Bücher, schnell gelesen: Teil 1.381

Jonathan Lethem - Der wilde Detektiv (Tropen, 2019)
Jonathan Lethem – Der wilde Detektiv (Tropen, 2019)

Gelesen: 12. – 18.04.2019, netto 325 Seiten 

Weniger ein Krimi sondern mehr ein Road Movie über den Zerfall der US of A in den Tagen der Amtsübernahme von Donald T. (dem POTUS).

Trumps Erfolg hat Phoebe arbeitslos gemacht, sprachlos aber nicht. Das ganze Buch über gibt sie die dauerlabernde New Yorkerin, die sich den Landmenschen überlegen fühlt. Und mit dieser Gewissheit geht sie auf der Suche nach der Tochter ihrer besten Freundin, die irgendwo in Kalifornien abgetaucht ist.

Wobei abgetaucht wohl das falsche Wort ist, sie ist vielmehr ausgestiegen. Irgendwo in der Wüste. Und dort kann sie nur ein etwas eigenartiger Detektiv finden, in den sich Phoebe prompt verliebt.

Sobald der Plot in der Wüste landet wird das ganze eine etwas wirre Allegorie auf die US of A und ihr zweigeteiltes System: In der Wüste gibt es Kaninchen (matriarchalisch organisierte Aussteiger) und Bären (machoorganisierte Aussteiger mit Hells Angles Habitus). Und beide stammen von den ersten Hippies ab, die sich in den 60ern in die Wüster verdrückt haben.

Ein wenig Mad Max, ein wenig Romanze und ein wenig Gewalt. Dazu heile Welt und die Rückführung der Tochter. Sehr verwirrend und trotz der teilweise humorigen Erzählungen sehr anstrengend dank der dauerlabernden Erzählerin.

Klang spannender auf dem Einband als es wurde. Schade.

Soundtrack dazu: Suspect – Tyranny of the desert, was sonst?

PS: Das ganze gibt es tatsächlich in Kalifornien, dort gibt es eine Ecke die zu keiner Gemeinde gehört und wo der Staat die Leute mehr oder weniger einfach machen lässt. Mehr hier.

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.346

James Rayburn - Fake (Tropen, 2018)
James Rayburn – Fake (Tropen, 2018)

Gelesen: 21. –25.09.2018, netto 372 Seiten

James Rayburn aka Roger Smith mit einem thematisch Top aktuellem Thriller, der sich wie ein Drehbuch für einen Hollywood Film liest.

Die Geschichte selbst (wenn mann einige stark überzogene Figuren abzieht) klingt realistisch und politisch getriebene Lügen sind heute ja schon lange ein normales Verhalten. Und den US of A mit dem imbecile liar in seat traut man sowas sicher zu.

Das Buch ist spannend ohne zu glänzen, einige Figuren sind allerdings zu plakativ (der CIA Agent aus dem Ruhestand, der UdSSR Spion der vor seinem Tod noch etwas gutes machen will, die Falle am Ende für den Bösewicht) und die Bösewichte sind mit „die bösen Waffenhändler im Hintergrund“ definitiv viel zu einfach aufgesetzt.

In den guten Momenten fast wie eine Elmore Leonard Geschichte, in den nicht so guten irgendwie … langweilig. Dennoch hat das Buch einen Vorteil: Roger Smith schreibt ohne überflüssige Worte, darum kann man das ganze dann doch gut lesen. Eine richtige Zündung im Kopfkino gab es trotzdem nicht.

Soundtrack dazu: The Fake Boys – She calls me America, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.331

Mons Kallentoft & Markus Lutteman - Die Fährte des Wolfes (Tropen, 2017)
Mons Kallentoft & Markus Lutteman – Die Fährte des Wolfes (Tropen, 2017)

Gelesen: 08. – 13.07.2018, netto 451 Seiten

Ich kaufe Bücher weil ich dem Autor vertraue, dem Verlag vertraue, dem Lektor vertraue oder der Krimi-Reihe vertraue. Oder aber weil das Thema spannend erscheint. Oder weil das Cover was hermacht.

Dieses Buch habe ich gekauft, weil die Krimi-Reihe (tick) bei Tropen (tick) bisher ohne Ausfall war. Also kaufe ich dieses Buch. Kommt aus Schweden (tick) und redet im Waschzettel von „Musik, Party, Drogen„. Und einem Killer.  Einem Serien-Killer.

Also habe ich es gekauft.

Gelesen habe ich es auch und das bis zum Ende. Wenn ich wirklich keinen Zugang zu einem Buch bekomme, dann breche ich das schon einmal ab. Hier nicht.

Das Buch ließt sich flüssig, es sind keine großen Fehler drin und trotzdem ist das kein gelungener Wurf: Der Charakter des Drogen- und Partysüchtigen Polizisten ist ehr platt umgesetzt, seine Kollegen allzu plakativ gezeichnet und die Story vorhersehbar (in ihrem Setting zwischen schwedischen Rockern und türkischen Mafiosi). Das einzig coole wird dann auch zu früh verraten: Tatwerkzeug sind … Wölfe).

Und an einem Punkt war ich vollständig bedient: Der Held sitzt im Restaurant und am Nebentisch gibt Naomi Rapage (die wohl übelste Art einen Link zur Lisbeth Salander Serie zu setzen).

Nein, das war nichts.

Soundtrack dazu: Toxic Lab Rats – I Had Enough Of You, was sonst?