Bücher, schnell gelesen: Teil 1.364

Karl Nagel - Schlund (Hirnkost, 2018)
Karl Nagel – Schlund (Hirnkost, 2018)

Gelesen: 04. – 06.01.2019, netto 364 Seiten

Tja, da ist es dann doch noch (und gleich als volle multimediale Dröhnung, es gibt noch einen Bonus Band und eine Langspielplatte). Wenn Karl etwas anpackt und auch zu Ende bringt dann in der Regel in hoher Produktionsqualität – das war schon bei seinem viel zu kurzlebigem Comic-Verlag so.

Keine Ahnung ob Schlund das Lebenswerk von Karl ist, aber in jedem Fall ist es eine Lebensschau der etwas anderen Art.

Das ein Teil seiner Ausführungen blanke Erfindung bzw. Wunschdenken ist wird hoffentlich jedem Leser schnell klar werden (und die anderen, die es für bare Münzen nehmen, denen ist eh nicht mehr zu helfen). Dazwischen sind aber jede Menge autobiographische Nuggets und vor allem jede Menge schonungslose Selbstentblößung.

Wer mit Schund (oder Pulp) Literatur und einem Großmaul klar kommt, der wird bestens unterhalten und mit einer perfekten Umsetzung (Schriftbild, unfassbar gute graphische Gestaltung, QR-Codes um auf Videos zu verlinken etc) bedient.

Eine perfekt verpackte Nachricht aus dem Bunker, von einem der immer noch getrieben scheint. Sind es Weisheiten, denen ich folgen muss? Einige werden das tun, ich sicher nicht. Sind da Weisheiten, über die es sich lohnt nachzudenken? Ja!

Für mich ist es auch in diesem Buch spannend zu sehen wie andere aus meiner Generation im Punk sozialisiert wurden und was sie dann daraus und damit gemacht haben.

Ein schönes Buch, hiermit empfohlen!

Soundtrack dazu:

Und natürlich:

Responsible disclosure: Ich spende regelmäßig Geld an Karl damit er  www.punkfoto.de machen kann. Ich bin sozusagen einer seiner Paten. Daher hab ich den ganzen Kram für lau bekommen. 

Bitte Karl!
Bitte Karl!

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.181

Tim Hackemack - Yesterdays Kids (Hirnkost, 2016)
Tim Hackemack – Yesterdays Kids (Hirnkost, 2016)

Gelesen: 01. – 02.07.2016 netto 486 Seiten.

Coole Idee – 77 Menschen erzählen aus ihrem Leben. Und wie sie geworden sind was sie sind. Was sie beschäftigt, was sie falsch und was sie richtig gemacht haben und was ihnen heute wichtig ist.

Dazu große Portraitfotos ohne Rückblick auf früher. Und ungeschminkt und ungestellt.

Zufällig haben alle irgendwie mit der Musik zu tun bzw. sind durch sie sozialisiert worden die auch mir am Herzen liegt und zufällig kenne ich den einen oder anderen durchaus – und damit seine Geschichte. Ein tolles Dokument für die Ewigkeit und es funktioniert sowohl als Lese- als auch als Fotobuch.

Und irgendwie bin ich auf die Umsetzung schon ein wenig neidisch – die ist gekonnt! Und das beste: Jetzt fühle ich mich mit 50+ nicht mehr alleine!

Leseprobe:

Soundtrack dazu: Songs from the Holy War Archive Volume 12, was sonst?

PS: Book Collectors are pretentious assholes – #432 der nummerierten und signierten Erstausgabe!