Bücher, schnell gelesen: Teil 1.398

Colin Dexter - Eine Messe für all die Toten (UT Metro, 2018)
Colin Dexter – Eine Messe für all die Toten (UT Metro, 2018)

Gelesen: 11. – 13.07.2019, netto 243 Seiten

Das 4te Buch der Morse & Lewis Serie und ein richtig feiner Spaß. Ich bin mir nicht mehr sicher wie viele Leichen es in diesem Buch gibt (und wie viele Morde). Verdächtige gibt es jedenfalls knapp 3x so viele.

Ein im Grunde einfacher  Fall, den Morse im Urlaub an sich reißt, wird dabei zu einem großartigen Panoptikum von kleinstädtischen Banalitäten. Und alle Banalitäten laufen auf mörderische Konflikte hinaus.

Am Ende stolpert Morse mal wieder von Idee (und Verdächtigen) zu Idee (und anderen Verdächtigen). Dabei ist er wunderbar rotzig (sowohl seinen Kunden als auch anderen Polizisten gegenüber) und schwer verliebt. Konsequent wie er als Polizist nun mal ist bringt er dabei seine große Liebe wg. erwiesener Schuld in den Knast – nur um am Tag der Entlassung mit ihr ins Bett zu steigen.

Ganz wunderbar und schön eingedampft – Colin Dexter packt in diese 243 Seiten alles rein! Aber Vorsicht: 1979 waren pädophile Priester offensichtlich etwas ganz normales und gaben der Sache nur ein wenig Farbe – ein Aufreger waren sie nicht.

Soundtrack dazu: Innocent Vicars – She’s here, was sonst?

PS: BBC, immer wieder herrlich altbacken.

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.397

Colin Dexter - Der letzte Bus nach Woodstock (UT Metro, 2018)
Colin Dexter – Der letzte Bus nach Woodstock (UT Metro, 2018)

Gelesen: 04. – 11.07.2019, netto 281 Seiten

Chronologisch das erste Buch der Morse & Lewis Serie von Colin Dexter, in einem verregneten Urlaub innerhalb weniger Wochen geschrieben.

Alles was an Chief Inspector Morse und Sergeant Lewis so liebenswert ist kommt hier schon vor, wenn auch noch nicht so stilsicher. Aber die Risse in der kleinen und sauberen Welt von Oxford und den umliegenden Dörfern, die sind schon sichtbar.

Dazu der ehr düstere wenn nicht sogar depressive Morse, der erst durch den Genuss einiger Pints zum Mittag so richtig aufblüht und der seine detektivischen Erfolge nach dem Prinzip Nase oder auch Zufall erreicht.

Hier geht es um die jungen Mädchen, die aufreizend ihren eigenen Weg gehen. Das verwirrt nicht nur verheiratete Männer sondern auch den Inspektor. Und ist im England der frühen 1970er ein echter … Aufreger. Am Ende steht dann natürlich eine Überraschung, wenn auch nach sehr vielen zufälligen Zufällen (so zufällig, das der erfahrene Krimi-Leser schon so seine Zweifel hat).

Schöner Englischer Krimi, überhaupt nicht altbacken sonder voller … depressiver Aufbruchstimmung.

Soundtrack dazu: Buck Eejit – Last Bus To Nowhere, was sonst?

PS: Das Buch habe ich schon in meiner Sammlung…aber als UT Metro Serie passt das nochmal rein.

Colin Dexter - Der letzte Bus nach Woodstock (Rohwolt, 1992)
Colin Dexter – Der letzte Bus nach Woodstock (Rohwolt, 1992)

PPS: Das Cover stellt mich vor Probleme – das der rororo Ausgabe ist schön Düster, passt irgendwie besser. Das der UT Metro Ausgabe passt durch den originalen AEC Routemaster aus Oxford natürlich zur Story.

PPPS: Verfilmt … natürlich herrlich altbacken!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.372

Colin Dexter - Die schweigende Welt des Nicholas Quinn (UT Metro, 2018)
Colin Dexter – Die schweigende Welt des Nicholas Quinn (UT Metro, 2018)

Gelesen: 21. – 26.02.2019, netto 239 Seiten

Und der nächste Fall für Chief Inspector Morse – diesmal mehr ein Kammerspiel mit wenigen Personen und quasi „auf engstem Raum„.

Das ganze ist insofern spannend als das eine ganz einfache Ermittlung von Morse in seiner großartigen Art völlig an die Wand gefahren wird: Mit keinem Schritt kommt er der Lösung näher sondern wirbelt immer mehr andere Optionen auf.

Während der Leser immer mehr verwirrt ist kommt Colin Dexter dann mit einem ca. 20 seitigem „who dunit“ um die Ecke bei dem sehr schön jeder Denkfehler von Morse aufgezeigt wird.

Und das ist insofern spannend als das der Leser jetzt abhaken kann wo er aufgepasst hat und wo er nachlässig gelesen hatte. Und mitzählen wie viele Verbrechen und wie viele Verbrecher eigentlich in dem Stück vorkommen.

Feine Idee, fein Ausgeführt. Ansonsten zu wenig Blut, zu wenig Sex und zu wenig Gewalt (remember, es ist England 1977!).

Soundtrack dazu: Deaf Aids – Peep Show, was sonst?