Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: 1.798

    Bücher, schnell gelesen: 1.798

    Jasper FForde – Wie Die Karnickel (Satyr Verlag, 2025)

    Gelesen: 18. – 30.11.2025 (netto 396 Seiten)

    Aus dem Englischen von Miriam Neidhardt.

    Alternativuniversum ctd. Und wer, wenn nicht Jasper Fforde, bekommt ein solches mit vermenschlichten Kaninchen hin?

    Keiner.

    Und eigentlich auch er nicht. Wenn nicht 2020 das Jahr des Brexit gewesen wäre. Und der Start in ein “ohne die” auf dieser kleinen Insel jenseits des Môr Udd.

    Irgendwas, was genau wird nicht erklärt, hat vor 55 Jahren dazu geführt das Kaninchen (aber auch Wiesel, Füchse und andere Tiere) eines Morgens vermenschlicht waren. Sie konnten sprechen, sie konnten lesen und sie konnten mit den Menschen mithalten.

    Und in den Dörfern von Britannien sind sie mit ihrer komischen Art, ihrer seltsamen Religion und ihrem Veganismus ein Störenfried.

    Und weil sie komische Dinge trinken.

    ( (c) Satyr Verlag, 2025)

    Also gibt es eine Rabbit Compliance Task Force der Regierung, es gibt die Hooligans von TwoLeggsGood, es gibt die United Kingdom Anti Rabbit Party (die den Regierungschef stellt) und auf der anderen Seite die Rabitt Support Agency.

    Alle beflissentlich dabei … die ganze Nummer schön ernst in die Scheiße zu reiten.

    Peter Knox arbeitet als Kaninchen-Spotter (denn die Karnickel sehen für den Menschen ja alle gleich aus) bei der Rabbit Compliance Task Force und trifft sein alte Unifreundin Connie (ein Kaninchen) wieder. Hatten sie mal was? Werden sie was miteinander haben? Und arbeitet sie für den Kaninchenuntergrund?

    Was Anfangs putzig ist, wird von Jasper Fforde mit gekonnter Hand in Richtung Ausgrenzung, Auslöschung, Rassismus und Leporiphobia gelenkt. Aus putzig wird fies.

    Aus fies wird … der Tod. Oder zumindest ein vom Fuchs verspeistes Auge.

    Schön kleinkariert, schön verdreht und einfach voller Wahrheiten. Augen auf!

    ( (c) Satyr Verlag 2025)

    Ich mag den Kosmos von Jasper, er hilft den Kopf frei und offen zu halten.

    Lesen! Löwenzahnbrennen!

    Und das Ende? Supersmart und schnell. So geht Spannung!

    Soundtrack dazu: Radio Stars – From A Rabbit, was sonst?

    PS: Und warum Karnickel?

  • Bücher, schnell gelesen: 1.797

    Bücher, schnell gelesen: 1.797

    Tony Hillerman – Sturz in die Tiefe (Unionsverlag, 2025)

    Gelesen: 12. – 17.11.2025 (netto 276 Seiten)

    Aus dem Englischen von Klaus Fröba.

    Das 12te Buch seiner Navajo-Police Serie und es bringt den Ruheständler Joe Leaphorn und seinen Nachfolger Jim Chee zusammen: Chee als Polizist, Joe als Privatermittler ohne Lizenz.

    Kletterer entdecken unterhalb des Gipfels des Schiprock, einem Heiligen Berg der Navajo, ein Skelett. Für Chee, der mit Viehdiebstählen, seiner neuen Rolle als Acting Lieutenant und seiner Beziehung genug um die Ohren hat ist es lediglich ein Unfall, nichts mit Priorität.

    Aber dann steht Joe vor der Tür und kommt mit der Erinnerung an einen vor 11 Jahren verschollenen Rancher und Kletterer um die Ecke. Und ab da hat Chee einen Fall.

    Und Joe wird von einer Firma angeheuert, die der Frau des verschollenen Kletterers das Erbe (in Form einer Ranch) abnehmen wollen. Weil dort Molybdän lagert.

    Am Ende haben beide damit das Ziel den Fall, der sich nach gerichtsmedizinischer Untersuchung von Unfall zu Mord geändert hat, zu lösen.

    Und die Natur und das spirituelle Erbe der Navajo zu schützen.

    Ein extrem spannende Geschichten, die wie immer bei Tony Hillerman in einer spektakulären Natur spielt. Und diese Natur wird mit viel Liebe erzählt (und erhalten).

    Am Ende wird der Fall geklärt aber eine Happy End gibt es so nicht, mal ab davon das sich die Viehdiebstähle mit einer Überraschung aufklären. Für Chee schließt sich eine Tür, ggf. geht eine neue auf. Das Leben. Es geht weiter.

    Was soll ich sagen, wieder ein wunderbares Buch mit so viel Liebe für die Navajo und ihre kleine Ecke da in den US of A.

    Klasse Zeug!

    Soundtrack dazu: Meat Puppets – Climbing, was sonst?

    PS: Der Shiprock ist schon einer cooler … Rock.

  • Bücher, schnell gelesen: 1.796

    Bücher, schnell gelesen: 1.796

    Candice Fox – Devil’s Kitchen (Suhrkamp, 2025)

    Gelesen: 05. – 11.11.2025 (netto 422 Seiten)

    Aus dem australischen Englisch von Andrea O’Brien.

    Das sind schon packende Bücher, die Candice Fox so schreibt. Ihre letzten Bücher spielen alle in Amerika und sind durchweg Einzelstücke. Diesmal ist sie in NYC zugange und packt sich dortige Helden (um sie schön zu zerlegen).

    Die New Yorker Feuerwehrleute sind seit 9/11 Helden und kommen mit vielen Dingen durch. Ein Truppe, die Crew von Fire Engine 99, treibt es dabei etwas wilder: Feuer werden gelegt um sie zu löschen. Und nebenbei im Brand- und Löschchaos Banken, Juweliere und andere Gelegenheiten auszunehmen.

    Ben gehört zum Team und kommt damit gut klar, zumal er frisch verliebt ist: Luna und ihren Sohn Gabriel hat er bei einem Einsatz kennengelernt. Aber dann sind sie auf einmal verschwunden und er hat Angst das seine Kumpel sie um die Ecke gebracht haben. Weil er Luna zuviel erzählt hat.

    Und das bringt ihn dazu sich der Polzei anzuvertrauen. Die hat aber keinen Bock darauf die Feuerwehrhelden dranzubekommen und gibt das ganze an das FBI. Dort landet der Fall bei Tim Newler, der sich – typisch das aktuelle Amerika – privater Ermittler bedient um seine Fälle schnell und unbürokratisch zu lösen.

    Und das bringt Andrea „Andy“ Nearland, eine Spezialistin für verdeckte Ermittlungen und das “einschleichen” in Verbrecherbanden in das Leben von Ben. Und in das Team von Fire Engine 99.

    Und dann dreht Candice Fox (mal wieder) so richtig auf: Tempo, Härte und eine weibliche Heldin die doppelt so hart drauf ist wie die Männer der Feuerwehr. Die viel mehr ab kann. Die im Leben viel mehr erlebt und ertragen hat.

    Die Spannung wird wunderbar hoch gehalten (ist Andy aufgefolgen?) und steigt immer weiter an. Ebenso wie das Tempo zunimmt. Und das Chaos. Mann spürt förmlich, wie das eingespielte Team von Fire Engine 99 auseinanderbricht.

    Am Ende? Kein Happy End. Zumindest nicht für Ben, nicht für seine Feuerwehrkollegen und nicht für Tim. Aber für Andy, die eigentlich Dahlia heißt. Und sich endgültig selbstständig macht.

    Schon cooler Scheiß!

    Soundtrack dazu: BRUT – Fire and Violence, was sonst?

    PS: Und Candice so?

    PPS: Und der Sound von Fire Engine 99?