Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.602

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.602

    Riko Onda – Die Aosawa Morde (Atrium Verlag, 2022)

    Gelesen: 18. – 24.08.2022 (netto 352 Seiten)

    Es passiert mir nicht oft, das ich keinen Zugang zu einem Buch bekomme. Aber manchmal ist das einfach so.

    Diese Buch habe ich nach 104 Seiten abgebrochen, da das Lesen mich gequält hat. Und zwar die durchaus clevere Idee der Erzählweise, weniger der Inhalt.

    Das Buch besteht aus vielen Kapiteln, jedes Kapitel ist das Transkript eines Gespräches, wobei man nur die Antworten, nicht aber die Fragen zu lesen bekommt. Wer Fragt und wer Antwortet wird nicht verraten (kann aber erahnt werden).

    Mir war das am Ende zu Anstrengend, zu wenig Zielführend und … überhaupt.

    Soundtrack dazu: Keiner.

    PS: Will jemand das Buch versuchen? Ich verschenk es (ggf. gegen Porto).

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.601

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.601

    Peter Farris – Letzter Aufruf Für Die Lebenden (Polar Verlag, 2022)

    Gelesen: 09. – 17.08.2022 (netto 403 Seiten plus Nachwort von Jon Bassoff)

    Spannend – das Buch ist 10 Jahre alt und kommt “erst” jetzt in Deutsch auf den Markt, sehr passend in der Dark Places Serie des großartigen Polar Verlages.

    Das Buch beginnt als Bankräuber Story (mit dem ersten lakonischen Mord auf Seite 35), geht dann über in einen Hinterwäldler-Meth-Aryan Brotherhood-Knaller und zielt dann ehr in die Richtung Stockholm-Syndrome.

    Etliche unappetitliche Tote weiter ist es dann ehr eine Vater-Sohn-Geschichte um dann am Ende in ein zugeggeben großartiges Bankräuber Shoot Out abzubiegen.

    White Trash, Meth, Suff, schmutziger Sex, Südstaaten-Rassismus aka Southern Pride, durchgeknallte Irre in einer Klapperschlangenanbeterkirche, der klassische geschiedene Säufer als Dorfsheriff, die Feds, Knastgangs und ihre Hirachien und jede Menge lakonische Gewalt.

    Ist schon eine ganze Menge was hier zusammenkommt. An manchen Stellen ist das schon ein wenig überbordend (bzw. unsortiert) an anderen Stellen ziemlich spannend: Wie Hinklin (der Bankräuber) und Charlie (die Geisel) die extrem fiesen Jungs des Brotherhood fertigmachen ist absolut großartig beschrieben.

    Was ich so gar nicht verstanden habe sind die Passagen in kursiv im Buch, sind das Flashbacks oder Fieberträume? Was soll das? Ohne diese Passagen wäre das Buch ein wenig mehr hard-boiled, ein wenig mehr stringent. Würde mir besser gefallen.

    Am Ende gewinnt das Buch mich aber doch: Eine perfekte downward spiral an lakonischer Gewalt mit wirklich fiesen Burschen. Sehr real und wahrscheinlich aus dem echten Leben der US of A gegriffen.

    Soundtrack dazu: Cable – Failure Comin’ Down, was sonst?

    Das ganze Buch hat Kapitelreferenzen zu dieser LP, passt perfekt. Warum? Weil Peter Farris der Sänger der Band ist/war und die LP ein Konzeptalbum für einen imaginären Film. Das Buch passt da nicht 100% zur Story aber das ist egal. Spannend!

    Daddy was a bad man from a bad land
    Gave him twenty years – served them like a man
    Momma was a southern belle from a southern hell
    Had a bad leg and trouble with the pills
    
    They were married in the month of July
    It was a shotgun wedding
    Bought everything that the lord ever sold
    Except the happy ending
    

    PS: Der passende Buchtrailer…

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.600

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.600

    S.A. Cosby – Die Rache Der Väter (Ars Vivendi, 2022)

    Gelesen: 01. – 08.08.2022 (netto 334 Seiten)

    Walter Mosley, ein von mir sehr verehrter Krimi-Autor, hält S.A. Cosby für nichts weniger als die Zukunft des schwarzen Krimi-Genres in den US of A. Das ist mal eine Ansage.

    Jetzt habe ich seine ersten beiden Bücher gelesen und ja, Walter Mosley hat recht. Das ist geiler Scheiß! Alles was Blacktop Wasteland so lesenswert gemacht hat finde ich auch hier wieder: Tempo, Härte und “Ein Mann sieht rot”. Ok, hier sind es Zwei Väter die rot sehen. White Trash ist auch wieder dabei, dazu aber noch ein neues Thema – selbst bestimmte Sexualität.

    Sag Hallo zu Ike, Kampfnahme Riot, der nach harten Jahren im Knast saubere 15 Jahre hingelegt hat. Sein Frieden ist ihm wichtig. Ike ist schwarz und hält sich so weit es geht von den Cops und Problemen fern.

    Sag Hallo zu Buddy Lee, 1A White Trash Gangster. Immer noch mit Kontakten. Immer noch hart drauf.

    Was verbindet die beiden? Ihre Söhne Isiah und Derek. Den die beiden haben geheiratet. Sind ein schwules Ehepaar. Was für einen Schwarzen ebenso wie für einen Weißen natürlich eine Vollkatastrophe ist.

    Und dann werden Isiah und Derek ermordet und die Cops kümmert das nicht wirklich. Und das setzt dann das ungleiche Paar Ike & Buddy Lee in Bewegung. Und wie ein kleiner Schneeball, der einen ziemlich großen Abhang runterrollt, nehmen die beiden sowohl an Fahrt als auch an … Wirkung auf.

    Rache, Rache und nochmal Rache. Beinhart. Und am Ende sind alle, die mit dem Tod ihrer Söhne zu tun hatten, ausradiert. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und die Cops können ihnen nichts nachweisen.

    Ein famoser Ritt, gnadenlos gut und fast eine US of A Adaption von Kraftidioten (aka In Order Of Disappearance aka Einer Nach Dem Anderen), nur weniger lustig. Denn am Ende geht es darum, das sowohl Ike als auch Buddy Lee erkennen das sie ihre Söhne geliebt haben. Ohne wenn und aber. Ohne das ihre Sexualität auch nur irgendeine Rolle spielt.

    Ich bin begeistert! Am besten beide Bücher hintereinander weg lesen. Bäng, Bäng, Bäng.

    Soundtrack dazu: Stars & Stripes – We Are The Dying Breed, was sonst?

    PS: Das deutsche Cover passt wieder nicht, schade.

    S.A. Cosby – Razorblade Tears (Flatiron Books, 2021)

    PPS: Und S.A. Cosby so?