Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.362

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.362

    Kent Nielsen - Wie aus mir kein Tänzer wurde (Ventil Verlag, 2018)
    Kent Nielsen – Wie aus mir kein Tänzer wurde (Ventil Verlag, 2018)

    Gelesen: 17. – 22.12.2018, netto 207 Seiten

    Zwischen Hamburg und Odense  bestand so Mitte/Ende der 80er ja eine enge Verbindung, fast so wie zwischen HH und Zürich Anfang der 80er.

    Einer der Fixpunkte waren L.U.L.L. und ihr Sänger Kent, der ja auch 1988 Richtung Deutschland (und zuerst nach Hamburg Barmbek) emigriert ist (in Gegenrichtung haben wir Rudi K. nach Odense geschickt, aber das ist eine andere Geschichte).

    Kent hatte viele Jahre eine Kolumne im Ox-Magazin, da ich dieses aber partout nicht lesen will musste ich warten bis er seine Erlebnisse in der Punk und H/C Szene von DK in Buchform veröffentlicht.

    Das spannende am Buch ist zum einen die tiefe persönliche Offenheit (er lässt kein Problem seiner Jugend aus) und zum anderen die durchaus Punk typische Sozialisation:  Wir in der Großstadt hatten alle relevanten Bands zu Gast und wurden dadurch früh “einseitig”, Kent (und alle anderen Landeier) hatten diese Chance nicht und sich dadurch einen viel offeneren Punk Horizont erhalten.

    Schön auch, dass beide L.U.L.L. Konzerte in HH bei denen ich war (Let’s Rock und A-Laden) im Buch vorkommen (und ebenso viele andere Leute die ich kenne).

    Sehr persönlich, flott geschrieben und mit einem tollen roten Faden: Am Ende jedes Jahres gibt es einen Rutsch “best records of the year” zum nachstöbern.

    Uneingeschränkt empfehlbar!

    Soundtrack dazu: Entweder Kent auf der Ukulele oder aber der DK Klassiker Sods – R.A.F., was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.361

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.361

    Jo Nesbø - Macbeth (Penguin Verlag, 2018)
    Jo Nesbø – Macbeth (Penguin Verlag, 2018)

    Gelesen: 03. – 16.12.2018, netto 614 Seiten

    Ich habe von klassischer Literatur genau keine Ahnung (und auch keinen Bock ‘drauf), so das ich mir die Analogien in diesem Buch erst anlesen musste.

    Das ganze ist Teil einer Shakespeare Adaptionsserie, bei der Autoren eingeladen wurden ein Werk neu zu interpretieren. Joe Nesbø hat dabei aus dem Drama um Könige und Hexen einen soliden 70er Jahre Krimi gemacht.

    Der klassische Macbeth gliedert sich in 5 Akte:

    Im 1. Akt werden die zentralen Figuren sowie Setting und Thema vorgestellt (Exposition): Macbeth bekommt von den drei Hexen seinen Aufstieg zum König prophezeit.

    Der 2. Akt schildert die steigende Handlung: Macbeth ermordet Duncan und macht sich selbst zum neuen König. Bis hierhin handelt er aber nicht nur aus Eigenantrieb, sondern lässt sich von seiner Frau zur Tat anstacheln, die seine Bedenken zerstreut.

    Erst im 3. Akt folgt dann der Wendepunkt der Handlung, als Macbeth Gelegenheit hat, sein Handeln zu überdenken und beschließt, nicht klein beizugeben. Er ordnet die Ermordung seines Freundes Banquo an. Aber die sich sammelnde Opposition gegen den Usurpator läutet Macbeths Verderben ein.

    Der 4. Akt verzögert die unausweichliche Auflösung, indem Macbeth durch die zweite Prophezeiung einen Hoffnungsschimmer erhält, er könne doch noch dem Untergang entgehen.

    Der 5. Akt löst den zentralen Konflikt des Stückes auf.

    Nesbø packt das ganze in drei Akte und konstruiert einen soliden 70er Jahre Krimi der in Schottland angesiedelt ist. Zeit und Ort sind wage, lassen sich aber aus den Umständen schließen. Das ganze ist weniger Gore und weniger Crime, sondern ehr ein Machtkampf. Und ein zarter Fingerzeig darauf das die Polizei durch und durch korrupt ist. Und insofern sind Machtkämpfe blutig und finden vor allem unter einander statt.

    Als Nesbø Krimi und verfilmt durch die BBC Schottland sicher lustig, als Buch ok zu lesen (aber manchmal echt bemüht) und als Fingerübung für Jo sicherlich voll in Ordnung. Was er genial macht, ist die Atmosphäre eine korrupten, elenden und dunklen Stadt heraufzubeschwören.

    Was so gar nicht passt ist die Umschlaggestaltung und das Innenfoto: “48 De La Rey St. Ecke 6th St” ist in Johannesburg und nicht in Fife.

    Und das Ende kenne ich aus “Herr der Ringe” und war ganz überrascht das es eigentlich ein Gag von Shakespeare ist…

    Soundtrack dazu: William Shakespeare – Feelin’ Alright, was sonst?

    Und was sagt Jo?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.360

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.360

    Larry Brown - Joe (Heyne Hardcore, 2018)
    Larry Brown – Joe (Heyne Hardcore, 2018)

    Gelesen: 03. – 07.12.2018, netto 338 Seiten

    Larry Browns Fay hat mich ja sowas von überzeugt, Joe ist quasi das prequel dazu. Joe entstand 1991 (Fay dagegen erst 2000). Am Anfang von Fay hatte ich mich gefragt wo dieses Mädchen herkommt, in Joe erfahren wir am Rande warum sie vor ihrer Familie resp. ihrem Vater davongelaufen ist. 

    Aber nur am Rande, den ihr Bruder Gary ist der Co-Held von Joe. Joe Ransom ist ein Ex-Knackie, der am Arsch der Welt sein Geld mit so großartigen Jobs wie “Rodung durch Gift” verdient. Dabei läuft ihm Gary über den Weg und er will dem Jungen helfen von seinem gewalttätigen Vater wegzukommen.

    Alles was bei Fay langsam dahinzieht erfolgt hier ehr Schlag auf Schlag. Aber genauso wie in Fay geht es um das Elend des Arbeits- und Zukunftslosen White Trash und dem Leben am Arsch der Welt.

    Liebe gibt es nicht. Zukunft gibt es nicht. Horizont gibt es nicht. Aber Alkohol, Drogen und die Gier … nach Geld, nach Drogen und nach Macht.

    Großartiges Buch, am besten direkt mit dem Nachfolger zusammen lesen.

    Soundtrack dazu: Black Market Baby – Joe Nobody, was sonst?

    Und verfilmt wurde das Buch mit Nicolas Cage: