Bücher, schnell gelesen: Teil 1.198

Ilja Ilf + Jewgeni Petrow - Kolokolamsk (Die Andere Bibliothek, 2015)
Ilja Ilf + Jewgeni Petrow – Kolokolamsk (Die Andere Bibliothek, 2015)

Gelesen: 14. – 15.10.2016 netto 322 Seiten.

Ihr US Reisebericht ist ja so das beste aus der Ecke „mit den Augen eines anderen die Vergangenheit sehen“ – dieses Buch ist mehr so eine lose Sammlung von sowjet-sozialistischen Alltagsgeschichten der Jahre vor dem WKII. Immer überspitzt, immer mit Humor und immer mit Tiefgang gegen die Partei.

Ich bin mir sicher das all das einmal in einer kleinen Zeitung gedruckt wurde und dann für immer im Giftschrank verschwand. So oder so auch ein Blick auf eine längst verlorene Zeit und für die meisten heute – da ohne jeden Brachialhumor – nicht mehr lustig.

Ich mags, ist ja nicht lang.

Soundtrack dazu: Nix, hab keine Platten aus Russland.

PS: Book Collectors are pretentious assholes – #1684 der nummerierten Erstausgabe!

Bücher, schnell gelesen: Teil 893, 894

Ilja Ilf  + Jewgeni Petrow  - Das eingeschossige Amerika (Die Andere Bibliothek, 2011)
Ilja Ilf + Jewgeni Petrow – Das eingeschossige Amerika (Die Andere Bibliothek, 2011)

Gelesen: 26. – 02.03.2012 (Zeit nicht genommen), netto 341 (Erster Teil) und 331 (Zweiter Teil) Seiten

Wow – wer gräbt solche Perlen aus? Von Oktober 1935 bis Januar 1936 bereisten zwei sowjetische Schriftsteller die USA: Von NY nach SF&L.A. und wieder zurück. Mit dem Auto. Und immer auf der Suche nach dem „echten“ Amerika.

Herausgekommen ist kein kommunistisches oder gar sozialistisches Manifest gegen die bösen US of A sondern eine unfassbar präzise und (ja, ich liebe es) lakonische Betrachtung des Lebens, Strebens und Überlebens im Amerika der 1930er.

Einen dermaßen präzisen Blick bekommt heute kein (Reise-)Schriftsteller mehr hin, da sich niemand mehr die Zeit nimmt wirklich ins Land einzudringen und mit den Menschen auf der Straße  zu reden. Dazu kommen Besuche bei z.B. Henry Ford oder bei GE (General Electric) und eine genaue Beschreibung der (damals) fantastischen technischen Erneuerungen der Zeit. Am besten aber sind die trockenen und genauen Reflektionen über das amerikanische Leben anhand von präzisen Beobachtungen am „lebenden“ Motiv – in der Regel Anhalter die von ihnen mitgenommen wurden.

Nochmal: Wow – das ist ganz großes Kopfkino (zumal auch mit großartig einfachen S/W Bildern der Reise garniert) und diverse Male habe ich mich ertappt „genauso habe ich Amerika auch wahrgenommen“ zu denken. Zeitlos schön – unbedingt verschenken!

Soundtrack dazu: D.O.A.

PS: Fucking Sammler – Band 1 (#1482) und Band 2 (#0396) der nummerierten Erstausgabe, lustige Sortierung!