Bücher, schnell gelesen: Teil 1.148

Richard Price - Die Unantastbaren (S. Fischer, 2015)
Richard Price – Die Unantastbaren (S. Fischer, 2015)

Gelesen: 27. – 29.12.2015, netto 417 Seiten.

Was, nur 417 Seiten. Eine Kurzgeschichte? Nein, Richard Price fokussiert – das Universum schrumpft auf 5 New Yorker Cops und ihre Dämonen: Mörder, die ihnen davongekommen sind. Und nicht mehr loslassen. Nie mehr.

Der Held ist Billy Graves, der in die Nachtschicht der NY Detectives verbannt wurde uns sich dort eingerichtet hat. Und die Cops dort sind alle „off rails“ und neben der Spur – und damit ideale Protagonisten um die echte Polizeiarbeit in all ihren unsichtbaren Facetten zu zeigen.

Und in seinem Job stolpert Billy dann über einen der Dämonen: Allerdings als Leiche. Und damit beginnen die Fragen. Und als der nächste Dämon verschwindet wird aus den Fragen die eine große Frage: Räumt einer seiner Kumpel die Dämonen aus dem Weg? Und während das seine Arbeit aus dem Ruder laufen lässt kommt der Horror der Straße auch in seine Familie – irgendjemand hat es auf ihn und seine Liebsten abgesehen?

Und damit gerät das ganze völlig außer Kontrolle und rast auf ein großartigen Show-Down zu. Und immer mit der notwendigen Portion Brutalität und Skrupellosigkeit. Und alles real!

Soundtrack dazu: Sheer Terror – was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 991

Richard Price - Cash (S. Fischer Verlag, 2011)
Richard Price – Cash (S. Fischer Verlag, 2011)

Gelesen: 29.05. – 01.06.2013 (Zeit nicht genommen), netto 513 Seiten.

Das ist dann wohl ein „Post 9-11 Lower-East-Side Gentrification Ficton“ – die englische Sprache erlaubt es einem schön Kompakt zu sein!

Nein, das ist großes Kino (für das Kopfkino) und eine spannende weil reale Welt in der Schwarze (alle Verbrecher), Weiße (alle Poser und/oder „Gentrifizierer“), Gelbe (alle unsichtbare Arbeitssklaven) und alle Farben (als Polizisten) aufeinandertreffen. Das das ganze nicht langeweilig wird liegt natürlich an dem Crime Backdrop und daran das durchweg jede Figur sowohl gute als auch böse Eigenschaften zeigt. Es liegt lediglich an der Blickrichtung des Betrachters, welches Gefühl ausgelöst wird.

Das und die langen Dialoge machen die Klasse dieses Buches aus. Viel Streetcredibility und ein paar böse Spitzen in Sachene Gentrification sind das Icing on the cake. Der Mord, der die Story auslöst, wird dabei vom Autor so geschildert das wir ihn miterleben – das ist nicht das Rätsel.

Ist das eigentlich eine Buch für Soziologen?

Soundtrack dazu: Youth Of Today – was sonst?

 

Bücher, schnell gelesen: Teil 952

Richard Price - Clocker (S. Fischer Verlag, 2012)
Richard Price – Clocker (S. Fischer Verlag, 2012)

Gelesen: 25.10. – 11.11.2012 (Zeit nicht genommen), netto 788 Seiten.

Ein fettes Biest und von Spike Lee mit Harvey Keitel verfilmt – ist das „Bonus“ genug? Nein, das ist völlig egal. Dieses ist eines von vielen Büchern die einfach gnadenlos gut das Elend in Amerika beschreiben und das Elend der Drogen beschreiben. Drogen und Drogenhandel bringen nicht nur die Schwarzen an den Abgrund, nein, sie bringen auch die Polizei dazu alles andere als gerecht zu sein.

Clockers beschreibt einige wenige Tage im Leben eines Drogenhändlers und einiger Polizisten. Das Elend ist gegenseitig! Es ist weniger ein spannender Kriminalroman als ehr eine sehr genaue Beschreibung eines Lebens das sich im Grund im Kreis dreht und ein permanentes „Täglich grüßt das Murmeltier“ – einen Ausbruch aus dieser Routine gibt es nur wenn Gewalt den Einzug hält. Aber danach ist es wieder wie immer, nur diesmal nicht da die Gewalt aus eine unvorhergesehenen Ecke kommt und damit alles durcheinander bringt. Am Ende sind ein paar Böse Jungs früher Tod als erwartet aber das ist auch alles. Trocken, lakonisch, gewalttätig – gut!

Soundtrack dazu: Sick Of It All, was sonst?