Tag: Kampa Verlag

  • Bücher, schnell gelesen: 1.839

    Bücher, schnell gelesen: 1.839

    Michael Connelly – Tote Tage (Kampa Verlag, 2026)

    Gelesen: 28. – 29.05.2026 (netto 422 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb.

    Und wieder “zurück” nach L.A. und in das Renée Ballard (sowie Harry & Maddie Bosch) Universum von Michael Connelly.

    In #6 der Renée Ballard Reihe wagt sich Connelly an etwas, bei dem ein Autor eigentlich nur scheiten kann (und bei dem er immer mit einem “Aber James Ellroy!” Einwurf rechnen muss).

    Renée leitet ja die neue Offen-Ungelöst Einheit und nimmt mit lauter Freiwilligen den Kampf mit dem Archiv auf. Alles nach 1975 das evtl. noch Spuren (vor allem DNA) vorweisen kann ist ein einfacher Kandidat für neue Analysen. Sachen vor 1975 lassen sie der Einfachheit halber weg.

    Weg kommt auch die Dienstmarke und die Dienstwaffe von Renée Ballard, jemand klaut sie aus ihrem Auto während sie morgens ihre tägliche Surfsession macht. Das kann sie nicht melden, denn sie hat doch mehr Feinde als Freunde beim LAPD und die würden ihr ihre neue Einheit sofort entziehen.

    Harry Bosch ist der einzige, den sie um Hilfe bitten kann. Mit seiner Hilfe bekommt sie die Marke zurück (der Plot dazu explodiert quasi in ein FBI-Homeland Security-Terror Fall).

    Das Offen-Ungelöst Team findet parallel dazu eine genetische Spur für einen Serienvergewaltiger und -mörder Fall (“Pillowcase Rapist”) und die Spuren deuten auf einen hohen Richter. Stark vermintes Territorium!

    Und weil es noch nicht genug ist, meldet sich Maddie Bosch als Freiwillige zur Offen-Ungelöst Einheit, um in ihrer Freizeit Detektivarbeit zu lernen. Und stolpert in die Lösung des berühmtesten Cold-Case Falles von L.A.: Sie hat durch Zufall Spuren zum Tod von Elizabeth Short gefunden.

    Connelly packt echt viel Plot in dieses Buch, es fühlt sich ein wenig “voll” an. Dennoch ließt es sich flott und da er – wie immer – ziemlich gut die methodische Arbeit eines Detektives aufzeigt ist es schon ok.

    Ich hätte ggf. auf den FBI Teil verzichten können und dafür lieber mehr über und mit der Black Dahlia gelesen.

    Und das Renée irgendwie ihre Mutter wiederfindet ist auch noch so ein Nebenplot, der als Cliffhänger am Ende kommt und sich komisch anfühlt.

    Gut jedoch, das nicht alles gut ist – eine Freiwillige der Offen-Ungelöst Einheit macht mehr als sie soll (und darf) und bezahlt ihre Eile den Pillowcase Täter zu identifizieren mit dem Leben.

    Bin gespannt wie Michael Connelly das irgendwie fortsetzt. Darf Bosch an Krebs sterben? Wird Maddie Detektive (und führt das Universum fort)? Was macht Renée mit ihrer Mutter auf Hawaii?

    Als Einzelstück bestimmt doof zu lesen, im Kontext (und in Kenntniss) des Bosch/Ballard Universums aber immer noch ein flottes Buch, auch wenn es ein wenig Stückwerk ist.

    Und die Referenz an die Black Dahlia? Finde ich überraschend gelungen, denn der Fall liegt ja tatsächlich als offen beim LAPD rum und bestimmt sind viele Erinnerungsstücke tatsächlich über die Jahre aus den Akten geklaut worden.

    Das hat mich am meisten überrascht, das der Teil des Buches ohne zu nerven rüberkommt.

    Soundtrack dazu: The Lazy Cowgirls – Tearfull Pillows, was sonst?

    PS: Und Michael Connelly so? Ist definitiv Black Dahlia infiziert…

  • Bücher, schnell gelesen: 1.817

    Bücher, schnell gelesen: 1.817

    Dana Stabenow – Unter der Erde Alaskas (Kampa, 2025)

    Gelesen: 13. – 18.02.2026 (netto 259 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Schnell.

    Und nochmal taucht Dana Stabenow in ihre Vergangenheit ab, diesmal in Sachen Ölförderung. Anders als in Vor der Küste Alaskas ist es aber diesmal ein echter whodunit, sehr lange bleibt das Ziel der Ermittlungen von Kate Shugak im Dunklen.

    Sie wird vom Ölkonzern Royal Pegtroleum Company angeheuert, der sich sorgen um die Arbeiter in ihrem Feld in Prudhoe Bay macht. Naja, um die Arbeiter ehr nicht sondern darum das Drogen für Unruhe und auch Tote sorgen. Und wie diese in das streng gesicherte und nicht einfach zu erreichende Bohrfeld kommen, das würde der Chef gerne wissen.

    Und vertraut seiner eigenen Security ehr nicht.

    Kate steigt mal wieder Undercover ein, trifft alte Bekannte die auch gutes Geld verdienen wollen und darum dort angeheuert haben. Und sieht auch die Schattenseiten des Ölreichtums.

    Das Buch nimmt einen langen Anlauf, ohne dabei auf eine Lösung hinzudeuten (und, kleiner Nachteil, ohne viel Spannung aufzubauen). Aber am Ende fühlt sich genau dieser Umstand als ziemlich clever an – den die Lösung bricht (sprichwörtlich) mit aller Gewalt über Kate herein.

    Und nur knapp kommt sie mit dem Leben davon und rettet sich zurück in die Ruhe ihres Nationalparks.

    Ziemlich kluge Story und im vorbeigehen gibt es noch eine kleine Lehreinheit über den Einfluss der Ölförderung auf die indigenen Völker Alaskas.

    Ich mag diese Geschichten, im Original von 1994 und heute irgendwie aus der Zeit gefallen.

    Soundtrack dazu: The Mighty Mighty BossTones – Royal Oil, was sonst?

    PS: Prudhoe Bay 1975 … Dana Stabenow hat damals dort gearbeitet.

  • Bücher, schnell gelesen: 1.816

    Bücher, schnell gelesen: 1.816

    Dana Stabenow – Vor der Küste Alaskas (Kampa, 2025)

    Gelesen: 12.02.2026 (netto 197 Seiten)

    Aus dem amerikanischen Englisch von Mechtild Ciletti.

    Kate Shugak, die 3te. Und eine kleine & feine Geschichte die so sehr flutschte das ich sie an einem Abend weggelesen habe.

    Dana Stabenow schickt Kate diesmal auf für Kate ungewohntes aber mit deren Familienhistorie verbundenes Terrain (und verbindet das mit ihrer eigenen Geschichte, die zum Teil in der Jugend eben auf einem Krabbenkutter stattfand).

    Kate wird als Ermittler der Staatsanwaltschaft auf einen Kutter geschickt, der auf den Aleuten Schneekrabben fängt. Zwei Besatzungsmitglieder sind verschwunden, der Kapitän und die Crew sagen das sie auf einer kleinen Aleuteninsel einfach abhanden gekommen sind.

    Und offensichtlich hat der Kapitän was damit zu tun. Also wird Kate als Deckhand an Bord untergebracht mit dem Ziel herauszufinden, was eigentlich passiert ist.

    Das Buch ist insofern keine spannender Krimi, als die Bösen von vornherein klar sind. Es bleibt aber schon eine spannende Jagd nach dem “was ist passiert”.

    Und dabei gibt es ordentlich Details über die Krabbenfischer, ordentlich Aleuten-Historie (Kates Familie stammt von dort und ist im Rahmen der japanische Invasion der Aleuten im zweiten Weltkrieg interniert worden) und wie immer bei Dana Stabenow ganz viel Natur.

    Flott zu lesen aber sicher kein Krimi mit Spannung, ehr eine weitere Facette von Kate Shugak. Und von Alaska. Lange bevor die Krabbenfischer bei DMAX als dangerploitation gelandet sind.

    Natürlich klärt Kate den Fall, allerdings werden nicht alle Fragen nach dem “was” beantwortet. Passt.

    Soundtrack dazu: Daikaiju – Attack Of The Crabwomen, was sonst?

    PS: Und die Aleuten so?