Antti Tuomainen – Palm Beach, Finland (Rowohlt, 2019)
Gelesen: 06. – 09.05.2019, netto 352 Seiten
Finnland, Land der Palmen und der weißen Strände. Land der überschwänglichen Menschen.
Nicht.
Aber ein tolles Land mit absolut tollen Typen. Ich mag Finnland. Ich kann mir die kleine, lustige Kriminalposse “Palm Beach, Finland” tatsächlich genauso dort vorstellen.
Wunderbare Typen, einsame aber starke Frauen, gammelige Polizisten, durchgeknallte aber völlig bescheuerte Gangster und ein paar schöne Morde. Dazu das langsame Gemeinschaftsleben der Finnen. Eine perfekte Mischung.
Der erste “ernste” Roman von Heinz Strunk. Ein echter Kriminalfall, ohne ein Krimi zu sein. Ehr so eine Art echtes Hamburger “American Psycho” – wobei Honka der echte Abgrund von unten ist und die fiktive Reederfamilie von Dohren alter Nazi-Profiteur-Adel weit oben ist.
Und wo treffen sich die beiden? Auf dem Hamburger Berg, inzwischen Hamburgs ekelhafteste Partymeile, im Goldenen Handschuh. Ich kenne den Hamburger Berg noch aus der Zeit Mitte/Ende 80er – da war er noch nicht so für das junge Partyvolk entdeckt, für uns war der Handschuh immer Tabu: Zu viele echt Fertige. Von oben. Und unten.
Das Buch ist klasse: Ekelhaft gewalttätig wie Honka, brüchig wie die Gesellschaft in den 70ern und einfach gut weil der Sympathieträger irgendwie doch Honka ist. Lesenswert und flott – eine klasse Hamburgensie!
Sam Parangi – Mr. Majestic verbessert sein Karma (Rowohlt Polaris, 2014)
Gelesen: 29.05. – 08.06.2014, netto 436 Seiten
Ups, was ist hier echt und was ist Fiktion? Ist der Autor “Zac O’Yeah” oder “Sam Parangi“? Oder ist der Autor unter einem anderen Namen in Schweden geboren – ich denke ja. Aber egal, er lebt wohl schob länger in Indien und ist mit einer indischen Schriftstellerin verheiratet. Und schreibt nun einfach mal einen launigen und lustigen Krimi, in dem der Held eigentlich ein liebenswerter und leicht verschrobener Gauner ist.
Der “Held” hat viele Namen und verdient seine Rupien als Subunternehmer für nigerianische Internetkriminelle – Spam Mails für den Westen und das lockere Ausnehmen von Menschen die darauf hereinfallen. Als jedoch eine seiner “Kundinnen” in Bangalore unter die Räder kommt schlägt er sich durch und rettet als tollpatschiger Held diese am Ende (und … verbessert sein Karma).
Lustig und erst die zweite Indische Krimiserie (nach Inspektor Ghote von H.R,F. Keating) die mir untergekommen ist. Macht deutlich Lust auf mehr, sehr plastisch, bunt und detailiert wird das Bangalore der heutigen Zeit beschrieben. Arbeitskollegen von mir die schon mal dort waren beschreiben es ähnlich chaotisch!
Soundtrack dazu: The Scratch Cards, was sonst?
PS: Kein Zufall, oder – “he did not want to be a hero … until the day they pushed him too far.?
Mr Majestyk (Mirisch Corporation, United Artists – 1974)