Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.281

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.281

    David Gray - Sarajevo Disco (Pendragon Verlag, 2017)
    David Gray – Sarajevo Disco (Pendragon Verlag, 2017)

    Gelesen: 12. – 18.11.2017, netto 489 Seiten

    Hui – das Buch haut rein. Alles was an Kanakenblues nicht passte (und das war sehr wenig) ist in Sarajevo Disco einfach nur noch perfekt. Diesmal umfasst die Story nicht 24 Stunden sondern so 1 1/2 Jahre – aber das tut dem Tempo keinen Abbruch.

    Und diesmal sitzt auch der Lokalkolorit perfekt: Beste Hamburger Kiezmundart und die handelnden Größen sind einem Hamburger so fast schon vertraut. Das ist Team Rot-Weiß, dass den Kiez übernehmen möchte. Da ist Team Ost-Europa, das mit Billigung von Team Blau den Partydrogenmarkt im Griff hat und das ist Team Alt, das den Übergang auf die Jugend hinbekommen möchte.

    Und dann kommt Team Helmuth Kohl und macht allen einen Strich durch die Rechung. Drogen werden verschenkt (und sind eine 50/50 Chance auf einen elenden Tod) und bestehende Drogenhandlungen stehen unter Druck. Und gekillt wird mit Geschossen, die eigentlich nur dem Militär zur Verfügung stehen. Und mittendrin Lewis Boyle, inzwischen Leiter der Mordkomission und unter Druck da sein ehemaliger Boss Selbstmord begangen hat und vorher sein Archiv (voll mit Belastungsmaterial) an einen Unbekannten übergeben hat.

    Bingo – Kiezkrieg und alle gegen alle!

    Ein ganz wunderbares und schnelles Buch, eine tolle Geschichte und unbedingt etwas was ich genauso verfilmt sehen will. Das Kopfkino hat in jedem Fall voll gezündet. Wow – echter hard-boiled Scheiss der in Hamburg spielt. In meinem Kiez. Cool.

    Soundtrack dazu: Destination Zero, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.280

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.280

    David Gray - Kanakenblues (Pendragon Verlag, 2015)
    David Gray – Kanakenblues (Pendragon Verlag, 2015)

    Gelesen: 07. – 11.11.2017, netto 368 Seiten

    Noch mehr hard-boiled aber diesmal aus Deutschland und in Hamburg (home, sweet home) angesiedelt. Und zwar das Hamburg von 1999, das ist fast schon historisch zu nennen. Aber auch passend, denn das Buch macht ordentlich Tempo, laut Klappentext “24 Stunden im Sog der Gewalt“- und das passt nur in einer Zeit wo es noch keine Handys gab und Polizeiarbeit “vor Ort” durchgeführt werden musste. Und dazu das rumgurken in der Stadt gehörte.

    Zwei Handlungsfäden, einer so stark wie der andere: 4 Jungs haben ein junges Mädchen missbraucht und der Vater exekutiert die Rache – ohne zu wissen wen er da erledigt. Einer der Jungs ist aber der Sohn des Polizeipräsidenten und das bringt das ganze Gleichgewicht zwischen Politik, Polizei und den lokalen Gangstern durcheinander. Dazwischen der schwarze Kommissar Boyle, der nicht nur seinen Kollegen auf den Sack geht sondern auch selber kleine Schwingungen im Gleichgewicht zum Aufstieg (und eigenem Vorteil) nutzt.

    Desillusionierend wie die Wirklichkeit und ein knallharter Parforceritt in Sachen Rache und persönlicher Vorteil. Und so knallen am Ende alle aufeinander – mit einem nicht ganz vorhersehbaren Ende. Sprachlich nicht ganz perfekt und mit einigen Schlenkern zuviel aber ansonsten richtig gut. Ließt sich wie ein perfektes Drehbuch für Nachtschicht mit Armin Rohde!

    Soundtrack dazu: Abwärts, was sonst?

    PS: Der Autor sieht sein Buch so …

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.279

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.279

    Dave Zeltserman - small crimes (Pulp Master, 2017)
    Dave Zeltserman – small crimes (Pulp Master, 2017)

    Gelesen: 04. – 06.11.2017, netto 332 Seiten

    Ja, Dave Zeltserman hat mich gepackt. Das ist einfach wunderbarer hard-boiled shit voller lakonischer Gewalt. Und die Menschen sind böse. Und die in Uniform, die Guten … die sind nochmal so böse.

    Joe Denton war einer von ihnen, korrupt und die Nase voller Koks. Und als der Staatsanwalt Beweise gegen ihn zusammengetragen hat latscht er bis unter die Haarspitzen voller Koks in sein Büro und fackelt die Beweise ab. Leider kommt der Staatsanwalt vorbei und Joe versucht ihn mit einem Brieföffner zu killen – voller Drogen verkackt er das aber und verunstaltet nur sein Gesicht und vergisst ihn zu killen.

    Seine ebenso korrupten Kollegen sorgen für ein mildes Urteil (7 Jahre) in einem ruhigen lokalem Gefängnis. Doch als seine Zeit um ist hat er nichts mehr: Frau und Töchter weg, Cop-Freunde weg und auch sonst … niemand mehr. Auch seine Eltern, die ihn zuerst aufnehmen, wollen nichts mit ihm zu tun haben.

    Und die anderen Cops? Die wollen das er den Job nun zu ende bringt. Der Staatsanwalt ist nämlich dabei den lokalen Mafia-Boss, der mit Krebs den Tod erwartet, alle Geheimnisse zu entlocken.

    Und damit geht es wieder bergab mit Joe – er hat jede Menge Feinde am Arsch die ihn entweder benutzen und begraben wollen. Oder beides, in Reihenfolge. Wunderbar gewalttätig übrigens. Und Joe zieht die zu erwartende Spur an Tod und Zerstörung hinter sich her, wer mit ihm zu tun hat stirbt. Disillusion Paradise!

    Großartig, mit ordentlich Lokalkolorit und Geschwindigkeit, vielen kleinen Überraschungen und einem großartigem Finale: “Ich lachte auf der gesamten Fahrt in die Hölle.

    Kaufen!

    Soundtrack dazu: City Saints, was sonst?

    PS: Das Buch wurde großartig von Netflix verfilmt! Angucken!