Tag: Polar Verlag

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.289

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.289

    Sam Hawken - Kojoten (Polar Verlag, 2015)
    Sam Hawken – Kojoten (Polar Verlag, 2015)

    Gelesen: 14. – 19.12.2017, netto 294 Seiten

    Der große Toidi der US of A, Donald the clownface dumbfuck, schwadroniert von einer großartigen Grenze und einer großartigen Mauer. Wovon er nicht redet und für was die meisten Insassen der US of A einfach nicht sichtbar ist, sind die Menschen die im Norden und im Süden dieser Grenze leben.

    Sam Hawken hat schon einige Bücher geschrieben die entlang dieser Grenze spielen. Mit Kojoten (im englischen Original “La Frontera“) nimmt er exakt den blind spot der Amerikaner aufs Korn. Und gibt dem Leser Personen, Lebensläufe, Gefühle und wirbt letztendlich für Empathie.

    Im Norden die Texas Rangerin Ana Torres, im Süden der ehemalige Kojote (jemand der Menschen über die Grenze führt) Luis Gonzales und weiter im Süden, in El Salvador, die junge Marisol Herrera die unbedingt in die US of A will. 3 Menschenleben, 3 Geschichten und eine unfassbar detailliert Beschreibung ihrer Lebenswege.

    Und das beste? Durch einen einfachen Kniff werden die Lebenswege übereinander gelegt und durch einen noch spannenderen Kunstgriff wird daraus ein Krimi. Das spannende daran ist nicht der Tod, der ist entlang der Grenze immer dabei, sondern die ruhige Art von Landschaft und Leuten, ihrem Leben und ihrem Scheitern zu erzählen.

    Wo der Rest der US of A wegguckt, weil es um wirtschaftliche Interessen und moderne Sklaven geht guckt Sam Hawken aber sowas von genau hin.

    Klasse Roadmovie mit ein wenig Crime. Passt.

    Soundtrack dazu: Crimen, was sonst?

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.288

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.288

    Jon Bassoff - Zerrüttung (Polar Verlag, 2016)
    Jon Bassoff – Zerrüttung (Polar Verlag, 2016)

    Gelesen: 11. – 13.12.2017, netto 231 Seiten + 10 Seiten Interview.

    Hui, das ist ein neues Genre. Das ist Horror-Noir und das ist extrem gut. Am Anfang glaubt der Leser die Nummer zu kennen: Entstellter Irak-Veteran auf Roadmovie-Trip durch den Arsch der US of A rettet hübsches böses Mädchen … und verliebt sich.

    Aber in diesem Buch ist nichts so wie es scheint: Der Veteran ist kein Veteran, das Mädchen ist nicht böse sondern richtig fies und der Herr und sein Testament werden zwar stetig zitiert aber können mal so richtig kacken gehen.

    Am Ende gibt es Tote und eine Noir-Story die eigentlich eine Dr. Jekyll und Mr. Hyde Geschichte ist – wobei von einem Dr. nicht wirklich etwas zu sehen ist. Das ganze wird z.Zt. verfilmt und ich bin derbe gespannt wie im Film die Kurve von Crime zu Horror genommen wird. In meinem Kopfkino hat das voll gezündet.

    Ach ja, clevere Idee das Buch von einer Person aus 3 Sichtweisen zu erzählen. Wow dazu!

    Soundtrack dazu: Corrosion of Conformity, – Lord of this World, was sonst?

     

     

  • Bücher, schnell gelesen: Teil 1.287

    Bücher, schnell gelesen: Teil 1.287

    Matthew F. Jones - Ein einziger Schuss (Polar Verlag, 2016)
    Matthew F. Jones – Ein einziger Schuss (Polar Verlag, 2016)

    Gelesen: 09. – 11.12.2017, netto 260 Seiten

    … und weiter geht es in Serie: Diesmal habe ich den mir noch fehlenden output des Polar-Verlages (der finanziell nicht ganz so gut dasteht) aus Solidarität und in einem Schwung gekauft. Und es lohnt sich, das ist mal sicher. Da erscheint so geiler Scheiß, der darf nicht untergehen!

    “Ein einziger Schuss” bringt uns mal wieder in das Hinterwäldler US of A, hinten in den Bergen wo die armen Schlucker versuchen durchzukommen und nicht draufzukommen. Und John Moon wildert um durchzukommen und statt eines Hirsches erlegt er ein junges Mädchen – aus versehen. Und bei ihr findet er Geld, ganz viel Geld. Und Drogen.

    Und damit ist klar wie das ganze abgeht, nämlich nach unten – mit Karacho. Und für jemanden der ganz unten ist und schon alles verloren hat (Frau und Kind sind weg, die Farm seiner Eltern war eh schon weg) kann es ja nicht weiter bergab gehen. Aber Pustekuchen! Da geht noch mehr.

    Ich habe selten ein Buch gelesen das so großartig den endgültigen Absturz in einer ehr schon elenden Situation und Umgebung hinbekommt. Da ist keine Hoffnung, auch nicht bei John. Und so kommt es wie es kommen muss, wobei das Ende einfach überraschend anders ist (und nicht Hollywood).

    Wow, großartiges Kopfkino! Kaufen! Film gucken!

    Soundtrack dazu: MAD CONFLUX – decide on a single shot!, was sonst?

    Ja, gut verfilmt wurde der auch!