Tag: Dave Zeltserman

  • Bücher, schnell gelesen: 1.823

    Bücher, schnell gelesen: 1.823

    Dave Zeltserman – Alles Endet Hier (Pulp Master, 2026)

    Gelesen: 19. – 22.03.2026 (netto 277 Seiten)

    Übersetzt aus dem Amerikanischen von Michael Grimm und Angelika Müller.

    #1.822 war Noir down hill galore, gleich das nächste Buch schließt sich nahtlos an: hard-boiled down hill galore!

    Das ganze ließt sich wie ein Film, den ich schonmal gesehen habe. Auftritt Dan, Software Entwickler in Boston in den 2010er Jahren. Er hat mit seiner Frau Rachel und seinem Kumpel Warren ein Start-Up gegründet – basierend auf einer guten Idee. Und auf Vertrauen.

    Ohne Verträge.

    Obwohl ihn alle vor Warren gewarnt haben. Den der – oft verheiratet und konsequent dreckig geschieden – verzeiht seinen Partnern nicht das kleinste. Und dreht bei Kleinigkeiten durch.

    Auch hier, als sein Name nicht wie gewünscht in einer Publikation auftaucht. Website? Still gelegt. Potentielle Kunden – angerufen, die Firma ist tot.

    Dan und Rachel stehen vor dem Aus. Alles Ersparte ist in dem Start-Up und Warren will alles. Für lau.

    Dan versucht mit ihm zu reden und landet dafür im Knast. Und erinnert sich an einen anderen Kumpel aus der Software Branche, der einen Russen kennt, der Problemlöser ins Land holt. Und Probleme endgültig löst. Und die Problemlöser wieder aus dem Land schaft.

    Dan, verzweifelt und ohne Aussicht auf eine Zukunft, greift den Strohhalm. Der als fairer Deal erscheint. Und, surprise, Wochen später hat Warren einen tödlichen Unfall und seine Witwe einigt sich mich Dan und Rachel über eine Neuaufstellung des Start-Ups inklusive echter Verträge.

    Geschäft gerettet.

    Und natürlich die Seele nicht.

    Der Russe entpuppt sich als Betreiber eines Murder Clubs, so auch der Original Titel, und Dan muss jetzt auch jemanden killen. Und ab da läuft alles zuverlässig und blutig aus dem Ruder. Und endet ohne jedes Happy End. Wirklich für niemanden.

    Also ein perfekter Schlusspunkt.

    Im Buch gehören Start und Ende zusammen, dazwischen 6 Monate down hill mit immer größerer Beschleunigung. Und dann das Ende, dass kein “Ein Mann Sieht Rot” Ende ist. Sondern Dan beschleicht die Erkenntnis das er genau wie Warren ein Arsch ist.

    Denn: Alle Sind Tot!

    Bei dem Frontalcrash mit ca. 6 Toten auf dem Beifahrersitz? Perfektes Lesevergnügen, das auch noch flott vom Blatt ging. Mehr davon! Immer mehr!

    Soundtrack dazu: Night Birds – Thrilling Murder, was sonst?

    PS: Nur echt mit Buch Jingle!

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.279

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.279

    Dave Zeltserman - small crimes (Pulp Master, 2017)
    Dave Zeltserman – small crimes (Pulp Master, 2017)

    Gelesen: 04. – 06.11.2017, netto 332 Seiten

    Ja, Dave Zeltserman hat mich gepackt. Das ist einfach wunderbarer hard-boiled shit voller lakonischer Gewalt. Und die Menschen sind böse. Und die in Uniform, die Guten … die sind nochmal so böse.

    Joe Denton war einer von ihnen, korrupt und die Nase voller Koks. Und als der Staatsanwalt Beweise gegen ihn zusammengetragen hat latscht er bis unter die Haarspitzen voller Koks in sein Büro und fackelt die Beweise ab. Leider kommt der Staatsanwalt vorbei und Joe versucht ihn mit einem Brieföffner zu killen – voller Drogen verkackt er das aber und verunstaltet nur sein Gesicht und vergisst ihn zu killen.

    Seine ebenso korrupten Kollegen sorgen für ein mildes Urteil (7 Jahre) in einem ruhigen lokalem Gefängnis. Doch als seine Zeit um ist hat er nichts mehr: Frau und Töchter weg, Cop-Freunde weg und auch sonst … niemand mehr. Auch seine Eltern, die ihn zuerst aufnehmen, wollen nichts mit ihm zu tun haben.

    Und die anderen Cops? Die wollen das er den Job nun zu ende bringt. Der Staatsanwalt ist nämlich dabei den lokalen Mafia-Boss, der mit Krebs den Tod erwartet, alle Geheimnisse zu entlocken.

    Und damit geht es wieder bergab mit Joe – er hat jede Menge Feinde am Arsch die ihn entweder benutzen und begraben wollen. Oder beides, in Reihenfolge. Wunderbar gewalttätig übrigens. Und Joe zieht die zu erwartende Spur an Tod und Zerstörung hinter sich her, wer mit ihm zu tun hat stirbt. Disillusion Paradise!

    Großartig, mit ordentlich Lokalkolorit und Geschwindigkeit, vielen kleinen Überraschungen und einem großartigem Finale: “Ich lachte auf der gesamten Fahrt in die Hölle.

    Kaufen!

    Soundtrack dazu: City Saints, was sonst?

    PS: Das Buch wurde großartig von Netflix verfilmt! Angucken!

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.278

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.278

    Dave Zeltserman - Killer (Pulp Master, 2015)
    Dave Zeltserman – Killer (Pulp Master, 2015)

    Gelesen: 02. – 04.11.2017, netto 257 Seiten

    Endlich mal wieder etwas aus der hardboiled Ecke und endlich mal wieder was aus Boston. Der Ausgangspunkt der Geschichte ist extrem clever und ein typischer Deal:

    Leonard March hat für die Bostoner Mafia den Dreck erledigt und ist dann doch in die Fänge der Polizei geraten. Da er keinen Bock auf Lebenslang hatte lieferte er den Oberboss gegen Straffreiheit für “alles andere”.  Sein Deal sind damit 14 Jahre. Und dann kommt raus das er nicht nur Dreck erledigt hat sondern auch noch 28 Morde.

    Das gibt nicht nur eine schlechte Presse für die Justiz sondern das führt auch dazu das er sich nicht nur – wie schon im Gefängnis – Mafia-Rächern gegenüber sieht sondern auch noch 28 Familien die ihm ans Leder wollen.

    Und mit dieser Aussicht wird er nach 14 Jahren als alter Mann entlassen. Behutsam und langsam beschreibt Zeltserman wie sich Leonard in das normale Leben einfügt und wie er versucht einfach nur zu leben. Und wie es sich für einen hardboiled Roman gehört ist unterschwellig immer die Gewalt da. Und neben der Gewalt lauert im Hintergrund immer ein Rächer.

    Diesen Spannungsbogen hält Zeltserman perfekt aufrecht und lässt das ganze auf einen klassischen (aber überraschenden) show-down zulaufen. Keine Überraschung: Am Ende liebt der Leser den Killer.

    Geiler Scheiß, da hol ich mir auch den Rest!

    Soundtrack dazu: The Boston Strangler, was sonst?