchholz - Beton Rouge (Suhrkamp, 2017)
    Simone Buchholz – Beton Rouge (Suhrkamp, 2017)

    Gelesen: 29. – 30.08.2017, netto 219 Seiten.

    Und wieder ein St. Pauli Krimi von Simone Buchholz und wieder ein kleiner Spass mit den Namen der Polizisten (zB Lienen, Sahin, Acolatse) und der Unsymphaten (zB Beyersdorfer). Und wieder ein ernstes Thema locker verpackt.

    Was ich bei Simone Buchholz mag ist mit welcher Leichtigkeit sie viel Inhalt in kurze Kapitel packt, viele Bedeutung in wenig Worte bekommt. Und das es immer einen ernsten Kern gibt. Und der mit beiden Beinen in der Wirklichkeit steht.

    Diesmal ist es “das” Verlagshaus an der Elbe und seine Art die Kosten zu senken. Angefeuert von einer Clique, die sich aus Jugendtagen kennt. Und die zum Ziel von fieser Rache wird.

    Simone Buchholz ( (c) Suhrkamp 2017)
    Simone Buchholz ( (c) Suhrkamp 2017)

    Und ja, die Rache ist mehr als verdient. Aber – und hier kommt der Krimiexperte nicht umhin den Hut zu ziehen – es geht nicht um die Geldfaschisten, es ist und bleibt bei fiesen Dingen immer … etwas persönliches.

    Gut, schnell und voller Liebe. Klasse.

    Soundtrack dazu: The Kidnappers, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.263

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.263

    Oliver Harris - London Stalker (Blessing, 2017)
    Oliver Harris – London Stalker (Blessing, 2017)

    Gelesen: 27. – 28.08.2017, netto 360 Seiten.

    Endlich was neues von Nick Belsey, dem etwas anderen Cop aus London. Und etwas anderes ist auch die Story, die sowas von modern ist. Zu modern für die Polizei, also nimmt sich die Pariah Nick der Sache an.

    Nick droht eine Anklage und ist deswegen suspendiert. Und da er auch obdachlos ist kommt ihm die Aufgabe seines alten Reviers mehr als zurecht – er quartiert sich in der leeren Polizeiwache ein. Und dort findet ihn eine verwirrte Mutter auf der Suche nach ihrem Sohn und tritt damit einen unfassbar guten Parforceritt durch London los.

    Und das mit einem hohen Tempo. Und mit so Modernen Dingen wie Instagram und Facebook … es geht um Promis und ihre Stalker. Und weil Nick suspendiert wird kann er die ganze Sache mit einer Geschwindigkeit verfolgen die der normalen Polizei einfach nicht möglich ist. Also ist er den  Cops immer weit voraus, was dazu führt das er in den Focus der Ermittlungen gerät.

    Und aus der Stalker-Nummer wird … ein ganz großes Ding. Und ganz anders.

    Einfach nur top! Kaufen! Lesen!

    Soundtrack dazu: Gallows, was sonst?

    PS: Und ja, das Cover passt wieder nicht.

    Oliver Harris - The House of Fame (Jonathan Cape, 2016)
    Oliver Harris – The House of Fame (Jonathan Cape, 2016)
  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.262

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.262

    George Pelecanos - Hard Revolution (Ars Vivendi, 2017)
    George Pelecanos – Hard Revolution (Ars Vivendi, 2017)

    Gelesen: 23.08. – 27.08.2017, netto 389 Seiten.

    George P. Pelecanos ist ja sowas wie der Geschichtsschreiber von D.C. (wie in Washington D.C.) und hier breitet er ganz großes Epos aus – von 1957 geht es bis 1968. Von den unschuldigen Spielen weißer und schwarzer Jungs bis zu den Riots, die D.C. für fast eine Woche lahmlegten (nachdem Martin Luther King JR am 04.04.1968 ermordet wurde).

    Geschickt erzählt er dabei im Vordergrund die Geschichte des jungen Cops Derek Strange und im Hintergrund von den vielen Ungerechtigkeiten, die schwarze damals ertragen mussten. Und die verhindern sollten, das sie aufsteigen. Schwarze Cops waren die Ausnahme und wenn dann nur in einfachen Dienstgraden und korrupte Weiße Cops die Norm. Dazu packt Pelecanos jede Menge Musik und zeigt wie wichtig Musik für die Identität von Generationen (und Kulturen) war.

    Die Geschichte wird breit und langsam erzählt und am Ende muss der langsame und träge Fluss durch ein immer engeres Tal: Die Geschwindigkeit nimmt zu, der Wasserstand wird höher und irgendwann brechen alle Deiche. Und die Musik verschwindet und wird durch den Lärm von Waffen und Feuer ersetzt.

    Happy End? There ain’t no fuckin’ happy end! Großes Kopfkino, wenn auch manchmal mit einem moralischen Zeigefinger (etwas, was bei mir immer Ekel auslöst). Ansonsten ein perfektes Buch mit einem Einblick in eine tief rassistische Gesellschaft!

    Soundtrack dazu:  Listen to the youth, what else? Oder dem von George zusammengestellten Soundtrack.

    PS: Das amerikanische Cover ist irgendwie stimmiger…

    George Pelecanos - Hard Revolution (Little, Brown and Company , 2004)
    George Pelecanos – Hard Revolution (Little, Brown and Company , 2004)