Ein ziemlicher Brocken mit 590 Seiten und ein Buch in das ich so gar nicht reingefunden habe. Daher auf Seite 78 erstmal unterbrochen.
Das Setting bleibt aber interessant – es bekommt im Mai im Urlaub eine neue Chance.
Unten leben ist ein Meisterwerk und Meilenstein der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts – ein Buch voller Abenteuer, eine Horrorgeschichte, ein Kriminalroman, eine Geschichte, die aus tausend Geschichten besteht, und ein Reisebericht durch Länder, in denen der Wahnsinn und das Grauen herrschen. Es ist auch ein Roman mit einem quichotesken Humor, in dem verrückte Künstler, gelehrte Spione und geisterhafte Dichter ihr Unwesen treiben.
Aus dem amerikanischen Englisch von Karen Witthuhn.
Holy City ist das Debut von Henry Wise und bietet dem Leser einen ziemlich komplizierten Protagonisten in Will Seems. Ein Deputy, der von seinen Fehlern verfolgt wird.
Schuld & Sühne, anyone?
Will hat Richmond, Virginia, verlassen und ist in seine verlassene Heimatstadt im Euphoria County zurückgekehrt. Sein Mutter ist gestorben, er übernimmt das ehr abgewrackte Anwesen. Und beherbergt seinen abgewrackten Junkie-Kumpel Sam, trotz offener Haftbefehle. Besorgt ihm H.
Und stolpert in einen Brand, der sich als Mord entpuppt. Will will ermitteln, aber der Sheriff besteht darauf, einen Mann anzuklagen, der vom Tatort geflohen ist: Zeke Hathom. Aus Wills Sicht gibt es zwei Probleme mit dieser Verhaftung. Erstens, Zeke würde niemals jemanden töten. Zweitens, Will schuldet dessen Familie sehr viel.
Schuld & Sühne.
Eigentlich alle Figuren im Buch tragen das mit sich rum, dazu jede Menge Trauer. Eine Art Trauer darüber, wer sie hätten sein können, wenn sie woanders geboren worden wären.
Und so wird das Buch nach einem Krimi Einstieg, ein wenig Ermittlung und dem Einsatz einer Privatdetektivin ziemlich düster, ziemlich zäh und immer weniger Krimi sondern Sozialstudie.
Am Ende wird dann endlich wieder ermittelt, und alle Kartenhäuser brechen zusammen. Und es wird ordentlich gesühnt. Ohne die bestehende Ordnung zu zerstören.
Wenn das Leben da wirklich so ist, dann ist es das Grauen – ganz ohne Verbrechen.
Anders, nicht schlecht, aber nicht ganz so stark wie andere Country Noir im Polar Verlag.
Jo kehrt sowohl Harry Hole als auch den Brüdern Opgard den Rücken und legt seine neue Figur in Minnesota an. Der Staat in den US of A der zu über 50% Deutsche, Norwegische oder Schwedische Wurzeln hat.
Sein neuer Antiheld Bob Oss (oder kurz Oz) ist ebenso elegant wie Harry Hole: ein Einzelgänger, aggressiv, trinkend im Dienst, emotional verwahrlost, ein Mann, der Frauen nur für One-Night-Stands duldet. Ein offensichtliches Wrack und gerade deshalb perfekt.
Oz ist voller Wut und deshalb meist ohne Waffe unterwegs – er kann nicht garantieren das er nicht durchdreht. Einfacher Grund: Seine kleine Tochter hat sich beim Spielen mit seiner Dienstwaffe selbst erschossen.
Seine Frau hat sich daraufhin von ihm getrennt – erst emotional, dann physisch. Im Morddezernat darf er noch zuarbeiten, einen Fall bekommt er nicht mehr.
Aber durch Zufall fällt ihm eine solcher Fall in die Hände, ohne eigentlich Auftrag ermittelt er neben den anderen Kollegen weiter. Und erkennt Muster, die diese nicht sehen (da er seine Erkenntnisse nicht teilt).
Im Verlauf gibt es kaltblütige Morde, korrupte Polizisten und einen Kartellkiller, der wie ein Geist verschwinden kann. Und Oz, der einfach nur eine Lösung (und Erlösung) erhofft.
Und immer wieder in die Patsche tappt:
( (c) Ullstein Verlag, 2025)
Die Story ist eine kurzweilige Auseinandersetzung mit Einsamkeit und Trauer, vorangetrieben von einer raffinierten Handlung und ziemlich leckeren Schockmomenten.
Skinwalker anyone?
Jo Nesbø überrascht mich mit diesem Buch tatsächlich, es hat mehr Speed als die Harry Hole Bücher. Ohne Tiefgang und Heftigkeit zu verlieren.
Warum allerdings eine Norwegische Klammer drum gepackt wird (Anfang, Ende) verstehe ich nicht wirklich. Aber vielleicht wird das ja noch aufgelöst.