Bücher, schnell gelesen: Teil 1.316

Adrian McKinty - Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)
Adrian McKinty – Dirty Cops (Suhrkamp Nova, 2018)

Gelesen: 16. – 17.04.2018, netto 383 Seiten

Da ich zur Zeit in den Dünen lese bleib ich einfach in Irland bzw. Nordirland. Und nach einem Buch in dem die Cops böse sind passt daher „Dirty Cops“ – das im englischen einfach noch viel besser „Police at the Station and They Dont Look Friendly“ (nach einem Tom Waits Song) heißt.

Und diesmal hat Sean Duffy ein echtes Problem: Zum einen ein Mord der so gar nicht passt und zum anderen seine Freundin und die gemeinsame Tochter, die weder nach Carrickfergus noch zu Duffy passen (und doch seine große Liebe sind).

Und weil Duffy einfach nicht locker lassen kann und er es als seinen Job sieht den Mord aufzuklären … wird er und seine Familie zur Zielscheibe. Und zwar zu einer Zielscheibe von ganz oben. Und damit ist die Botschaft „Rette sich wer kann“ – Duffy, sein Team und seine kleine Familie. Doch Duffy wäre nicht Duffy wenn er nicht a) dem Tod von der Schippe springen würde und b) nicht doch den kleinen Punkt der Wahrheit findet der dann ein großes Finale heraufbeschwört.

Ganz ganze ganz großes Kino und einfach das Beste über die die Zeit der Troubles. Besser geht ein im echten Leben verwurzelter Polizeikrimi nicht. Punkt.

Soundtrack dazu: Ausnahmsweise mal vom Autor ausgewählt … Tom Waits – Cold Water, was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.251

Adrian McKinty - Rain Dogs (Suhrkamp Nova, 2017)
Adrian McKinty – Rain Dogs (Suhrkamp Nova, 2017)

Gelesen: 14. – 17.06.2017, netto 392 Seiten

Der 5te Teil der Reihe um Detectiv Inspector Sean Duffy und wieder einer, in dem Adrian McKinty ganz hart am echten Leben schreibt: Die Stichworte sind Troubles (in Nord-Irland), Kindesmissbrauch (in den höchsten Kreisen incl. Referenz zu Jimmy Savile) und der um jeden Preis notwendige wirtschaftliche Aufschwung für Nord-Irland in den 80ern.

Zuerst hat Duffy ein Déjà-vu: Wie in „Die verlorenen Schwestern“ geschieht ein Mord in einem quasi verschlossenem Raum. Selbstmord also. Und dann nagende Zweifel. Und da Duffy einfach nicht loslassen kann guckt er immer genauer hin.

Und was einfach losgeht wird ein internationaler Fall mit vielen Toten. Und alles vor dem Hintergrund von Kindesmissbrauch. Und Duffy hängt sich rein. Und dann noch ein büschen mehr … und bekommt das ganze auch auf die Reihe (aber nicht vor Gericht). Der dazu passende Cliffhänger ist so gelungen, dass ich ihn hier natürlich nicht verrate. Einfach nur sweet!

Und coole Zitate? Nimm dieses:

Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2017)
Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2017)

Es bleibt einfach geiler Scheiß! Kaufen!

Soundtrack dazu: The Undertones, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.142

Adrian McKinty - Gun Street Girl (Suhrkamp Nova, 2015)
Adrian McKinty – Gun Street Girl (Suhrkamp Nova, 2015)

Gelesen: 15. – 18.12.2015, netto 367 Seiten.

He fell in love with a Gun Street girl and
now he’s dancing in the Birmingham jail
(Tom Waits, 1985)

Boah, das ist einfach geiler Scheiß! Ich glaube es gibt zur Zeit keinen besseren Kriminalautor der echte Geschichten in seine Geschichten einbaut. Nach einer Reminiszenz an die DeLorean Fabrik in Belfast und der Rettung von fucking Maggie T in Brighton in den vorherigen Büchen haben wir es hier mit Oliver North (Javelins für die Welt) und Gottfried von Bismark (Heroin Tote in Oxford) zu tun. Was für ein grandioser Mix!

Sean Duffy ist weiterhin der in allen Belangen einsame aber auch im positiven Sinne skrupellose Bulle. Das Leben im verkackten Belfast ist Scheiße und seine Beziehungen auch. Musik, Schnaps und Koks helfen da. Das beste Beispiel ist sein „Frühstück für Champions„:

Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2015)
Adrian McKinty ( (c) Suhrkamp Verlag 2015)

McKinty hat für mich die perfekte Mischung aus Gewalt, Betrug, Sex, Drugs und guter Musik. Und am Ende nie, aber auch nie, ein Happy End. Diesmal ist der vermeintliche Cliffhänger auch wieder ein Griff ins echte Leben: Seine Zukunft zerschellt am Mull of Kintyre!

Soundtrack dazu: Buzzcocks, was sonst?