Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.328

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.328

    Stuart MacBride - Der Totenmacher (Goldmann, 2018)
    Stuart MacBride – Der Totenmacher (Goldmann, 2018)

    Gelesen: 14. – 26.06.2018, netto 819 Seiten

    Mein Gott, was für ein Brocken. Muss die Story wirklich über 800 Seiten erzählt werden? Die Idee einer Pariah-Polizeitruppe hatte ja schon Sophie Hénaff, auch Stuart MacBride greift zu diesem Trick um ein absolut schräges Team zusammenzustellen.

    Und schräg sind auch die vielen Komponenten der Story, die alle ziemlich ausgewälzt werden:

    Ein degradierter DC Callum MacGregor der eine Pariah innerhalb der Pariahtruppe ist: Er soll einen Tatort mit Absicht verunreinigt haben – das führte zur Entlastung eines Gangsters.

    Ein todkranker und lyrischer Inspektor, der lieber seine Chemo-Termine schwänzt als das er sich vergiften lässt. Und ein Mörder, der definitiv einen an der Marmel hat (und das seit vielen vielen Jahren).

    Und als Krönung: Jede Menge Opfer, die geräuchert und mumifiziert wurden.

    Da die Mordmethode so schräg ist glaubt auch keiner an Mord (sondern an aus Museen geklaute Mumien), so das der Loosertruppe erlaubt wird zu ermitteln. Und ermitteln tut sie. Mehr schlecht als recht und mit jede Menge Kollateralschäden aber am Ende hat sie sich in den Fall verbissen.

    Das ganze hat viel von einem Jo Nesbø (ohne die Qualität und klinisch kalte Präzision) und bleibt unter anderem auch hängen, weil Stuart MacBride ohne Ende das gleiche Stilmittel benutzt: Personen die Dialoge an einander vorbei führen. Vor allem das macht es sehr laaaang. Nicht weilig aber lang.

    In Summe eine gute Charakterstudie eines Polizisten der alles verliert an das er glaubt (und ein großartiger “Bang” in der Mitte des Buches!) und der einfach und stur weitermacht. 500 Seiten hätten es allerdings auch getan.

    Das wird einen BBC-Serie über 8 Folgen, dann passt die Länge wieder – wetten?

    Soundtrack dazu: The Jolt – You’re cold, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.327

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.327

    Candice Fox - Fall (Suhrkamp, 2017)
    Candice Fox – Fall (Suhrkamp, 2017)

    Gelesen: 11. – 13.06.2018, netto 463 Seiten

    Und der letzte Teil der Hades-Trilogie. Ich mag es ja wenn es in Krimis so richtig schön abwärts geht: Körperlich, mental und gesellschaftlich. Und individuell.

    Candice Fox schafft es tatsächlich im 3ten Teil noch einen Schritt weiter downhill zu rennen. Was in Eden noch klar strukturiert war ist hier eine wunderbar zerfasender Kosmos an Chaos, Mord, Totschlag und Hintergehen. Von Familie. Von Freunden. Von Partnern. Und das alles vor dem Hintergrund einer eh mehr als angespannten Partnerschaft von zwei Cops, die ganz offen am Arsch sind.

    Eden ist völlig hinüber seit dem sie beinahe zerstückelt wurde und Frank ist hinüber weil er sich in eine Beziehung zu seiner Psychologin ergibt bzw. darin aufgibt. Und nicht merkt, das diese dabei ist das Geheimnis von Eden zu lüften und zwar um schlicht und einfach Kohle zu kassieren.

    Dazu eine Irre die weibliche Joger killt, eine irre Journalistin die die Stadt aufwiegelt und eine Irre, die in Eden ihre große Schwester findet. Ein großartiges Chaos das am Ende auch in diesem endet – trotz Auflösung des Falles.

    Leider mit einem Cliff-Hänger, da wird also nochmal was kommen.

    Insgesamt eine sehr befriedigende Reihe: Chaos, Blut, Gewalt und das auf vielen Strängen. Passt. Passt sehr gut.

    Soundtrack dazu: Arm The Insane – Self Destruct, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.326

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.326

    Candice Fox - Eden (Suhrkamp, 2016)
    Candice Fox – Eden (Suhrkamp, 2016)

    Gelesen: 08. – 10.06.2018, netto 466 Seiten

    Und gleich hinterher Teil 2 der Trilogie. Das Motto steht dick und fett auf der Titelseite: “Gerechtigkeit ist gut. Rache ist besser.” Und das ist nicht nur die Brücke zum ersten Teil (in dem Frank herausfindet das seine Partnerin Eden im Privatleben ein Racheengel ist) sondern auch zum Inhalt.

    Frank rächt sich an sich selbst, da seine zarte Liebe im ersten Teil vom Killer ermordet worden ist. Eric rächt sich garnicht mehr, der ist Tod. Eden rächt sich immer noch. Und Hades? An dem rächt sich jemand.

    Was im ersten Teil noch relativ getrennt war wird hier ganz wunderbar verwoben und in drei Erzählspuren gepackt (die sicher alle im Dritten Teil aufeinanderkrachen). Wir erfahren alles darüber wie Hades zu Hades wurde (und welchen Preis er gezahlt hat) und wir sind dabei als eine Undercover-Aktion mit Eden nicht wirklich mit der Rettung endet, die wir die ganze Zeit zwischen den Zeilen gelesen haben.

    Großes Kino und zurecht mit dem Ned Kelly Award (2015) ausgezeichnet.

    Soundtrack dazu: Bloody Hammer, was sonst?