Bücher, schnell gelesen: Teil 1.438

Denise Mina - Klare Sache (Ariadne, 2019)
Denise Mina – Klare Sache (Ariadne, 2019)

Gelesen: 09. – 18.03.2020, netto 339 Seiten.

Klasse. Eine Heldin auf einer hard-boiled Reise sowohl durch die Realität (Glasgow, London, Vendig, Mailand, Paris …), durch die Welt der Podcasts als auch auf der Reise durch das eigene Ich.

Und der ganze einmal Rückwärts macht die Sache so spannend (und so clever): Erst zum Ende erfährt der Leser wer eigentlich was ist. Und warum. Erst durch den Podcast, in den die Heldin vernarrt ist, erfahren wir Geheimnisse, die es zu knacken gilt. Und erst durch das „Ich“ erfahren wir, warum die Heldin hard-boiled ist.

Und das ganze dann als Road-Movie mit zwei durchgeknallten Anti-Helden, als Slaptstick Online Detektiv-Drama. Eine wirklich großartige Atmosphäre gelingt Denise Mina hier, ich verrate einfach mal nicht den wirklichen Trick dazu, der ist in jedem Fall gelungen.

Ein wirklich gelungenes Buch, mit jede Menge Spannung, Cliff-Hängern von Kapitel zu Kapitel und Geheimnissen, die auch ein erfahrener Krimi-Leser nicht immer richtig löst.

Eine echte Überraschung!

Soundtrack dazu: Tiger Tails – Words Without Conviction, was sonst?

Bücher, schnell gelesen: Teil 1.379

Denise Mina - Blut Salz Wasser (Ariadne Krimi, 2018)
Denise Mina – Blut Salz Wasser (Ariadne Krimi, 2018)

Gelesen: 24.03. – 02.04.2019, netto 354 Seiten

Aus Schottland kommen ja teilweise sehr spezielle Krimis und bei Ariadne erscheinen gerne mal besondere Krimis – da passen bei diesem Buch gleich zwei Sachen zusammen.

Es ist der vierte Fall für DI Alex Morrow. Leider habe ich ihre anderen Fälle noch nicht erwischt, evtl. gibt es sie noch nicht bei einem deutschen Verlag. 

In jedem Fall ist sowohl die Polizistin als auch die ganze Story dermaßen cool, unprätentiös und einfach extrem real bzw. realistisch.

Das einfache Leben in Helensburgh an der schottischen Westküste wird durch lokale Familienfehden und lokale Gangster geprägt. Und durch das Referendum – die einen sind für „JA“, die anderen für „Nein“. Und dann gibt es welche, die dort schlicht und einfach Geld aus Drogengeschäften waschen wollen.

Und – und das ist ein genialer Kniff – dann gibt es noch Streit zwischen der MET aus London und der schottischen Polizei: Wenn das Geld beschlagnahmt wird, wer darf die 7 Millionen eigentlich einkassieren?

Vor diesem Hintergrund balanciert DI Morrow einen Mord, eine verschwundene Geschäftsfrau und zwei tote Kinder. Und zwei entführte Kinder. Und ihren Halbbruder, der im Knast eine Größe ist. Und muss sich von ihren schottischen Chefs immer wieder anhören das es ein lokaler Fall ist (weil die gerne die Kohle hätten).

Großartige Charakter, wunderbare Spannungsbögen, jede Menge gute Finten und am Ende eine sehr reale Erkenntnis: Die richtig Bösen kommen durch, die kleinen Bösen verkacken es und wenn der große Böse gutes Wetter braucht, dann hängt er einen kleinen bösen hin. Und die Kohle? Kassiert London.

Das beste: Den Schauplatz des ersten Mordes kenne ich, der Golfplatz und das angrenzende Luxushotel war mal Ziel einer Geschäftsreise.

Caeron House Loch Lomond ((c) gehkacken.de)
Cameron House Loch Lomond ((c) gehkacken.de)

Ein tolles Buch, das Spass auf mehr von Denise Mina macht. Trockner Humor, kalte und sehr reale Darstellungen und ordentlich Street Credibility.

Soundtrack dazu: The Disturbed – All Must Suffer, was sonst?

PS: Und damn sympatisch ist Denise dann auch noch…