Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.246

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.246

    Ken Bruen - Brant (Polar Verlag, 2017)
    Ken Bruen – Brant (Polar Verlag, 2017)

    Gelesen: 31.05. – 02.06.2017, netto 242 Seiten

    Ein Ken Bruen – das ist immer wieder eine sichere Garantie für einen lustigen aber auch brutalen Krimi. Nicht anders Brant, im englischen Original BLITZ … or Brant hits the Blues. Der englische Titel ist dabei ein wunderbares Wortspiel das leider im deutschen nicht so richtig funktioniert.

    Diesmal ist nicht nur Detectiv Sergeant Brant in der Scheisse sondern die gesamte Londoner Polizei, treibt doch ein durchgeknallter Killer ein Cop-Killer Spiel. Während dieser sich locker durch die Reihen der Polizei mordet haben die Cops ganz andere und eigene Probleme.

    Und da der Cop-Killer nicht nur mediengeil ist sonder auch noch clever ist … müssen sie ihn auch noch laufen lassen. Aber Ken Bruen wäre nicht Ken Bruen wenn es dannach nicht noch einen Höhepunkt geben würde.

    Unbedingt kaufen! Unbedingt lesen.

    Soundtrack dazu: Booze & Glory, was sonst?

    PS: Das Buch ist von 2002 und es wurde 2011 mit Jason Statham, Paddy Considine, Aidan Gillen und David Morrissey verfilmt. Dem Film fehlt es wg. der Wucht von Statham etwas an Witz aber gucken kann man den schon.

    PPS: “Blitz – Cop Killer vs. Killer Cop” ist ein selten dämlicher Titel.

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.245

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.245

    Jo Walton - Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)
    Jo Walton – Das Jahr des Falken (Golkonda Verlag, 2016)

    Gelesen: 29. – 30.05.2017, netto 278 Seiten

    Der dritte Teil der Inspector Carmichael Serie, nach 1941, 1949 spielt das ganze einige Jahre weiter im London von 1960. Der alternative Verlauf der Geschichte ist inzwischen bei einem erzkonservativen England mit einer faschistischen Führung angekommen, die UdSSR ist atomar besiegt und Deutschland (unter einem alternden Hitler), Italien und Japan beherrschen die Welt, von den US of A ist nichts zu sehen.

    Inspector Carmichael ist inzwischen der Chef der Wacht, eine faschistischen Geheimpolizei mit direktem Draht zum Premierminster Normanby (der wiederum seit “Die Stunde der Rotkehlchen” den Chef der Wacht in der Hand hat) und seine größte Sorge ist eine Internationale Friedenskonferenz in London. Und über diese Sorge verlieren er und die Führung den Kontakt zur Bevölkerung und was diese so umtreibt.

    Rückmeldung aus dem Volk erfährt Carmichael von seinem Mündel Elvira, die in die Räder der politischen Konflikte gerät. So stimmig diese Geschichte auch ist, so ungeschickt läuft das ganze auf ein gutes Ende zu, das dann auch noch sehr hektisch zuschlägt – fast so als wollte der Autor das ganze mit einem Zirkelschluss zum ersten Band abschließen und England nicht der faschistischen Zukunft überlassen. Aber was die Queen als Symbolfigur da richtet passt einfach nicht – Sie und ihre Position ist Teil der Elite.

    Schade, für meinen Lesegeschmack hat Jo Walton hier zu kurz und zu lokal gedacht, ein Ende mit Schrecken hätte mir besser gefallen.

    No more happy ends!

    Dennoch sind alle 3 Bände (am besten zusammen) lesenswert! Der großartige Thomas Wörtche sagt dazu:

    Das ist noir im fiesesten Sinn. Beiläufig, aber enorm wirkungsvoll. So wie der ganze Roman eine einzige böse Sprengfalle für nette Konsense ist.
    

    Das stimmt, die leichte Verschiebung der Geschichte bringt Verhalten und Stimmungen in das Buch die einem nur allzu bekannt vorkommen.

    Soundtrack dazu: Random Hand, was sonst?

    Und Normanby? In disarray!

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.244

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.244

    Joe R. Lansdale - Bärenblues (Golkonda, 2016)
    Joe R. Lansdale – Bärenblues (Golkonda, 2016)

    Gelesen: 23. – 28.05.2017, netto 268 Seiten

    Und der nächste Hap & Leonard Knaller, auch wenn ich wieder komplett an der original Reihenfolge der Serie vorbei lese. “Bärenblues” (oder: The Two-Bear Mambo) ist der dritte Teil der Serie, aber das macht nichts.

    Diesmal denken die beiden Helden an nichts anderes als die Ex von Hap (die, die er in Mucho Mojo an einen Cop verloren hat) in einem vom Klan beherrschten Provinzkaff zu suchen. Und da die Ex eine schwarze Anwältin ist die den Tod eines Schwarzen im lokalen Gefängnis untersuchen wollte sind sich Hap & Leonard ziemlich sicher was passiert ist.

    Und landen voll in der Kacke. Und sind einmal nicht die Helden sondern müssen mit eingezogenem Schwanz und vielen Blessuren zurück nach Hause. Und daran haben die beiden Bären zu knabbern und daher auch ihr Bärenblues.

    Das am Ende die Geschichte natürlich aufgeklärt wird ist klar, dennoch ein echter Verliererkrimi – alle beteiligten verlieren (ihr Leben, ein Auge und und und). Und ein Unwetter mit einem Staudammbruch wäscht das Provinzkaff einfach dahin.

    Fast schon ein prophetischer Roman!

    Soundtrack dazu: Flanders 72, was sonst?