Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.433

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.433

    Robert E. Dunn - Dead Man's Badge (Luzifer Verlag, 2019)
    Robert E. Dunn – Dead Man’s Badge (Luzifer Verlag, 2019)

    Gelesen: 20. – 21.01.2020, netto 250 Seiten.

    Hab ich das nicht schon einmal als Western gesehen? Jemand kommt mit der Marke eines Toten in die Stadt und nimmt die Stelle des Sheriffs ein.

    Mhhhh … ich komm nicht drauf.

    Aber Robert E. Dunn legt das ganze als Tex-Mex-Noir an und landet damit direkt einen echten Hit.

    Longview ist ein Geldschlepper für die mexikanische Drogenmafia, er schafft die Dollar zurück nach Mexiko. Ein Trip geht schief, aber er ist ein echt harter Brocken – er springt dem Tod von der Schippe, legt einen Haufen Kartellgangster um und klaut die Kohle.

    Zuhause in Texas muss er feststellen das die Rache schon da war – nur leider haben sie seinen Bruder umgelegt. Und weil Longview clever ist versteckt er sich in der Person seines Bruders.

    Dieser ist leider ein Polizist und soll im Grenzkaff Lansdale den Chief of Police geben. Und was dann kommt hat Robert E. Dunn großartig und mit hohem Tempo in einen echten Noir-Knaller verpackt.

    Und die mexikanischen Kartelle sowie die amerikanischen Bundesbehörden mit den 3 Buchstaben (DEA, FBI – you name it) bekommen es mit jemanden zu tun, der nicht nach den Regeln spielt. 

    Sondern brutal und fies ist und alle gegen einander ausspielt.

    Kurz, knapp und hart. Voll mit authentischer Gewalt.

    Mehr davon! Joe R. Lansdale mag es auch!

    Soundtrack dazu: J Church – Viva La Muerte, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.432

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.432

    Dietrick Kalteis - Shootout (Suhrkamp, 2018)
    Dietrick Kalteis – Shootout (Suhrkamp, 2018)

    Gelesen: 09. – 14.01.2020, netto 332 Seiten.

    Oben in Whistler, dem Ski-Gebiet bei Vancouver, ist es weniger Meth als Pot. Angebaut in Bio-Qualität und relaxed unter die Leute gebracht. Alles sehr laid-back, dito auch die lokale Polizei.

    Eigentlich ein gute Geschäft und Grey Stevens könnte mit genug Kohle aussteigen um sich dem Biken, Snowboarden und Surfen zu widmen, immer schön angeballert.

    Aber Drogen involvieren eben nicht nur entspannte Kiffer sondern auch fiese Typen die damit richtig Kohle machen wollen. Und die fallen in Whistler ein. Und als Grey eine junge Punkette aus den Händen eines Junior Mafiosis rettet … geht die wilde Fahrt ab.

    Aus allen Ecken kommen Leute mit Waffen und dem Ehrgeiz diese auch einzusetzen und an jeder Ecke stirbt jemand. Grey schwimmt verliebt und angeballert durch das ganze Chaos und mit jedem umblättern fragt man sich warum es ihn nicht erwischt.

    Was dieses Buch aber so richtig klasse macht ist die Besetzung: Jeder, vom Gangster, über die Cops bis zum Nachbarschaftsbewacher kommt irgendwie sympatisch in seiner Rolle rüber oder macht etwas das einen zum Schmunzeln bringt. Dabei ist das Buch definitiv blutig und die Anzahl der Toten ist deutlich zweistellig.

    Auf der Klappe wird Kalteis mit Elmore Leonard verglichen, das passt sogar.

    Also werde ich auf die Suche nach seinen anderen Büchern gehen müssen…

    Soundtrack dazu: Brand New Unit – Guns for everyone, was sonst?

    PS: Das englische Cover ist sowas von Genial, warum in Gottes Namen kann das nicht auch hier genommen werden?

    Dietrick Kalteis - The Deadbeat Club (2015)
    Dietrick Kalteis – The Deadbeat Club (2015)
  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.431

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.431

    Gelesen: 01. – 08.01.2020, netto 405 Seiten.

    Das ist das 15te Buch aus einer in Norwegen ziemlich berühmten Reihe um den Privatdetektiv Varg Veum. Gibt es auch als Serie für den geneigten Binge-Watcher.

    Das ganze ist sehr nordisch (langsam, behäbig, viel Landschaft, viele kleine Zirkel von Menschen) und ein so gar nicht typischer norwegischer Krimi. 

    Es ist sowohl eine Rückblende auf das Leben von Varg vor seiner Zeit als Privatdetektiv als auch eine Verzahnung mit heute. Vorher war er Sozialarbeiter und hatte mehr als einmal mit Jon Egil zu tun. Immer gab es dabei Tote. Jetzt ist Jon Egil aus dem Knast entlassen und sinnt angeblich auf Rache, u.a. auch an Varg.

    Viele Rückblenden, ganz viel Norwegen in den 70ern und 80ern und ganz viel Norwegen hinten am Arsch der Welt, ganz am Ende des Fjordes. Wo die Uhren definitiv anders gehen als in der großen Stadt.

    Kein klassisches “Finde den Mörder” Spiel sondern ehr eine ziemlich breit angelegte Sozialstudie. Drogen, Alkohol, Kindesmißbrauch und noch mehr in einer eigentlich als Wohlstandsgesellschaft angelegten Umgebung.

    Der Flow ist entsprechend langsam, tief und verliebt in Details. Und das passt perfekt. Als allein stehendes Buch mit einem für mich perfektem Ende (das hier aber garantiert ein Cliffhänger ist).

    Soundtrack dazu: The Abusers – Death Wish, was sonst?

    PS: Das Umschlagfoto passt perfekt, das Filmposter ist viel zu sehr auf den norwegischen Hauptdarsteller abgestellt…

    Varg Veum - Dødens drabanter  (2011)
    Varg Veum – Dødens drabanter (2011)