Category: Bücher

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.549

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.549

    Ken Bruen – Saubermann (Polar Verlag, 2021)

    Gelesen: 01. – 04.10.2021, netto 196 Seiten plus Nachwort von Alf Meyer

    Die Serie um Detektive Sergeant Brant und seinen Boss Chief Inspektor Roberts umfasst 7 Bände, davon sind bisher 3 bei Polar erschienen, irgendwie in zufälliger Reihenfolge. Bei Polar Dark Places kommt mit Saubermann endlich der erste Band von 1998 in Deutsch auf den Markt.

    Wobei Saubermann eine schwacher Übersetzung des englischen Titels A White Arrest ist: Roberts und Brant sind nämlich bei der MET (Metropolitan Police) auf dem absteigenden Ast: Ihre Methoden (Brutal), ihre Art (Korrupt) und ihre nicht existente Diversität (Brutal, Weiß) kommen nicht mehr so gut an. Also brauchen sie einen White Arrest, also einen aufregenden Fall den sie mit einer sauberen Verhaftung in Richtung einer sicheren Verurteilung bringen.

    Und ab geht es ins Chaos: Eine Gang minderbemittelter beschließt Dealer zu killen. Ein Irrer, der schon lange weggesperrt gehörte, will eine ein paar alte Crikett-Helden umbringen. Roberts verliert seine Frau, Brant verliert seinen Hunde. Und jede Menge Nebendarsteller ihr Leben.

    Ein herrlich durchgeknallter und anarchistischer Ritt durch London. Gemein. Böse. Brutal. Und am Ende lässt Roberts die Change auf den White Arrest sausen und Brant bekommt ein Messer in die Rippen.

    Ganz großes Kino! Jetzt bitte zügig die fehlenden Bände: Taming the Alien (1999), The McDead (2000) und Ammunition (2007). Danke.

    Soundtrack dazu: Violent Arrest – Time To Conform, was sonst?

    PS; Ach, der Ken ist einfach cool …

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.548

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.548

    Castle Freeman – Herren Der Lage (Hanser, 2020)

    Gelesen: 28. – 30.09.2021, netto 175 Seiten

    Wow, da ist mir bisher was durch die Lappen gegangen. Ich mag ja diese Hinterwäldler-Krimis aus den US of A aber diesen schmalen Band hatte ich bisher übersehen.

    Vor allem hatte ich übersehen das die wunderbare Simone Buchholz im Klappentext das Buch mit feinen Worten lobt:

    Castle Freemann kommt ohne Umschweife zur Sache. Mit zarten, aber präzisen Strichen wirft er eine hinreißende Figurenfamilie in die schlecht gelaunte Schönheit Vermonts – charmanter, beinharter Country Noir, in dem alle immer sehr viel klüger sind, als sie tun”

    Mal abgesehen davon das ich Simone Buchholz blind vertraue … hier war es dann auch mal der weitere Klappentext der mich dazu verführte das Buch mitzunehmen. Worte wie “lakonisch”, “abgründiger Humor” und “Country for Old Men” machen mich immer neugierig.

    Ich wurde nicht enttäuscht.

    Obwohl ein eher dünnes Buch kommt es mit einer klar erzählten Geschichte um die Ecke, in der die Figuren perfekt gezeichnet sind. Ein relaxter Sheriff, der auf eine ganz entspannte Art vor allem Deeskalation als Mittel zum Zwecke benutzt. Oder schlicht und einfach die Leute mit Blödsinn zutextet.

    Auf der anderen Seite die bösen Jungs aus der großen Stadt, die Geld, Waffen und Gewalt auf ihrer Seite haben. Aber gegen die cleveren Jungs aus dem entlegenen Tal von Anfang an keine Chance haben. Zumindest nicht im Tal – außerhalb kommen sie natürlich mit der Hilfe von Rechtsanwälten davon.

    Cooles Buch, ich kaufe jetzt den Rest. Zwar nicht ganz so beinhart wie die vor Meth triefenden Bücher bei Polar aber mit viel Charme. Elmore Leonard kommt mir da auch in den Sinn. Oder ein humoriger Garry Disher.

    Kaufen!

    Soundtrack dazu: My Revenge! – Less Plot, More Blood, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.547

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.547

    James Lee Burke – Keine Ruhe In Montana (Pendragon, 2021)

    Gelesen: 14. – 27.09.2021, netto 566 Seiten

    #17 von 23 – Die Reihe im Pendragon Verlag wird so langsam vollständig. Keine Ruhe In Montana geht zurück auf Band #3 der Reihe, denn Dave und Clete kehren nach Montana zurück.

    Wo allerdings Schmierige Geschäfte ein veritabler Hard-boiled Krimi war ist Keine Ruhe In Montana mehr eine ruhige Persönlichkeitsstudie.

    Dave, der außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches, versucht einfach nur ein hilfreicher Polizist zu sein. Und mit seiner Frau Molly das Grauen von Hurrikan Katrina zu vergessen. Clete versucht garnichts und ist einfach nur ein Magnet für Probleme: Mit Frauen, mit seiner Vergangenheit und mit jedem der im Quer kommt.

    Dazu kommen diejenigen, die hier draußen das Sagen haben, denn die haben keinen Bock auf Probleme. Dazu kommt ein entflohner Sträfling, der seine große Liebe sucht und einer gewalttätiger Gefängnissaufseher, der diesen Sträfling erwischen will.

    Das gute bei Büchern von James Lee Burke ist ja das er sowohl die handelnden Personen als auch ihre Umgebung langsam entwickelt und viel Zeit damit verbringt ein Bild zu formen. Um dieses dann wie eine Supernova implodieren zu lassen.

    Hier ist das perfektioniert: In den letzten 30 Seiten explodiert das Buch sprichwörtlich. Und da James Lee Burke ein wirklich guter Geschichtenerzähler ist gibt es dabei die eine und andere unvorhergesehene Überraschung.

    Anders als der Rest der Serie aber sooo gut.

    Soundtrack dazu: Poison Idea – Burned For The Last Time, was sonst?

    PS: Nette Ecke!