Bücher, schnell gelesen: Teil 1.597

Stephen Mack Jones – Princess Margarita Illegal (Tropen, 2022)

Gelesen: 13. – 18.07.2022 (netto 305 Seiten)

Der erste “Fall” von August Snow war echt cool, ein flottes Buch mit viel Gewalt und Humor (und einem ernsten Themenhintergrund).

Voller Freude habe ich den zweiten Fall zur Hand genommen und wurde nicht enttäuscht. eine flotte Serie scheint hier auf mich zuzukommen. Im ersten Band klang es nur leicht an, in diesem wird es zur Gewissheit: Jones hat Vic Daniel aus Kalifornien nach Detroit verfrachtet. Durch das ganze Buch scheint ein ähnlicher Humor wie bei David M. Pierce, lediglich die Härte ist dem harten Leben in Detroit angepasst.

Wieder kümmert sich der ex-Cop Snow um seine Leute (aus seiner Straße in Mexicantown), die diesmal von der United States Immigration and Customs Enforcement (kurz ICE) bedroht werden. Abschiebung, egal wie lange jemand schon in den US of A ist. Doch das ist nicht die einzige Bedrohung. Denn dazu kommen tote junge Mädchen. Offensichtlich missbrauchte Illegale.

Jones hat kein Bock auf beides und macht sich wieder auf den Weg nach oben: Wer ist der Boss, wer hat wie das Sagen in dieser Sache. Und über lokale Nazi-Biker, korrupte ICE Agenten, durchgeknallte Anwälte landet er irgendwann “oben”. Wobei der Begriff mal wieder relativ ist, denn Jones bleibt ein ex-Cop aus Detroit und ganz nach oben wird er es nie schaffen.

Dennoch gelingt es ihm genug Sand ins Getriebe zu streuen das …

… wird nicht verraten! Eine wunderbare Parabel auf die Globalisierung von Lieferketten und wie zwei unterschiedliche Geschäftsfelder sich ganz wunderbar ergänzen können (ohne dabei zuviel Licht auf das eigentlich illegale Geschäft zu ziehen). Aber da Jones Geld und nix zu verlieren hat (und ein harter Hund ist) kommt er immer weiter hoch zu den Entscheidungsträgern.

Ich mag diese Art von Geschichten, leider fehlt in der Realität ein August Snow.

Ja, mehr davon!

Soundtrack dazu: Poison Idea – ICE Pick At Dawn, was sonst?

PS: Stephen Mack Jones ist offensichtlich das vollständige Gegenteil seines Helden…

PPS: Der deutsche Titel und das Cover … sorry, das ist Mist. Sowohl Titel als auch Gestaltung.

Stephen Mack Jones – Lives Laid Away (Soho Press, 2019)

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.594

Pascal Engman – Mörderische Witwen (Tropen, 2022)

Gelesen: 26.06. – 03.07.2022 (netto 497 Seiten)

Ja, passt. Auch der dritte Krimi von Pascal Engman bei Tropen ist ein Buch mit viel Tempo, vielen realistischen Details und vor allem … extrem authentisch.

Was mich an den ersten beiden Büchern irgendwie immer gestört hat kommt hier perfekt durch: Der Fokus auf aktuellen Themen ist keine Effekthascherei sondern schlicht der Authentizität geschuldet.

Wie immer bei Engman hat das Buch eine hohes Tempo, Kapitel sind manchmal nur 2 Seiten lang, bringen aber die Handlung voran (und haben manchmal perfekte Cliffhänger, die einen mindestens 4 Kapitel weiterzwingen).

Vanessa Frank verliert einen Kollegen und ein Flüchtlingsmädchen, um das sie sich gekümmert hatte. Warum diese aber wieder in Schweden ist kapiert sie nicht. Und als die Polizei sich nur um den Mord an dem Kollegen kümmert guckt sie bei ihrer syrischen Ziehtochter – die sie wieder in Syrien vermutete – genauer hin.

Und stolpert zusammen mit ihrem Zufallspartner Nicolas (der immer noch “Private Sicherheit” macht) in ein dichtes Geflecht aus Geldwäsche über Gaming-Seiten, IS Schläfer und einen zufälligen Helfer, ohne den diese Geschichte nicht zu knacken wäre.

Am Ende dann ein perfekt inszenierter Showdown mit Rettung (für einige) in letzter Sekunde.

Starke Charaktere (Molly Berg!), viel Tempo und eben absolut real.

So darf ein moderner Krimi gerne sein.

Soundtrack dazu: K-9 Chaos – For The Good Of The Nation, was sonst`?

PS: Ich mag Schwedisch!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.545

Chris Offutt – Unbarmherziges Land (Tropen, 2021)

Gelesen: 08. – 08.09.2021, netto 211 Seiten

Im englischen Original ist das “The Killing Hills” und das würde auch viel besser passen als der deutsche Titel, der doch arg reißerisch daher kommt.

Im Grund geht es um die Hinterwäldler von Kentucky, die entweder auf den steilen Bergflanken wohnen oder aber ins Tal gemacht haben. Wo immer sie sind, Blut und Familie ist dicker als alles andere. Um in diesem Milieu einen Mord aufzuklären muss Mann (oder auch Frau) das schon verstehen.

Mann ist Mick Hardin, der schon lange aus den Tälern weg ist und eine Karriere bei der Army gemacht hat. Dort ist er bei der Armee Polizei, im CID. Frau ist Lisa Hardin, seine Schwester, die der erste weibliche Sheriff im County ist.

Mick ist zuhause, weil seine Frau schwanger ist (aber das Kind nicht von ihm sein kann, da er in Übersee stationiert war). Lisa nutzt seine Fähigkeiten, um einen Mord aufzuklären. Dazu das übliche: Meth, Coke, H. Oxi. Korrupte Politiker, die Lisa beeinflussen wollen (die nächste Wahl und so).

Eine einfache Geschichte, schnell abgehandelt. Leben tut das Buch von der Natur und den Eigenarten der Menschen: Blutlinien zählen hier mehr als alles andere. Dazu Respekt. Auch vor Arschlöchern.

Eine kleine und feine Geschichte, nichts besonderes aber schon mit einem eigenen Touch. Für mich dennoch zu wenig Gewalt, zu wenig Überraschung in den Charakteren. Aber eine gute Abswechslung.

Soundtrack dazu: Pegboy – Over The Hills, was sonst?

PS: Und Chris Offutt so?